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Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Diskussionen zum Atheismus, Christentum, Islam usw.

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Soll die Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen wiedereingeführt werden?

Ja!
3
23%
Nein!
10
77%
Vielleicht...
0
Keine Stimmen
 
Abstimmungen insgesamt : 13

Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon manniro am Di 29. Aug 2017, 13:16

Rao hat geschrieben:Aber da die Wiedereinführung nicht realistisch ist, wäre auch ein analoges Händeln zu dem in den USA okay, wo es üblich ist, verschiedene Anklagepunkte zu addieren, so daß bei mehrfachem Mord schon mal Freiheitsstrafen von 500 Jahren rauskommen können, ...


Wenn Du in den USA das Pech hast, an einen übellaunigen Richter zu geraten, kannst Du auch schonmal für Haschischverkauf 55 Jahre in den Knast wandern. Das entspräche hierzulande 3xlebenslänglich bei vorzeitiger Entlassung.

Im Ernst: Die Überwindung des spontanen "Rache"-Impulses, von dem infolge evolutionären Erbes selbst heute wohl niemand völlig frei ist, ist einer der zivilisatorischen Fortschritte schlechthin. Das kannst Du leicht im Vergleich mit fundamental-religiös geprägten Gesellschaften studieren, oder mit solchen, in welchen "Blutrache" auch heute noch gegenwärtig ist, wie beispielsweise in Teilen Albaniens. Auch in unserem Strafrecht ist der "Vergeltungs"-Begriff noch relevant, tritt aber immer weiter in den Hintergrund oder wird zumindest umdefiniert. Und das ist gut so.

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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Sprich zur Hand am Mi 13. Sep 2017, 13:49

unter den anderen gründen sehe ich v.a. das hauptmanko, das es immer die gefahr gibt, dies:

    1. wie der begriff terrorismus bzw. terrorist definiert wird (sh Animal Enterprise Terrorism Act AETA). so kann es sein, das wir in europa die todesstrafe für terroristen einführen nach einem großen anschlag, dann wird der begriff ausgeweitet und dann wird man für irgendeine kleinigkeit als terrorist verurteilt hingerichtet. slippery slope sag ich nur

    2. unschuldig verteilt werden. passiert viel öfters als man denkt. wenn man unschuldig in den knast geht , kann man später wieder entlassen werden (überprüfung der beweislage, neueaufnahme der untersuchungen, neue beweise/indizien)
    wenn man unschuldig hingerichtet wird (in einem rechtsstaat) kann zwar der staat dann die familie des betroffenen entschädigen, dieser ist aber für immer tot. und der verlust für dich familie/angehörigen ist auch entgültig
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Crescora am Sa 2. Dez 2017, 02:07

Hmm...

Ich kann mich dem zuvor genannten nur wenig anschließen, und sorry erstmal, falls es jemanden stören sollte, dass ich ein Thema vom September wieder auftaue, aber folgendes:

Warum rutscht ihr so oft in das alte "Auge um Auge" Thema der Frühzeit / Bibel ab?
Warum ist die Todesstrafe Falsch? Und warum würde uns das in primitivere Zeiten zurückwerfen?

Mal von Terroristen ganz abgesehen, ich finde eine Abkehr von der Todesstrafe, wie wir sie bereits seit langem haben, falsch.
Ich denke ebenso, dass ich auch den "Rachegedanken" etwas vernachlässigen kann. Mein Standpunkt ist, dass ein Mensch, der jemand anderem unrechtmäßig* das Leben genommen, oder zerstört* hat, kein weiteres Anrecht hat, selbst weiter zu existieren, noch seine Gene im Genpool weiter zu tragen. Das ist zwar ein äußerst kalter Standpunkt, aber doch sinnvoll.
Ich bin aber auch soweit zu sagen, dass Todesstrafen einzig und allein bei definitiven Urteilen eintreten dürften, und die wären der Fall, wenn man die Tat zweifelsohne auf Videomaterial hat oder die Tat anderweitig zweifelsfrei feststeht, wie kann ich nicht sagen.
Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass jemand, wie dieser U-Bahn-Treter, der die Frau die Treppe runter getreten hat, etwas derartiges verdient hätte. Und dafür muss er kein Terrorist sein.
Gründe?
Er hat es vorsätzlich und absichtlich getan.
Er handelte höchst Dissozial.
Er hätte den Tod oder andere extrem schlimme Folgen für diese Frau in kauf genommen.
Sprich, er verhielt sich gegen all jene Werte, die eine Gesellschaft ausmachen, und ein solches Individuum dürfte schlichtweg nicht das Recht haben, weiter zu existieren.
Natürlich, Inhaftierung wäre die naheliegende Lösung, aber ist es Sinnvoll, jeden Straftäter resozialisieren zu wollen? Die Ressourcen könnte man sich bei vielen Sparen. Ich spreche von Lebensmitteln, Platz, Personal.
Natürlich macht etwas derartiges niemanden wieder lebendig, dessen ist sich auch jeder bewusst, und natürlich schreckt es möglicherweise nicht so viele zukünftige Straftäter ab, wie man sich wünschen würde, aber darum geht es mir auch nicht. Man kann auch nicht behaupten, die Todesstrafe durchzuführen mache einen selbst zu Mördern.
Ein Mann, der eine Frau schlägt wäre ja dann auch mit einem anderen Mann gleichzusetzen, der den "Frauenschläger" Krankenhausreif prügelt. Rein gesetzlich vielleicht ein No-Go, aber Menschlich gesehen ist es genau dass, was man sich wünscht.
Nicht jedes Menschliche Leben ist so wertvoll wie es hier und dort gerne dargestellt wird (alleine für diesen Satz werde ich hier auseinandergenommen).

Soviel zu meinem Standpunkt.

Ich weiß, die Todesstrafe wird nicht wieder kommen, und dass das hier viele gut finden, dennoch würde ich mir schlimmere Gefängnisstrafen wünschen. Ich weiß, auch darüber habt ihr schon diskutiert.
Aber es ist schon ein Schlag ins Gesicht, wenn jemand z.B. jemand vergewaltigt wird, das Opfer den Rest seines Lebens daran zu nagen hat, der Täter aber nach 15 Jahren wieder frei rumläuft. Ersetzt Vergewaltigung mit Mord, oder was ihr gerne hättet. Man kann so schlimmen Tätern doch nicht erlauben, ein normales Leben zu führen, oder gar ihre Gene weiter zu geben.

Wenn ihr mich gleich auseinandernehmt für das geschriebene, bitte ich doch daran zu denken, dass auch Ich differenzieren kann. Natürlich würde ich einem Dieb oder sonst einem milden Straftäter, womöglich noch mit schwammigem Urteil, so etwas nicht antun wollen oder gar wünschen. Nein, es geht mir hier um das Extrem unserer Gesellschaft, Terroristen, Mörder, Vergewaltiger. Menschen, die Klar machen, dass sie kein Interesse an unserer Gesellschaft zeigen.
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon nautilus am Sa 2. Dez 2017, 21:10

Crescora hat geschrieben:Mein Standpunkt ist, dass ein Mensch, der jemand anderem unrechtmäßig* das Leben genommen, oder zerstört* hat, kein weiteres Anrecht hat, selbst weiter zu existieren, noch seine Gene im Genpool weiter zu tragen. Das ist zwar ein äußerst kalter Standpunkt, aber doch sinnvoll.

Ich finde, solche Argumente wirken auf den ersten Blick so, als wären Schuld und Recht irgendein Zeug, das nach gewissen Taten an jemandem klebt oder wieder verschwindet. Zuerst haftet mir ein Recht zu leben an, aber wenn ich jemanden ermorde, dann verschwindet es für immer.

Ich kann nicht ganz nachvollziehen, wieso alle Mörder ein Recht auf Leben für immer verlieren.
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Crescora am Sa 2. Dez 2017, 22:36

Mörder verlieren deswegen das Recht, zu leben, weil sie einer anderen Person die Möglichkeit genommen haben, zu leben. Was gibt Mördern das Recht, weiter zu existieren, deren Opfern aber nicht? Damit hebst du den Mörder über seine Opfer.

Und wenn man es genau betrachtet sind "Schuld und Recht" Menschengemachte Begriffe. Ob ein Mörder, Vergewaltiger, etc. z.B. das "Recht" auf eine faire Verhandlung hat, ist das Eine. Ja, ich weiß, wir, und viele andere Länder, leben nun mal in einem Rechtsstaat. Aber das ist Menschengemacht...wie so vieles.
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Martin am So 3. Dez 2017, 09:56

Ich bin sehr dafür Menschen die Möglichkeit zu geben schneller in das von ihnen gewünschte Paradies zu kommen. Zumindest auf freiwilliger Basis könnte man das in meinen Augen durchaus anregen.

Der Umgang mit massiv fehlprogrammierten, nicht-gesellschaftsfähigen Leuten ist schwierig. Für die generelle Todesstrafe bin ich nicht zu haben, aber eventuell kann man da wieder was mit Strafkolonien erreichen, wo man die unter ihresgleichen Leben lässt ohne Gefahr für die Umgebung.

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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon manniro am So 3. Dez 2017, 13:44

Crescora hat geschrieben:Was gibt Mördern das Recht, weiter zu existieren, ..


Das Gesetz?

...deren Opfern aber nicht?


Das Recht hätten sie wohl, können aber erfahrungsgemäß nicht mehr viel damit anfangen.

Damit hebst du den Mörder über seine Opfer.


Ja, er lebt noch.

Ja, ich weiß, wir, und viele andere Länder, leben nun mal in einem Rechtsstaat. Aber das ist Menschengemacht...wie so vieles.


Und die von Dir geforderte Todesstrafe wäre das nicht? Was meinst Du überhaupt mit dem "...Recht, .... zu existieren"? Wer gewährt das? Gott? Oder nicht doch auch irgendwas "Menschengemachtes"? Worüber Du Dich seltsamerweise in deutlich abfälligem Ton äußerst. Wer sollte denn Deiner Meinung nach die Jobs von Legislative und Judikative übernehmen, damit es besser läuft als "Menschengemacht"?

Du kannst mir glauben daß ich weiß, wovon Du redest. Es ist ungeheuer schwer - fast würde ich sagen "übermenschlich" - spontan aufkeimende Rache- und Haßgefühle im Zaum zu halten, wenn man mit Bildern grausamster und menschenverachtendster Taten konfrontiert wird. Oder wie ich in etlichen Strafverfahren auch noch bis ins kleinste Detail sezierte, völlig emotionslos konstatierte Fakten des Tathergangs ertragen muß. Diese extreme emotionale Distanz zwischen Strafverfahren und Tatgeschehen erinnert fast schon an die Schizophrenie, die sich in der Verteidigungsrede Eichmanns vor dem Jerusalemer Bezirksgericht äußerte. In der betrachtete er sich als jemanden, der pflichtgemäß Eisenbahntransporte organisiert hat, an deren Ende mehr oder weniger zufällig, auf jeden Fall aber von ihm unbeabsichtigt die Massenvernichtung in Konzentrationslagern stand.

Aber genau in dieser schwierigen Trennung besteht eben der "zivilisatorische Fortschritt", von dem ich bereits eingangs sprach. Ich möchte jedenfalls nicht in einer Gesellschaft leben, in welcher das "Rache"-Moment dominiert.

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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon nautilus am So 3. Dez 2017, 23:11

Crescora hat geschrieben:Mörder verlieren deswegen das Recht, zu leben, weil sie einer anderen Person die Möglichkeit genommen haben, zu leben. Was gibt Mördern das Recht, weiter zu existieren, deren Opfern aber nicht? Damit hebst du den Mörder über seine Opfer.

Man muss die Täter nicht töten, um sie zu bestrafen. Also stimmt es auch nicht, dass man den Opfern im Nachhinein das Recht zu leben absprechen würde.

Crescora hat geschrieben:Und wenn man es genau betrachtet sind "Schuld und Recht" Menschengemachte Begriffe. Ob ein Mörder, Vergewaltiger, etc. z.B. das "Recht" auf eine faire Verhandlung hat, ist das Eine. Ja, ich weiß, wir, und viele andere Länder, leben nun mal in einem Rechtsstaat. Aber das ist Menschengemacht...wie so vieles.

Ja, das sind menschengemachte, nützliche Begriffe. Aber sie bergen die Gefahr, sie naiverweise mit etwas unabhängig existierenden zu verwechseln.
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon bonito am Mo 4. Dez 2017, 10:18

Crescora hat geschrieben:Mörder verlieren deswegen das Recht, zu leben, weil sie einer anderen Person die Möglichkeit genommen haben, zu leben.

Gilt das auch für "Mörder", die durch ihr Konsumverhalten z.B. Menschen (indirekt) töten?
Unter den vielen Lügenmächten, die in der Welt wirksam sind, ist die Theologie eine der ersten.
(Mahatma Gandhi, indischer Politiker und Reformator, 1869-1948)
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Atheos2011 am Mo 4. Dez 2017, 16:07

Crescora hat geschrieben:Mein Standpunkt ist, dass ein Mensch, der jemand anderem unrechtmäßig* das Leben genommen, oder zerstört* hat, kein weiteres Anrecht hat, selbst weiter zu existieren, noch seine Gene im Genpool weiter zu tragen.

...
Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass jemand, wie dieser U-Bahn-Treter, der die Frau die Treppe runter getreten hat, etwas derartiges verdient hätte. Und dafür muss er kein Terrorist sein.
Gründe?
Er hat es vorsätzlich und absichtlich getan.
Er handelte höchst Dissozial.
Er hätte den Tod oder andere extrem schlimme Folgen für diese Frau in kauf genommen.
Sprich, er verhielt sich gegen all jene Werte, die eine Gesellschaft ausmachen, und ein solches Individuum dürfte schlichtweg nicht das Recht haben, weiter zu existieren.


Da u.a. in Deutschland jährlich mehr Menschen durch Krankenhauskeime sterben als durch Anschläge, sollte man dann nicht direkt die betreffenden Putzfrauen hinrichten? Da das Problem mit dem Genpool dann noch besteht, sollten wir dann auch direkt ihr Nachkommen hinrichten oder wäre eine Sterilisation ausreichend?
Wenn Frau nicht belästigt werden will geht sie nicht zum Karneval. Man muß schon unterscheiden ob es [...] sogar erwünscht ist sexuell belästigt zu werden oder eben nicht. - "Besorgter Bürger" über den "Sex-Mob"
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Crescora am Mo 4. Dez 2017, 22:13

Also ich diskutiere echt gerne mit euch, aber manchmal macht ihr's einem nicht leicht :mrgreen: (im Sinne von "haltet Ihr mich echt für so stupide?")

bonito hat geschrieben:Gilt das auch für "Mörder", die durch ihr Konsumverhalten z.B. Menschen (indirekt) töten?


Mir liegt nicht daran mit einem Schwert durch ein Gefängnis zu laufen und alle sträflinge abzumetzeln. Als Richter würde ich natürlich auch einzelne Fälle differenzieren, aber diese Fälle sind schwierig. Du meinst mit "Konsumverhalten" alkoholiker und dergleichen, wenn ich mich nicht irre? Ich werde das im Folgenden jetzt einfach mal annehmen:
Das ist jetzt meine Ansicht, die müsst ihr nicht ausdiskutieren (könnt Ihr, wenn Ihr wollt), die wird sich auch nicht mehr ändern (leider?) aber meiner Ansicht nach, ist Abhängigkeit keine Krankheit, da jeder, der Abhängig ist irgendwo aus freien Stücken damit angefangen hat. Demnach ist für mich eine Ausrede wie "ich bin Abhängig/ ich bin krank" null und nichtig. Und ja, ich bin der Meinung, wenn ein Alkoholiker am Steuer schuld ist, dass eine kleine Familie stirbt bei einem Unfall, gehört er auch "hingerichtet". Mag sein, dass er vielleicht nicht ganz "zurechnungsfähig" war, aber er hat sich diesen mist dennoch selbst angetan, und dass er jetzt nicht davon los kommt ist scheiße. Aber in diesem speziellen Fall hätte sein Leichtsinn die Existenz einer Familie gekostet. Meine Meinung ist radikal, gebe ich ehrlich zu und ich verteufle euch natürlich nicht für eure Meinung. Ist vielleicht ganz gut, dass ich kein Staatsoberhaupt bin...

Wenn das jetzt eben an deiner Aussage total vorbei geht, bitte ich um Entschuldigung.

Atheos2011 hat geschrieben:Da u.a. in Deutschland jährlich mehr Menschen durch Krankenhauskeime sterben als durch Anschläge, sollte man dann nicht direkt die betreffenden Putzfrauen hinrichten?

Ihr denkt nicht ernsthaft, ich sei so engstirnig? Also ehrlich, wenn es die böseste Putzfrau der Menschheitsgeschichte wäre und vorsetzlich MRSA-Keime in Krankenhäusern verteilte nur um andere Menschen sterben zu sehen, dann natürlich "Ab mit ihrem Kopf!", denn das wäre Vorsatz, wie im Beispiel mit dem U-Bahn-treter.
Wenn ein Mensch einen Fehler macht, unwissentlich, kann man ihn dafür nicht hinrichten, würde ich nie wollen.
Vorsatz ist das Wort der Stunde.

Atheos2011 hat geschrieben:Da das Problem mit dem Genpool dann noch besteht, sollten wir dann auch direkt ihr Nachkommen hinrichten oder wäre eine Sterilisation ausreichend?

Das könnte eine Provokation deinerseits sein, oder der Versuch, meinen Standpunkt ins lächerliche zu ziehen, vielleicht aber auch nicht. Aber ja, Sterilisation würde ich durchaus in Betracht ziehen. Wenn zumindest eine Chance besteht, dass derlei Verhalten weitervererbt wird, muss dass in Betracht gezogen werden.
Ihr seht, meine Ansichten sind nicht immer so ganz Menschenrechts-Konform...

edit.: eine Sterilisation ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn betroffene Person noch keinen Nachwuchs hat. Ich würde jetzt auch nicht einfach so die Nachkommen sterilisieren lassen. Ganz so herzlos bin ich dann doch nicht.
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Bachianer am Di 5. Dez 2017, 02:31

Crescora hat geschrieben: Mag sein, dass er vielleicht nicht ganz "zurechnungsfähig" war,

:mrgreen: Wenn jemand nicht ganz zurechnungsfähig war, dann war er nicht ganz zurechnungsfähig... :wink:
Crescora hat geschrieben:Wenn ein Mensch einen Fehler macht, unwissentlich, kann man ihn dafür nicht hinrichten, würde ich nie wollen.
Vorsatz ist das Wort der Stunde.

Währest Du denn nach Deinen oben gemachten Kriterien auch bereit die Bundesregierung hinrichten zu lassen?
Crescora hat geschrieben:Ihr seht, meine Ansichten sind nicht immer so ganz Menschenrechts-Konform...

:mrgreen:
Deshalb oben gestellte Frage...
Crescora hat geschrieben:Ganz so herzlos bin ich dann doch nicht.

Harte Schale weicher Kern...

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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon bonito am Di 5. Dez 2017, 08:07

Crescora hat geschrieben:
bonito hat geschrieben:Gilt das auch für "Mörder", die durch ihr Konsumverhalten z.B. Menschen (indirekt) töten?


Mir liegt nicht daran mit einem Schwert durch ein Gefängnis zu laufen und alle sträflinge abzumetzeln. Als Richter würde ich natürlich auch einzelne Fälle differenzieren, aber diese Fälle sind schwierig. Du meinst mit "Konsumverhalten" alkoholiker und dergleichen, wenn ich mich nicht irre?


Nein! Ich dachte eher an Handybesitzer und dergleichen.
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon bonito am Di 5. Dez 2017, 08:09

Crescora hat geschrieben:Wenn ein Mensch einen Fehler macht, unwissentlich, kann man ihn dafür nicht hinrichten, würde ich nie wollen.
Vorsatz ist das Wort der Stunde.

Wenn die Putzfrau halt ein paar Dinge nicht macht, um früher fertig zu sein, IST das Vorsatz, oder?
Oder zumindest fahrlässig - denn das Risiko für andere Menschen ist ihr bekannt, aber irgendwie egal.

Ebenso, wenn man Dinge kauft, die Dinge (seltene Erden z.B.) enthalten, die bekannterweise unter menschenunwürdigen Bedingungen aus den Minen geholt werden.
Ein "faires" Produkt wäre den meisten zu teuer .. ergo dasselbe wie oben mindestens fahrlässig. Denn in beiden Fällen wird ein Schaden Dritter billigend zugelassen. (in der Regel wird das Wissen, um die Schäden verdrängt, wie z.B. auch bei Fleischwaren usw.)
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Re: Todesstrafe für Islamisten und andere Terroristen?

Beitragvon Nasobēm am Di 5. Dez 2017, 11:01

Crescora hat geschrieben:Warum ist die Todesstrafe Falsch?

Rein biologisch gibt es keine 'falsch/richtig'. Da wir Menschen aber nicht nur biologische Wesen sind, sondern bei uns auch 'Kultur' eine Rolle spielt (worauf wir uns ja einiges einbilden) können wir uns fragen, was wir auf der Welt 'wollen'.
Ein Ziel könnte z.B. sein Gewalt und Leid zu vermindern. Das gelingt uns zwar nicht besonders gut, aber zumindest gibt es viele Staaten die das in ihren Gesetzen als Vornehmen formuliert haben.

Die Todesstrafe trägt dazu nicht bei - im Gegenteil.
Viele der Gründe warum das so ist sind schon genannt worden. Hier noch mal sortiert:

    - Gewalt und Leid in der Welt wird durch die Todesstrafe nicht verringert sondern sogar noch vermehrt. Auch ein Gewaltverbrecher hat Familie, es muss Henker geben - was richtet das 'zu Tode bringen bei diesen Personen an?

    - die Bibel eignet sich nicht als Basis für egal welche Befürwortung. Das 'Auge um Auge' usw. kann auch zum einen auch anders interpretiert werden - nämlich ein Versuch, die Rache in Zaum zu halten und zu kanalisieren, aber noch stärker - die Bibel bietet für jeden Geschmack etwas. Fängt schon mit dem 'Du sollst nicht toeten' an und geht bis Jesus und seinen Wangen. Und letztlich sind wir inzwischen ein paar tausend Jahre weiter.

    - einen Täter nicht zu toeten heißt nicht, die Opfer zu respektieren. Wer das behauptet argumentiert unlauter.

    - nach allen Untersuchungen wirkt die Todesstrafe nicht abschreckend. Wie kann es sonst in den USA so viel mehr Morde geben als z.B. in Deutschland.

    - eine 'Humanitäre Todesstrafe' gibt es nicht

    - Dass Gefangene Geld kosten kann kein Argument für die Todesstrafe sein. Es spricht nichts dagegen, dass Gefangene arbeiten und zu den Kosten die sie verursachen beitragen.

    - Die Todesstrafe bringt nicht einen Mörder mehr ins Gefängnis. Das tut eine effiziente Polizei und eine ordentliche Rechtssprechung.

    - Bei der Todesstrafe geht man davon aus, dass auch ein Justizsystem sich irren kann. Das kommt immer wieder vor. "Ups, Ihr Mann war gar kein Mörder, sorry, aber kann ja mal passieren"

    - Die Todesstrafe ist willkürlich. Das sieht man sehr gut in den USA. Dort werden vor allem Afroamerikaner zum Tode verurteilt. Weiße, besonders die mit Geld, können sich gute Anwälte leisten und werden nachweislich weniger häufig zum Tode verurteilt.

    - die Todesstrafe verhindert jegliche Möglichkeit der Auseinandersetzung der Hinterbliebenen des Opfers mit dem Täter. Etliche Studien zeigen, dass eine kontrollierte Konfrontation der Täter mit den Co-Opfern beiden Seiten etwas bringen kann.
..seine Gene im Genpool weiter zu tragen.

das ist ein biologistisches Argument. Willst du damit behaupten, 'Mörder' ist eine angeborene Eigenschaft? Wie steht's mit den Kindern die ein Mörder schon hat, richtet man die auch gleich hin?
Das ist zwar ein äußerst kalter Standpunkt, aber doch sinnvoll.

sinnvoll ist an dem Standpunkt nichts, nur schlecht durchdacht.
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