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Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Diskussionen zum Atheismus, Christentum, Islam usw.

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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon idefix2 am Sa 12. Aug 2017, 22:02

ruebennase hat geschrieben:
idefix2 hat geschrieben:Das ist daran erkennbar, dass man das Erleben verändern kann, indem man die neuronale Tätigkeit direkt verändert.

Umgekehrt funktioniert's aber scheinbar auch. Die Art wie wir denken, verändert unser Gehirn. Und nun?

Nein. Die neuronale Tätigkeit verändert die neuronale Struktur.
Die neuronale Tätigkeit entspricht zwar auf der Ebene des Bewusstsein der "Art, wie wir denken", aber die Veränderungen der neuronalen Struktur des Gehirns gehen ganz offensichtlich direkt auf die neuronale Tätigkeit zurück - häufig genutzte Verbindungen zwischen Neuronen werden verstärkt, weniger oder nicht genutzte bilden sich zurück, etc..

ruebennase hat geschrieben:Das ist übrigens ein Ausdruck meines freien Willens

Bildest du dir ein. Aber so viel Unfug verbreitet einer doch nicht freiwillig.
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon ruebennase am Sa 12. Aug 2017, 22:12

Oh doch! :wink:

Worin unterscheidet sich deine Argumentation noch von der SilverBulletts? Ich seh da keinen Unterschied mehr. :shock:
(Abgesehen davon, dass du dich verständlicher ausdrückst)
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon manniro am So 13. Aug 2017, 15:13

ruebennase hat geschrieben:Dass du das schon mal kurz nach dem Mittelalter geschrieben hast, macht es ja nicht richtiger. Es spricht im Gegenteil eher dafür, dass diese Einschätzung längst veraltet und überholt ist. :D


Ach Gottchen...,

nachdem wir dank des guten George in "Smalltalk" nach Jahren des Aneinander-Vorbeiredens (und Schlimmerem) den zarten Schimmer eines hofnungsvollen Neuanfangs erwecken konnten, folgt unter "Atheistisches / Religiöses" gleich wieder das sattsam bekannte Geplänkel. Das muß doch nicht sein. Bei einem Thema, welches die Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit streift, ist "Dumm-stellen" doch nun wirklich nicht das Mittel der Wahl. :wink:

ruebennase hat geschrieben:
manniro hat geschrieben:Der Straßenverkehrsbericht macht "Herbstlaub" oder "Wintereinbrüche" für gestiegene Unfallzahlen "verantwortlich", ....

Was eindeutig falsch ist. Nicht die Wetterbedingungen sind verantwortlich für die gestiegenen Unfallzahlen, sondern das nicht angepasste Fahrverhalten, das wiederum in der Verantwortung des einzelnen Fahrers liegt.


Das ist der Wortlaut entsprechender Nachrichten. Möglicherweise ist Dir ja nicht entgangen, daß ich "verantwortlich" in Anführungszeichen gesetzt habe, was durchaus "vorsätzlich" geschah, um auf die Doppeldeutigkeit der Verwendung des Begriffes hinzuweisen und Dich mit der Nase auf die Diskrepanz in Deiner "Freier Wille-Verantwortung"-Kopplung zu stoßen.

Beides keine wirklich gute Beispiele.


Beides sehr gute Beispiele - in vorgenanntem Sinne.

In deinen beiden genannten Beispielen ist aber weder Absicht noch Vorsatz die Ursache für die Schädigung,...


Stimmt. Dann hast Du ja hoffentlich verstanden, wovon ich rede.

...eher ungenügende Aufmerksamkeit.


...um im nächsten Atemzug also die "ungenügende Aufmerksamkeit" für das Geschehen "verantwortlich" zu machen. Dieses - in Deinem Verständnis - vermeintlich "gute" Beispiel bringt uns in der Klärung der Konstruktion des Verantwortungs-Begriffes also auch nicht wirklich weiter, nicht wahr?

ruebennase hat geschrieben:
manniro hat geschrieben:"Schuld" wird im Nachhinein zur moralischen Legitimation hinzukonstruiert, nach bester schlechter religiöser Tradition. Und dazu braucht man den "freien Willen", bzw. in juristischer Diktion die spekulative Unterstellung, der Täter habe auch anders handeln können, wenn er denn nur "gewollt" hätte.


Ja, darauf beruht unsere Rechtsprechung. Warum wohl? Was soll das mit religiöser Tradition zu tun haben?


Da muß ich leider etwas weiter ausholen, kann durch glückliche Fügung so aber gleichzeitig Dein Unverständnis bezüglich des von idefix2 angesprochenen "Schuld"-Aspektes beheben.

"Schuld" ist der zentrale Begriff der christlichen Religion, das ganze religiöse Brimbamborium dreht sich ausschließlich um "Vergebung der Schuld". Dafür wurde "der Allmächtige" nach fester christlicher Überzeugung sogar zum Kindesmörder. (BTW: Warum besagter "Allmächtiger" dazu seinen "eingeborenen" Sohn meucheln muß und die "Schuld" nicht "einfach so" vergeben kann, oder von Anfang an sein Geschöpf nicht fehlerfreier konstruiert hat, ist Gegenstand anderer, ebenso ermüdender Diskussionen mit "Gläubigen" - Kismet).

Unser Rechtssystem erbt diese Sichtweise dadurch, daß es sich als "Schuld"-Strafrecht definiert. Was bedeutet, daß der Täter nach dem Grad seiner individuell zurechenbaren "Schuld" sanktioniert wird - die wiederum auf der Unterstellung einer unterstellten frei-willentlichen Entscheidung basiert. Das mögliche Strafmaß wird nur in dem Grade gemildert, in dem diese hypothetische Entscheidungsfreiheit als durch Krankheit oder andere Faktoren beeinträchtigt angesehen wird.

Wobei die Menge gerichtlich berücksichtigter "Beeinträchtigungen" dieser vermuteten Entscheidungsfreiheit permanent wächst - durch wissenschaftliche Forschung. Besonders von der Gen-Forschung dürfte hier in näherer Zukunft Einiges zu erwarten sein, vor nicht allzu langer Zeit hatte man sich bereits auf die Suche nach dem "Kriminalitäts-Gen" gemacht - meines Wissens bisher allerdings ohne Erfolg. :lol:

Meine These ist, daß sich spätestens in 20 Jahren der klassische Schuldbegriff in Luft aufgelöst haben wird - oder sachlicher formuliert, aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht mehr haltbar sein wird.

Aber auch heute schon finden sogar abenteuerlichste psychologische Thesen Eingang in Urteilsbegründungen. In einem Strafverfahren wegen Totschlags an dem ich beteiligt war, wurde bereits vor ca. 20 Jahren wegen eines möglichen homosexuellen Hintergrunds dem Täter "Schamwut" strafmildernd zuerkannt. Aber vielleicht war mir das Gefühl der "Schamwut" ja auch nur aufgrund meiner speziellen Biographie bis dahin völlig unbekannt. :lol:

Aus nachvollziehbaren Gründen vermeidet die Rechtsdogmatik selbstverständlich jede Diskussion um den "freien Willen" wie der Teufel das Weihwasser. Obwohl er an allen Ecken unterschwellig in die Rechtsprechung einfließt. Daraus erwachsende Logikprobleme werden traditionell mit abenteuerlichsten Begriffskonstruktionen umschifft, beispielsweise "Vorwerfbarkeit". Die Nachfrage, worauf "Vorwerfbarkeit" sich denn gründen soll, wenn nicht auf willentlich vorgenommene, bzw. unterlassene Handlungen, wird mit dem gerichtsüblichen Textbaustein: "...diese Frage kann hier unberücksichtigt bleiben" beschieden.

Tut mir leid, daß diese Ausführungen etwas länger geraten sind, ich mußte aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen mit dieser Materie wie gesagt etwas weiter ausholen. Aber vielleicht konnt ich ja einige Wissenslücken schließen. :wink:

Das Prinzip der Verantwortung (beruhend auf dem Prinzip des freien Willens) ist also nicht ehrlich und realistisch? Warum nicht? Das behauptest du bisher nur, mehr nicht.


Kein Problem. Zeige mir den "freien Willen" in der Realität und ich revidiere meine Auffassung. Dieses Angebot gilt auch für "Gott", "Teufel", "Heiliger Geist" und ähnliches.

Was am Verantwortungsprinzip und dem freien Willen metaphysisch und selbstwidersprüchlich sein soll, habe ich immer noch nicht verstanden.


Wieso "und"? Am Verantwortungsprinzip ist gar nichts "metaphysisch und selbstwidersprüchlich". Das trifft nur auf das Konzept des "freien Willens" zu, aber diese Diskussion müssen wir nun wirklich nicht zum x-ten mal erneut führen. Nur braucht "Verantwortung" die Voraussetzung "freier Wille" nicht. Sie ist, wie ich eingangs bereits schrieb, nur "...ein Regulativ sozialer Interaktion"und wird "...konstruiert, zugeschrieben oder übernommen". Der jeweils schädigende Effekt muß nur lokalisierbar, nicht aber als schuldhaft verursacht vorwerfbar sein.

ruebennase hat geschrieben:
manniro hat geschrieben:In der Untersuchungskommision zur Klärung der "Verantwortung" an der Shuttle-Katastrophe von 1986 unter der Beteilgung von Richard P. Feynman ging es um die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit mit einem derartigen Ereignis zu rechnen gewesen wäre. Einem Ereignis, welches sich bis dahin noch nie ereignet hatte. Ist da irgendeine "Schuld" im Spiel?

Das kann ich nicht beurteilen, dazu habe ich zu wenig Ahnung von den zugrundeliegenden Vorgängen. Möglicherweise gibt es da keinen Schuldigen, aber sicher einige Verantwortliche.
(fett von mir).

Das könnte eigentlich bedeuten, daß Du meine Argumentation verstanden hast. Warum zweifle ich aber trotzdem daran? "Freier Wille"...?

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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon ruebennase am So 13. Aug 2017, 16:43

manniro hat geschrieben:Ach Gottchen...,

nachdem wir dank des guten George in "Smalltalk" nach Jahren des Aneinander-Vorbeiredens (und Schlimmerem) den zarten Schimmer eines hofnungsvollen Neuanfangs erwecken konnten, folgt unter "Atheistisches / Religiöses" gleich wieder das sattsam bekannte Geplänkel. Das muß doch nicht sein. Bei einem Thema, welches die Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit streift, ist "Dumm-stellen" doch nun wirklich nicht das Mittel der Wahl. :wink:

Ach Gottchen, ich dachte, du verstehst Spaß. Und jetzt kommst du gleich wieder mit "Dumm-stellen". :wink:

manniro hat geschrieben:Möglicherweise ist Dir ja nicht entgangen, daß ich "verantwortlich" in Anführungszeichen gesetzt habe, was durchaus "vorsätzlich" geschah, um auf die Doppeldeutigkeit der Verwendung des Begriffes hinzuweisen und Dich mit der Nase auf die Diskrepanz in Deiner "Freier Wille-Verantwortung"-Kopplung zu stoßen.

Das ist nicht gelungen. Ich sehe die Diskrepanz immer noch nicht.

Ich würde das Ganze gern abkürzen, manniro, weil ich in solchen Diskussionen nicht viel Sinn erkennen kann.

Können wir uns nicht einfach darauf einigen:
Es gibt Menschen, die bezweifeln die Existenz eines "freien Willens", dazu scheinst du auch zu gehören, wenn ich dich bisher richtig verstanden habe.
Und es gibt Menschen, die bezweifeln ihren "freien Willen" nicht. Dazu gehöre ich.

Warum nicht jeden nach seiner Facon glücklich werden lassen?
Die Realität ist wie sie ist, sie richtet sich nicht nach unseren Meinungen.
Wäre das ein für dich akzeptabler Kompromiss? Für mich ist es einer.

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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon nautilus am So 13. Aug 2017, 20:38

Es wurden Offtopic-Beiträge durch einen Moderator aus diesem Thread entfernt.

Die Diskussion zwischen idefix2 und SilverBullet über Bewusstsein wurde nach Philosophie verschoben und befindet sich nun hier: Dualismus und Emergenz

Bitte beachtet, sollte dies mehrfach vorkommen, gibt es eine Verwarnung die zur Sperrung des Accounts führen kann.

Vielen Dank für euer Verständnis.


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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon Föderation am Mo 14. Aug 2017, 07:55

manniro hat geschrieben:Wie ich schon kurz nach dem Mittelalter in einer ähnlichen Diskussion schrieb:

Und für die Sintflut könntest Du vielleicht nachträglich das Stundenschwimmerabzeichen beantragen…

manniro hat geschrieben:"Verantwortung ist ein Regulativ sozialer Interaktion. Sie wird konstruiert, zugeschrieben oder übernommen. Die Kategorien "Freier Wille" und "Schuld" sind dazu nicht erforderlich".

Wobei man nicht vergessen sollte, dass im Recht vom freien Willen und von Schuld durchaus die Rede ist, nicht nur im Strafrecht: Nur ist damit immer etwas anderes gemeint, als in dieser Diskussion. Obwohl es Ausnahmen gibt, wie ich bereits kurz nach dem Altertum erwähnte (hier oder anderswo).
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon Föderation am Mo 14. Aug 2017, 09:31

@ruebennase:
Was meinst Du mit Freiheit, Freiheit wovon?
Nicht, dass Du Zufall mit Freiheit verwechselst.
Zufall als Funktion kann es auch als Produkt eines kausalen Programmablaufs geben.

Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass wir uns als willensfrei erleben.
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon manniro am Mo 14. Aug 2017, 11:09

Föderation hat geschrieben:
manniro hat geschrieben:Wie ich schon kurz nach dem Mittelalter in einer ähnlichen Diskussion schrieb:

Und für die Sintflut könntest Du vielleicht nachträglich das Stundenschwimmerabzeichen beantragen…


Da das so ganz ohne relativierendes Smiley daherkommt, ein Gratistipp: Es ist keine gute Idee, so eine flapsige Bemerkung zum Anlaß zu nehmen, seine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu outen, das sollte man sich für wichtigere Anlässe aufsparen. Daß Du ein ganz toller Hecht bist, weiß doch auch so jeder hier. :wink:

Wobei man nicht vergessen sollte, dass im Recht vom freien Willen und von Schuld durchaus die Rede ist, nicht nur im Strafrecht: Nur ist damit immer etwas anderes gemeint, als in dieser Diskussion.


Nein, sollte "man" auf keinen Fall vergessen.

Was ist denn damit gemeint? Läßt Du uns an Deiner Weisheit teilhaben? Ähh, Verzeihung, an Deinem Neuronenspiel?

Obwohl es Ausnahmen gibt, wie ich bereits kurz nach dem Altertum erwähnte (hier oder anderswo).


:lol: :lol: Nein, wie lustig, Du bist also nicht nur tootal schlau.. Also, laß hören.

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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon ruebennase am Mo 14. Aug 2017, 11:21

Föderation hat geschrieben:@ruebennase:
Was meinst Du mit Freiheit, Freiheit wovon?

Es tut mir leid, wenn ich jetzt schon wieder mit kryptischem Geschwafel unangenehm auffallen muss, aber anders kann ich es nicht sagen. :wink:
Wirkliche Freiheit bedeutet: frei sein von ALLEM, auch von SICH SELBST, denn unser Ego ist unsere größte Last, das Gefängnis, aus dem wir am schwersten herauskommen.

Föderation hat geschrieben:Nicht, dass Du Zufall mit Freiheit verwechselst.

Es gibt keinen Zufall, jedenfalls nicht im Sinne von "sinnloses Ereignis". Nur im Sinne von "nicht vorhersehbar".

Föderation hat geschrieben:Zufall als Funktion kann es auch als Produkt eines kausalen Programmablaufs geben.

Es gibt zwar eine Kausalkette, das Prinzip von Ursache und Wirkung, aber keinen festgelegten Programmablauf. Wir beeinflussen das Weltgeschehen in jedem Moment nicht nur durch das, was wir tun, sondern auch durch das, was wir denken. Wobei das Letztere viel wichtiger ist, denn aus dem heraus, was wir denken, handeln wir.
Ich vermute, dass auch Rowan das gemeint hat, wenn er immer wieder betont: "Wir ernten, was wir säen."
Uns ist nur nicht so recht bewusst, dass wir auch mit unserem Denken "säen".

Föderation hat geschrieben:Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass wir uns als willensfrei erleben.

Und ist es nicht das, worauf es ankommt? Dass wir uns als willensfrei erleben? Wozu diese Diskussionen, ob es freien Willen gibt oder nicht? Alles theoretisches Geschwafel.
Am Ende erlebt sich jeder als willensfrei. Wenn nicht, dann wächst damit seine Chance, in der Klapse zu enden, enorm.

Sorry for Schwafeling :mrgreen:
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon manniro am Mo 14. Aug 2017, 11:48

ruebennase hat geschrieben:Am Ende erlebt sich jeder als willensfrei.


Wohl nicht, denn das wäre nur möglich, wenn man irgendwann die Wahl gehabt hätte der zu werden, der man ist. Hat man aber nicht, weder in Bezug auf die genetische Ausstattung, noch in Bezug auf das Milieu, in das man hineingeboren wurde - und daß diese Komponenten Merkmale, Eigenarten und letztlich Verhaltensweisen eines Individuums bestimmen, dürfte wohl kaum Einer bestreiten. Andernfalls wäre Verhalten überhaupt nicht erklärbar.

Dieses kleine Manko schleppen übrigens auch Deine geliebten Entscheidungen des "freien Willens" mit sich herum. Gäbe es sie, könnte keiner sie nachvollziehen, weil sie nicht begründbar wären. Denn wären sie es, wären sie nicht "frei". Weil handeln aus Gründen nicht beliebig ist, denn niemand kann sich den subjektiv als "besser" empfundenen Gründen entziehen - wie ich bereits kurz nach dem Mittelalter schrieb (kleines Schmankerl für Föderation :lol: ).

Am Ende erlebt sich jeder als willensfrei. Wenn nicht, dann wächst damit seine Chance, in der Klapse zu enden, enorm.


Leider beweist die Realität das Gegenteil, die "Klapsen" werden von Borderlinern, Zwangsneurotikern und Autoaggressiven bevölkert, nicht von jenen, die sich mit ihrem "So-Sein" abgefunden haben. :wink:

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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon Föderation am Mo 14. Aug 2017, 12:12

Zufall verwende ich hier als Gegensatz zur strengen Kausalbindung, nicht im Sinne von nicht zielgerichtet.

Es gibt zwar eine Kausalkette, das Prinzip von Ursache und Wirkung, aber keinen festgelegten Programmablauf.

Da sind wir uns nicht einig. Die meisten, die hier schreiben, hängen die Willensunfreiheit doch genau an dem Prinzip von Ursache und Wirkung auf. Wenn das so, wie Du es schreibst, für Freiheit wichtig sein sol, dann müsste die Abweichung von der Kausalität, also ontologischer „echter“ Zufall der Grund für die Willensfreiheit sein: Sonst wäre der Programmablauf immer festgelegt.

Und ist es nicht das, worauf es ankommt? Dass wir uns als willensfrei erleben? Wozu diese Diskussionen, ob es freien Willen gibt oder nicht? Alles theoretisches Geschwafel.
Am Ende erlebt sich jeder als willensfrei. Wenn nicht, dann wächst damit seine Chance, in der Klapse zu enden, enorm.

Da sind wir uns fast einig. So ganz theoretisch ist es nicht, denn es hängt schon ein Menschenbild, das Schuldverständnis und eine Menge Psychologie dahinter.

@manniro:
manniro hat geschrieben:Es ist keine gute Idee, so eine flapsige Bemerkung zum Anlaß zu nehmen, seine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu outen, das sollte man sich für wichtigere Anlässe aufsparen. Daß Du ein ganz toller Hecht bist, weiß doch auch so jeder hier. :wink:

Schlecht gefrühstückt, oder wie? Auf solchen Über- Unterordnungskram habe ich überhaupt keine Lust. Ich schlage vor, Du suchst Dir irgendwie einen Boxring oder dergleichen, aber ein Forum ist denkbar ungeeignet.
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon Föderation am Mo 14. Aug 2017, 12:16

ruebennase hat geschrieben:Am Ende erlebt sich jeder als willensfrei.

@manniro:
Es ist wirklich sensationell, dass Du es schaffst, einen ganzen Beitrag an einem einfachen Satz von ruebennase einfach komplett vorbei zu schreiben. Thema verfehlt.
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon idefix2 am Mo 14. Aug 2017, 12:31

Echte Willensfreiheit setzt Dualismus voraus.

Wenn man davon ausgeht, dass der Wille durch die Aktivität des neuronalen Netzes im Gehirn gebildet wird, ist Willensfreiheit Nonsens.

Ein Wassertropfen ist auch im freien Fall nicht frei - der freie Fall ist vielmehr das exakte Gegenteil von Freiheit, auch wenn die Bezeichnung so etwas suggerieren würde.

Föderation hat geschrieben:
ruebennase hat geschrieben:Am Ende erlebt sich jeder als willensfrei.

@manniro:
Es ist wirklich sensationell, dass Du es schaffst, einen ganzen Beitrag an einem einfachen Satz von ruebennase einfach komplett vorbei zu schreiben. Thema verfehlt.

Es ist eher so, dass du, wie schon des öfteren zuvor, nichts verstanden hast.
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon ruebennase am Mo 14. Aug 2017, 13:51

idefix2 hat geschrieben:Echte Willensfreiheit setzt Dualismus voraus.

Eure ganzen Diskussionen hier setzen Dualismus voraus, denn sie funktionieren nur, wenn man davon ausgeht, es gäbe "falsch" und "richtig".

idefix2 hat geschrieben:Wenn man davon ausgeht, dass der Wille durch die Aktivität des neuronalen Netzes im Gehirn gebildet wird, ist Willensfreiheit Nonsens.

Wenn man davon ausgeht, ja. Bloß, was ist der Mensch dann anderes als ein Roboter, der glaubt, er könne sich durch das Programm begreifen, dass ihn steuert?

idefix2 hat geschrieben:Ein Wassertropfen ist auch im freien Fall nicht frei - der freie Fall ist vielmehr das exakte Gegenteil von Freiheit, auch wenn die Bezeichnung so etwas suggerieren würde.

Nun ist der Mensch allerdings kein Wassertropfen, sondern ein Lebewesen mit Bewusstsein. Und dieses Bewusstsein ist so frei, wie wir es als frei erkennen.

idefix2 hat geschrieben:Es ist eher so, dass du, wie schon des öfteren zuvor, nichts verstanden hast.

Oder du genauso wenig wie manniro :wink:
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Re: Freier Wille – undenkbar, auch für Gott

Beitragvon manniro am Mo 14. Aug 2017, 14:00

Föderation hat geschrieben:
ruebennase hat geschrieben:Am Ende erlebt sich jeder als willensfrei.

@manniro:
Es ist wirklich sensationell, dass Du es schaffst, einen ganzen Beitrag an einem einfachen Satz von ruebennase einfach komplett vorbei zu schreiben. Thema verfehlt.


Aber natürlich lange nicht so sensationell wie Deine Fähigkeit, Dich mit einer ebenso überflüssigen wie sinnfreien Bemerkung an der Beantwortung einer ganz konkreten Frage vorbeizudrücken.

Also nochmal:

manniro hat geschrieben:
Föderation hat geschrieben:Wobei man nicht vergessen sollte, dass im Recht vom freien Willen und von Schuld durchaus die Rede ist, nicht nur im Strafrecht: Nur ist damit immer etwas anderes gemeint, als in dieser Diskussion.


Nein, sollte "man" auf keinen Fall vergessen.

Was ist denn damit gemeint? Läßt Du uns an Deiner Weisheit teilhaben? Ähh, Verzeihung, an Deinem Neuronenspiel?


Wie Du siehst enthebe ich Dich sogar trotz möglicherweise schlechtem Frühstück der Mühe, Dich dummstellen zu müssen. Also, kommt was?

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