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Drogen

Habt ihr Gedanken, die mit anderen geteilt werden müssen?

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Drogen

Beitragvon Nergal am Mo 14. Aug 2017, 11:35

Eiegntlich denke ich das Jeder mit seinem Körper machen sollet was Er/Sie für richtig hält. Also sich Drachen auf die Brust tätovieren, Nase durchstechen oder Drogen nehmen, aber der Letzte Teil ist ein wenig problematisch.

Selbst von Cannabis kann man Psychosen bekommen und dann muß die Kasse aufkommen. Was wäre eine gerchte Lösung?
Sollte man es so regeln dass ALLE Drogen legal sind und dann eine entsprechende Steuer draufgeknallt wird um die Finanzierung von Entzug und Medikamenten sicher zustellen, oder sollte man nur wenige Drogen legalisieren?

Aber eigentlich sind wir in solchen Bereichen ein wenig lasch, denn Tabak und Alkohol töten mehr Menschen als Mariuhana je könnte, selbst wenn es legal wäre.


Und gibt es ein Recht auf Rausch?

Was denkt ihr?
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Re: Drogen

Beitragvon Nasobēm am Mo 14. Aug 2017, 14:12

Nergal hat geschrieben:... ALLE Drogen legal...Steuer draufgeknallt ...


Mit "Recht auf Rausch" hat das imo nichts zu tun. Eine Legalisierung von Drogen und die kontrollierte Abgabe davon würde sehr viele Probleme lösen. In den Herstellerländern wäre es dann eine legale Einnahmequelle und der Drogenmafia würde der Boden entzogen, dito Transport. Beschaffungskriminalität gäbe es nicht mehr. Die Qualität der Drogen wäre gewährleistet, damit gäbe es Nebenerkrankungen z.B. von infizierten Spritzen nicht mehr. Viele Drogen sind wesentlich billiger herzustellen, als der jetzige Straßenpreis es vermuten lässt. Abhängige würde nicht mehr in die Illegalität gedrängt. Viele könnte wahrscheinlich ein rel. normales Leben führen und wären evt. sogar motivierter auszusteigen. Sogar bei geringer Steuer wären legalisierte Drogen Kostensparend - Polizei, Sozialdienste und Gesundheitssystem könnten sich auf Prävention konzentrieren.

Man bräuchte Drogen ja nicht im Supermarkt anbieten, sondern vielleicht in dafür eingerichteten Läden, evt. wären auch Apotheken geeignet.
Ich sehe auf jeden Fall nur Vorteile und frage mich immer wieder was wohl der Grund für die Phobie (bei gleichzeitiger Alkohol- und Tabaktoleranz) ist. Zumal Cannabis noch Anfang des 20.Jahrh. als "Knaster" geraucht wurde - hat sich niemand was bei gedacht. Psilocybinhaltige Pilze oder andere Rauschmittel wie Cocabätter sind in vielen Ländern legal.
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Re: Drogen

Beitragvon idefix2 am Mo 14. Aug 2017, 14:37

Weitgehend einverstanden.

Ein kleines bißchen hat es aber doch auch mit "Recht auf Rausch" zu tun. In einer liberalen Gesellschaft sollte keinem etwas ohne sehr guten Grund verboten werden, und insbesondere das Argument, Leute vor sich selbst schützen zu wollen, sollte bei Erwachsenen Menschen unter keinen Umständen gelten. Mit sich selbst sollte jeder machen dürfen, was er will, solange es nicht ein stichhaltiges Argument dafür gibt, ihn temporär als unzurechnungsfähig einzustufen.
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Re: Drogen

Beitragvon Nergal am Mo 14. Aug 2017, 15:41

Was noch interessant ist:
Was kann man von den Beispielen Niederlande und Spanien lernen?

Wird Geld eingespart oder gibt es hohe Kosten im Gesundheitsbereich, vergleichbar mit Behandlungskosten für Lungenkrebs, Trinkerleber, Raucherbein usw. ?

Die Zahl der Drogennutzer soll ja angeblich nicht wesentlich steigen.
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Re: Drogen

Beitragvon Nasobēm am Mo 14. Aug 2017, 17:14

keine Ahnung wie die Lage in Spanien aussieht, von den Niederlanden kann man nur begrenzt was lernen.
Meine letzte Info ist, dass der Konsum unwesentlich anders ist als der in anderen Ländern.
Allerdings ist im Prinzip nur der Gebrauch erlaubt. Die Produktion und Einfuhr nur von Firmen die medizinale Produkte herstellen. Jeder 'Coffee-shop'-Besitzer steht also immer mit einem Bein im Knast, denn Coffee-shops sind nur geduldet. Wo das Zeug her kommt ist nicht geregelt, professionelle Pflanzungen werden immer mal wieder gefunden und dann auch vernichtet. Züchter werden strafrechtlich verfolgt. Finde ich alles ziemlich hypokrit.

Alles was geraucht wird liegt mit der Lungenkrebslage nicht wesentlich unter Nikotin, da nun mal bei der Verbrennung Teer entsteht.
Ansonsten wird auf die Art und Weise der Handhabung kein Geld eingespart, da andere Drogen nicht legal sind und es keine Kontrolle von Reinheit und Gebrauch bestehen.

Der Drogenkonsum allgemein steigt an - Europaweit, besonders der von synthetischen Drogen, aber auch der von Cannabis - völlig wurscht ob was verboten ist oder nicht. Die Herstellung und der Handel sind inzwischen professionalisiert und viele Konsumenten bestellen per Internet. Gerade hier zeigt sich, dass ein Verbot nichts bringt.

Wobei dir schon klar ist Nergal, dass es keine 'gesunden' Drogen gibt?
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Re: Drogen

Beitragvon Nergal am Di 15. Aug 2017, 02:15

Das weiß ich, es gibt nur einen gesunden Umgang damit. Aber eigentlich ist viel was wir uns in den Körper kippen eine Droge oder problematisch.
Kaffee, Zucker, und viel Zeug das von der Tütensuppe bis zum Babybrei überall drinnen ist.

Was das Rauchen angeht so denke ich ist der Jointraucher ja damit nicht so oft unterwegs wie der 08/15 Tabakraucher der 40+ Zigaretten am Tag inhaliert.

Was wir uns fragen müßen, zumindest ist das meine Meinung, ist was wichtiger ist und wessne Recht überwiegt.
Geht es um Steuergelder, Gesundheit, oder Selbstbestimmung über den eigenen Körper.
Was aber auch wichtig ist, ist dass solche Stoffe natürlich süchtig machen und das Verlangen danach nicht etwas ist das der Nutzer mit Hirn minus Sucht tun würde.

Schwierig das Ganze.
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Re: Drogen

Beitragvon uwe hauptschueler am Di 15. Aug 2017, 07:53

Nergal hat geschrieben:Kaffee, Zucker, und viel Zeug das von der Tütensuppe
bis zum Babybrei überall drinnen ist.

Tütensuppen sind zwar auch ziemlich trocken, aber sie mit Drogen zu vergleichen halte ich für gewagt.
Geht es um Steuergelder, Gesundheit, oder
Selbstbestimmung über den eigenen Körper.

Möglicherweise geht es auch um die Funktionsfähigkeit eines Gemeinwesens.
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Re: Drogen

Beitragvon Föderation am Di 15. Aug 2017, 08:20

Die ganze Geschichte mit „Drogen“, zu denen auch Nikotin, Alkohol, Kaffee, Schmerzmittel neben den „harten“ Drogen gehören liegt doch da, dass die Menschen entweder über die Folgen des Konsums vorher nicht richtig Bescheid wissen oder sich in der Wirkung verschätzen bzw. hinsichtlich ihrer persönlichen Selbstdisziplin.

Grundsätzlich kann jeder tun und lassen, was er will: Ist ja schon richtig und das ist der Kern der Freiheit.
Die Freiheit tritt aber meist in Konflickt mit den Menschenrechten anderer: Die Anzahl der Körperverletzungen kann man z. B. auf die Menge des ausgebenen Alkohols umrechnen... Bei den harten Drogen gibt es Beschaffungskriminalität, für die sich aber vermeiden lässt.

Rein fiktiv:
Gesundheitskosten sind ein weiterer Punkt: Was bringt es, wenn über eine Packung Zigaretten die Lungenkrebsbehandlung anteilig bezahlt wird: Naja, soll möglichst gerecht sein. Zielgerichtet ist das allerdings nicht, sondern schleichend. Der Schaden wird unter den Rauchern sozialisiert, die Verantwortung für sich selbst wird sozialisiert. Warum muss Helmut Schmidt die Lungenkrebsbehandlung der Schwachen mitbezahlen?
Eigentlich müsste man sagen: Mangelnde Selbstverantwortung und Selbstdisziplin sollte nicht vom Staat dadurch gefördert werden, dass er ein Rechtssystem der Versicherung zur Verfügung stellt.
Ansich müsste man sagen: Du willst rauchen? Dann beantrage eine Lizenz und hinterleg dafür geldwerte Sicherheiten für Deine Krebsbehandlung, Beinamputation etc.
Eigentlich müsste man sagen: Du willst Heroin? Dann leg die Substitutionskosten und Versorgungskosten für den Rest Deines Lebens auf den Tresen - dann braucht uns das nicht zu interessieren.

Ist irreal und unpraktikabel, ich weiß. Ich will nur, das sich die Denkweise ändert: Verantwortungslosigkeit wird versichert und damit direkt gefördert. Und: Die Drogen stellt die menschliche Gesellschaft ja auch erst einmal in industriellem Maßstab her, so wie es der Einzelne eigentlich gar nicht könnte, d. h. wir füttern die Konsumenten auch dann noch mit dem Zeug, wenn sie selbst die Kontrolle verloren haben. Der softe Umgang, „alles ist frei“ ist möglicherweise auch die Methode des größten Schadens, für das Individuum und die Gesellschaft.
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Re: Drogen

Beitragvon Nasobēm am Di 15. Aug 2017, 17:02

Föderation hat geschrieben:...Eigentlich müsste man sagen: Mangelnde Selbstverantwortung und Selbstdisziplin sollte nicht vom Staat dadurch gefördert werden, dass er ein Rechtssystem der Versicherung zur Verfügung stellt.
...

Schon mal was von Solidaritätsprinzip gehört?
Wo willst du denn anfangen?
Du willst skifahren? Dann leg die Substitutionskosten und Versorgungskosten für den Rest Deines Lebens auf den Tresen - dann braucht uns das nicht zu interessieren.
Du willst keinen Sport treiben? Dann ....
Du bist zu dick? Dann...
Du willst Bergsteigen? Dann...
Autofahren? Dann...

Und da die meisten Unfälle im Haushalt passieren - Du willst kochen, Gardinen aufhängen, ....? Dann...

Verantwortungslosigkeit wird versichert und damit direkt gefördert. ... softe Umgang, „alles ist frei“ ist möglicherweise auch die Methode des größten Schadens, für das Individuum und die Gesellschaft.

Das ist falsch. So einfach ist es nämlich nicht. Drogen frei zu geben hat nichts mit 'softem Umgang' zu tun, sondern wäre rechnerisch - nimmt man wirklich alle Kosten mit - volkswirschaftlich ein Gewinn.
und dann definier doch auch gleich mal 'Verantwortungslosigkeit' - Drogengebrauch ist älter als der Mensch, ebenso Fett anfuttern wenn's was gibt. Damit muss eine Gesellschaft umgehen können. Das fängt bei der Aufklärung an und geht über ermutigen von Bewegung und gesundem Essen - z.B. in der Schule schon.

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Re: Drogen

Beitragvon idefix2 am Di 15. Aug 2017, 17:56

Föderation hat geschrieben:Die Freiheit tritt aber meist in Konflickt mit den Menschenrechten anderer: Die Anzahl der Körperverletzungen kann man z. B. auf die Menge des ausgebenen Alkohols umrechnen...

In Punkto Fremdgefährdung dürfte die erlaubte Droge Alkohol mit einem ordentlichen Abstand an der Spitze liegen.
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Re: Drogen

Beitragvon Nergal am Di 15. Aug 2017, 22:13

@uwe hauptschueler

Der ganze Staz lautet
Was aber auch wichtig ist, ist dass solche Stoffe natürlich süchtig machen und das Verlangen danach nicht etwas ist das der Nutzer mit Hirn minus Sucht tun würde.


Also die bedeutung ist "Hirn minus Sucht", und ich fragte was der Nutzer in dem Fall tun würde.
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Re: Drogen

Beitragvon idefix2 am Di 15. Aug 2017, 22:50

Ist das wirklich eine relevante Frage. Wie er angefangen hat, war er ja noch nicht süchtig. Da hat er eigentlich seine Entscheidung getroffen. Alles weitere ist eigentlich nur mehr die logische Entwicklung.
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Re: Drogen

Beitragvon JAU am Mi 16. Aug 2017, 13:03

Hmmm.

Ich selbst habs ja nicht so mit Drogen. Bei den illegalen hat's ja nicht Mal für was THC-haltiges gereicht weil ich rauchen grundsätzlich ablehne und bislang nicht in die Verlegenheit kam das mir verkochtes angeboten wurde.

Alkoholisches trinke ich, aber sehr selten. Mir fehlt einfach das Bedürfnis.
Und ich kann sehr gut auf die Nachwirkungen eines Rauschs, wenn der Körper mit dem Giften kämpft, verzichten.

Auch medizinische Drogen verwende ich nicht missbräuchlich. Vertrete da die Ansicht das Tabletten nix alltägliches sein sollten (mein Beileid an alle die das aus medizinischen Gründen nicht können).

Von meiner Seite aus könnten wir das Reglement also ruhig straffen. Gerade beim Alkohol sehe ich viel Potential das öffentliche miteinander angenehmer zu gestalten.
Wie wir aber aus der Vergangenheit wissen sind Änderungen des Status Quo immer problematisch. In sofern lehne ich aber die Zulassung von Kanabis (und heftigerem) ab weil ich glaube das wir uns da eher zusätzliche Probleme schaffen.

Auch die medizinische Verwendung verfolge ich mit eher kritischem Blick. Die wissenschaftliche Datenbasis ist ja doch eher dünn, in den meisten Fällen gibt es verfügbare Alternativen und das aktuelle deutsche Reglement macht den Umgang wohl nicht wirklich leichter.

Soweit ich weiß waren frei erhältliche Opiate auch Problematisch, geb aber zu das mein Wissen dazu sehr dünn ist.


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Re: Drogen

Beitragvon manniro am Mi 16. Aug 2017, 13:32

Kurze Frage: Was hat dieses Thema unter "Philosophie" zu suchen?

Zwar kann man unter dem Einfluß diverser Halluzinogene trefflich philosophieren - nach subjektivem Eindruck wohl auch unter Alkohol - aber darum geht's ja hier wohl nicht. :wink:

manniro
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Re: Drogen

Beitragvon Heraklit am Mi 16. Aug 2017, 14:02

Du hast Recht, Manniro. Ich habe den Thread mal nach Freidenker verschoben.
Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kinder vor dem 15. Jahr keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird von ihr was zu hoffen sein.
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