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Naturalistisches Bekenntnisgedicht von Gustav Tschirn

Habt ihr Gedanken, die mit anderen geteilt werden müssen?

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Naturalistisches Bekenntnisgedicht von Gustav Tschirn

Beitragvon humanistisch1 am Mi 26. Jul 2017, 18:33

Ich finde das naturalistisch-freireligiöse Bekenntnisgedicht von Gustav Tschirn echt genial!

Was sagt ihr dazu?

Die Wahrheit bau´n wir auf die Wirklichkeit,
auf der Vernunft und der Natur Gesetze,
die ehern stehn voll Unverbrüchlichkeit,
dass auch kein Gott durch Wunder sie verletze.

Allmächtig, ewig und unendlich,
allgegenwärtig in der kleinsten Spur,
unfassbar hoch und doch so nah verständlich,
das höchste Wesen – ist uns die Natur.

Die unerschaffne Schöpferin der Welten,
aus deren Schoß hervor die Sonnen gehen,
und die aus Sternentrümmern, aus zerschellten,
durch Welten-Nebel webt ein Welten-Auferstehn.

Sie lässt im Kreise auch unsre Erde rollen
und auf der Erde alles Leben blüh´n,
daraus zuletzt, zuhöchst erwachsen sollen
wir selbst, das Menschenherz, des Geistes Glühn.

Entwicklung hat uns empor getragen
tief aus dem Zellen-, Pflanzen-, Tieresstand
zum Aufrechtgehn, zum Sprechen, Denken, Wagen,
zur Kunst- und Arbeitsfähigkeit der Hand.

Natur gab uns die sittlich hohen Triebe
des Einzelnen zu der Gemeinsamkeit,
zu Menschenrecht und -pflicht, zur Nächstenliebe,
dass jeder sich dem Großen Ganzen weiht.

So leben wir mit Hoffen, Lachen, Weinen
und schauen über unsern Tod hinaus
der besser´n Zukunft stetiges Erscheinen
und atmen dafür unser Leben aus.

Im Kampfe singen wir mit Jubeltönen,
was aus des Weltalls Tiefe zu uns spricht:
In uns der Geist des Guten, Wahren, Schönen
führt segnend höherwärts – durch Nacht zum Licht.

(Gustav Tschirn)
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Re: Naturalistisches Bekenntnisgedicht von Gustav Tschirn

Beitragvon Nasobēm am Mi 26. Jul 2017, 20:08

Die Wahrheit

was is'n das?
Vernunft

und wessen 'Vernunft' nimmt man da am besten?
Unverbrüchlichkeit

sehr verdächtig. Natur ist immer 'Fließgleichgewicht' - da ist nix 'unverbrüchlich' - Frag mal die Dinos :?

das höchste Wesen – ist uns die Natur.

also wenn alles Natur ist, bin ich auch Natur, und dann das 'höchste Wesen'? Wozu braucht man das? Ich finde das ziemlich eso

Die unerschaffne Schöpferin der Welten...

sorry, mit so was kann ich nichts anfanngen. Wozu soll das gut sein? Ist imo ja noch nicht mal nette Poesie.

Natur gab uns die sittlich hohen Triebe

was für 'sittlich hohen Triebe' sollen das sein?
Es gibt weder "Menschenrecht" noch "pflicht" zur Nächstenliebe, da werden angeborene mögliche Verhaltensweisen die sich vor allem in Bezug auf die Familie aus Überlebensnotwendigkeit entwickelt haben durch kulturelle Errungenschaften gefördert.
Großen Ganzen

was soll das sein?

Weltalls Tiefe zu uns spricht

ich befürchte, da spricht nicht wirklich was.

Mein Eindruck, hier versucht jemand mit aller Macht irgendwelche 'höheren Wahrheiten' an 'Natur' zu geben. So interessant, spannend, überraschend, .... 'Natur' auch ist, jegliche verallgemeinernde Aussage über 'sie' ist falsch. So wie es auch sonst keine allgemeingültige Wahrheiten gibt. Will man was sinniges sagen muss man immer auch den 'Rahmen' angeben - die Prämissen festlegen.

Und das was allgemeingültig ist, hat keinerlei ethische Ladung oder taugt nur zum Kalenderspruch.
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Re: Naturalistisches Bekenntnisgedicht von Gustav Tschirn

Beitragvon idefix2 am Do 27. Jul 2017, 08:14

Ich kann mit derartiger Monumentallyrik leider auch nichts anfangen.
Im Kampfe singen wir mit Jubeltönen,

Was für ein Kampf? Erinnert mich irgendwie an das "freudige" sich opfern für Blut, Boden und Vaterland... :shock:
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Re: Naturalistisches Bekenntnisgedicht von Gustav Tschirn

Beitragvon Rowan am Sa 29. Jul 2017, 13:52

Ein stimmiges Gedicht. :idea:

Der Verfasser hat sich schon auf einer höheren (lichteren) Bewusstseinsebene befunden und so ist es folgerichtig, dass die "dunkleren Regionen", vom "Licht" getroffen, aufheulen.
Aber auch das "Aufheulen" ist nur eine Momentaufnahme.
-
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