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Emphatie ist schlecht

Habt ihr Gedanken, die mit anderen geteilt werden müssen?

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Re: Emphatie ist schlecht

Beitragvon idefix2 am Di 24. Jan 2017, 18:03

Das einzig Sinnvolle ist meines Erachtens, die Wortmeldungen von Atheos systematisch zu ignorieren. Ich bekomme von ihnen überhaupt nur mit, was andere von ihm zitieren, wenn sie ihm antworten - das ist mehr als genug, und es könnte gerne weniger sein. Wenn sich User immer wieder bemüßigt fühlen, auf den Unsinn einzugehen, werden in der Tat viele Threads kaputt gemacht. :D

Antworten ist völlig fruchtlos. Die Intention hinter den Wortmeldungen ist so durchsichtig und die Darbietung so plump, dass es sich nicht einmal in Hinblick auf gelegentlich vorbeischauende Besucher, die diesen Troll nicht kennen, auszahlt, auf sie einzugehen und sie zu beantworten.
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Re: Emphatie ist schlecht

Beitragvon Atheos2011 am Di 24. Jan 2017, 18:05

Nasobēm hat geschrieben:
Der böse Wolf hat geschrieben:
Atheos2011 hat geschrieben:...dass Kultur und Konfession zwei grundsätzlich verschiedene Dinge sind, schlicht falsch.

Ich muss gestehen, dass ich mit den wesentlichen Inhalten der jüdischen Religion und der jüdischen Kultur nicht hinreichend vertraut bin,...

Ich bin damit aber vertraut und die Behauptung ist dass hier 'Kultur und Konfession grundsätzlich verschieden wären ist 'schlicht richtig'. Es gibt in der jüdischen Gesellschaft genau wie in Gesellschaften mit anderen vorherrschenden Religionen genauso Leute, die ihre Ethik nicht aus ihrer Religion heraus begründen und die reflektiert genug sind evt. erlernte Überzeugungen zu hinterfragen.


Da dürfte ein soynadie dann nun gerne einwerfen, dass es sich da um kulturelle Techniken handelt, die ihren Ursprung in der Religion haben und die nicht einfach über Bord geworfen werden, nur weil man den Glauben an irgendeine Gottheit aufgegeben hat.
Irre ich mich oder sagt nicht ausgerechnet Paul Bloom, dass es eher selten vorkommt, dass Leute ihre Ethik hinterfragen oder gar ändern? Wofür denn dann der ganze Spuk mit den Moralentwicklungstheorien, wenn man nur reflektiert genug sein muss um evt. erlernte Überzeugungen zu hinterfragen?
Und wenn man sie hinterfragt, womit ersetzt man sie?
Vielleicht mit der Ethik des Shinto oder der Maori?
Nein, ist ja nicht unser Kulturkreis.

Nasobēm hat geschrieben:Wenn Leute solche Sätze schreiben:
...warum ich vom jüdischen "Atheisten" Paul Bloom spreche und nicht vom Atheisten Paul Bloom. Das jüdischer Atheismus und Atheismus zwei verschiedene Dinge sind, dass wäre dann ein anderes Thema.
Das Paul Bloom in seiner Jugend von einer jüdischen Weltuntergangs-Sekte "Moral" beigebracht bekommen hat, dass bemerkt man eigentlich nur dann nicht, wenn man es nicht bemerken will.

woher will dieser User wissen, ob seine Eltern nicht vielleicht dagegen argumentiert haben? Welchen Einflüssen außer diesem Rabbiner er sonst noch ausgesetzt war? Was er genau in diesem Buch geschrieben hat? (er hat's ja nicht gelesen)

Diesem User geht es weder um die These die Paul Bloom aufgestellt hat (wobei ich gar nicht weiß, ob sie nun was hat oder nicht, da ich das Buch noch nicht gelesen hab) noch um eine Diskussion um die These auf Basis was man so im Netz findet. Diesem User geht es ausschließlich um seinen kruden und nach Verschwörungstheorie aussehenden Antisemitismus.


Meine Güte, auch noch nach Verschwörungstheorie aussehender Antisemitismus. Hast du dir da gedacht: "Doppelt hält besser" oder ist das die bösere Form von Antisemitismus?

Man kann euch die Thesen Blooms um die Ohren hauen, ihr verleugnet lieber die Existenz einer jüdischen Kultur.

Nasobēm hat geschrieben:Ab seiner ersten Meldung hier reitet er auf dem jüdischen Hintergrund von Bloom rum. Wenn er das dann mit Passagen aus dem Buch untermauern würde, ok, dann könnte man darüber diskutieren, aber da kam nix.

Sagt ein anderer Mensch mit jüdischem Hintergrund was zu Bloom (Widerspruch) dann wird das als "innerjüdischen Debatte" interpretiert.


Rabbi mit jüdischem Hintergrund. Auch nicht schlecht.

Nasobēm hat geschrieben:Die ganze Argumentation dieses Users ist antisemitisch geprägt - begonnen bei der Wortwahl wie 'Freizeitjuden' ...


Zu dieser Verleugnung die Entstehungsgeschichte dieses Wortes:
Der böse Wolf hat geschrieben:Atheos, der einzige wirklich sinnvolle Satz in Deiner Antwort, der nicht von wüsten Unterstellungen, Sinnverdrehungen und Haarspaltereien geprägt ist und auf den es sich zu antworten lohnt, ist dieser:

Atheos2011 hat geschrieben:Der gläubige Wissenschaftler stellt für dich also offensichtlich eine Art Halbjude "Freizeitjude" dar, während der Rabbi für dich ein Volljude "Berufsjude" ist.


Darauf kann ich kurz und einfach antworten: Ja.


Es ist schon seltsam, dass Juden, Philosemiten und Antisemiten gemeinsam haben, dass sie sich anmaßen zu entscheiden wie jüdisch ein Jude ist, wie jüdisch er sein muss und wie jüdisch er sein darf.[/quote]

Das Wort "Freizeitjude" für einen jüdischen Wissenschaftler der religiöse Überzeugungen aus seiner Arbeit halten kann ist von mir, aber auch die geäußerte Ablehnung dazu. Die vom bösen Wolf geäußerte Zustimmung zu diesem Wort ist aber scheinbar kein Antisemitsmus. Seltsam.
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Re: Emphatie ist schlecht

Beitragvon Der böse Wolf am Di 24. Jan 2017, 19:10

Ja, die Verantwortung für den "Freizeitjuden" übernehme ich vorbehaltlos und bestätige Atheos, dass er den Begriff als Beispiel für eine antisemitische Gehässigkeit vorgeschlagen hatte.
So viel Ordnung muss sein. :wink:
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Re: Emphatie ist schlecht

Beitragvon Atheos2011 am Mi 25. Jan 2017, 11:54

Nasobēm hat geschrieben:Da ich für's Buch keine Zeit hab, hab ich mir zumindest mal ein Paper von Bloom raus gesucht:

Trends Cogn Sci. 2017 Jan;21(1):24-31. doi: 10.1016/j.tics.2016.11.004. Epub 2016 Dec 2.
Empathy and Its Discontents.
Bloom P
Abstract
What role does the experience of feeling what you think others are feeling - often known as 'empathy' - have in moral deliberation and moral action? Empathy has many fans and there is abundant evidence that it can motivate prosocial behavior. However, empathy is narrow in its focus, rendering it innumerate and subject to bias. It can motivate cruelty and aggression and lead to burnout and exhaustion. Compassion is distinct from empathy in its neural instantiation and its behavioral consequences and is a better prod to moral action, particularly in the modern world we live in.
....
....
Concluding Remarks
Nobody could argue that we should get rid of empathy. Empathy is an important source of
pleasure;
...Also, empathy plays a role in intimate relationships, although the situation here is more complex than it might
first appear (Box 3).
The concern about empathy is only that it makes us morally worse. Many questions remain about
the relationship between empathy and morality (see Outstanding Questions) but there are reasons
to believe that, when it comes to making the world a better place, we are better off without it.


Bei der gesamten Veröffentlichung konnte ich keinerlei 'jüdische Moral' finden, auch nicht zwischen den Zeilen. Es gab einige Fragen die interessant hätten sein können, aber gegen tumpen Antisemitismus zu Argumentieren wie hier EIN User es dem Rest oktroyiert fehlt mir die Lust.


Dazu:
It can motivate cruelty and aggression ...

Diese Behauptung stammt von Adam Smith und David Hume und Paul Bloom übernimmt diese Behauptung als Fakt.

Diese fragliche Behauptung hat tiefgreifende Auswirkungen auf das soziale Miteinander, die Politik und das Rechtssystem und man kann sie daher nicht einfach unhinterfragt so stehen lassen.

Ein Beispiel: Wenn man gegenüber einem Verbrechensopfer Emphatie zeigt, dann wird man gemäß dieser Theorie nicht rational handeln sondern von seinen Gefühlen geleitet agieren. Der Täter bekommt dann kein gerechtes Urteil sondern wird Opfer von Grausamkeiten und Aggressionen.
Diese Begründung dient schon seit biblischen Zeiten zur Rechtfertigung für nicht-nachvollziehbare Gesetze.
Was aber passiert, wenn ein Richter Emphatie gegenüber dem Täter zeigt (schwere Kindheit etc.) ist allgemein bekannt und man nennt das Kuscheljustiz. Die ist für die Bevölkerung häufig nicht nachvollziehbar und natürlich soll daran Emphatie schuld sein. Aber nur die Emphatie die man gegenüber dem Opfer zeigt und nicht die man gegenüber dem Täter zeigt. Nicht sonderlich rational.

... and lead to burnout and exhaustion

Paul Bloom behauptet, dass Emphatie Burnout und Erschöpfung verursacht und stellt es als erwiesen dar.

HYPOTHESIS ONE: BURNOUT IS AN EMPATHY KILLER
...
Exhausted GPs will be less able to stand in the patient's shoes and listen emphatically, and would prefer to protect themselves by putting the patients at a distance and depersonalising them. Brazeau et al6 observed that the higher the level of medical student's burnout, the lower their clinical empathy. Zenasni et al7 observed the same results with GPs in practice. As emphasised by Truchot,9 when GPs are at a high level of burnout, they tend to withdraw from the relationships with patients. This withdrawal strategy allows the health providers in burnout to restore a sense of psychological balance or protection of their internal resources.

HYPOTHESIS TWO: EMPATHY CREATES BURNOUT

If evidence shows that burnout hampers empathy, the reverse effect of empathy on burnout is less clear. One assumption is that a high level of empathy may cause ‘compassion fatigue’ and then create exhaustion and burnout. According to Nielsen and Tulinius,10 compassion fatigue in general practice refers to ‘being exhausted emotionally’ due to frequent difficult patient encounters, associated with the need for great attention and empathic listening.
...

HYPOTHESIS THREE: EMPATHY PREVENTS BURNOUT

It is suggested that empathy may protect health providers from burnout. Halpern12 considers that empathy would be associated with satisfaction at work for the provider and help them find meaning in their professional activity. She suggests that, instead of a complete detachment strategy, physicians need to ‘practice’ an emotional attunement that is practised with clinical empathy. Being empathic supposes awareness of negative emotions, and requires the physician to practice self-reflection, and to accept negative feedback; these skills are resources against stress and burnout. Therefore, helping health providers to be more empathic will help to protect them from burnout.
...

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3381244/

Weiter im Text:
Compassion is distinct from empathy in its neural instantiation ...

Stammt diese Behauptung nun aus der Hirnforschung oder von einer Person die Gesichtsausdrücke von Kindern analysiert? Kann und wird diese Behauptung irgendwo wissenschaftlich belegt?

... and is a better prod to moral action ...

Das ist die Hauptaussage von Blooms These und die findet sich, nach viel unbewiesenen Behauptung, in einem kleinen Nebensatz. X ist besser als Y ist keine wissenschaftliche Aussage.

... and is a better prod to moral action, particularly in the modern world we live in.

"X ist besser als Y, insbesondere in der modernen Welt in der wir leben" ist noch größerer Bullshit.
Mutmaßungen zur Motivation Blooms spare ich mir an dieser Stelle und sage nur: Herzlich willkommen in der modernen Welt, morgen ist sie sogar noch moderner.

The concern about empathy is only that it makes us morally worse.

Bloom hat also die Sorge, dass uns Emphatie moralisch schlechter macht. Das ist eine Aussage wie sie auch ein Pfarrer, Rabbi oder Moraphilosoph treffen könnte. Bei einem Wissenschaftler sollte man sie daher fragen warum er Behauptungen aufstellt, die er dann teilweise selbst widerlegt.
Mal behauptet er, dass Emphatie im sozialen Nahbereich zweifelsfrei notwendig ist und dann behauptet er wieder, dass es wissenschaftlich bewiesen ist, dass Emphatie im sozialen Nahbereich zur Erschöpfung und Burnout führt.
Diesen Widerspruch kann man nur auflösen, wenn man den genannten sozialen Nahbereich genauer definiert.
Ein Theologe würde da dann eher vom dem sog. "Nächsten" sprechen...

Many questions remain about the relationship between empathy and morality (see Outstanding Questions) but there are reasons to believe that, when it comes to making the world a better place, we are better off without it.


Dieses unrationale "making the world a better place" ist DIE Kernaussage des Judentums und nennt sich Tikun Olam (Weltverbesserung).
Mit etwas Emphatie ist man auch in der Lage die Motivation Blooms, solche Ausflüge in die jüdische Philosophie zu unternehmen, zu erkennen:

Mit Tikun Olam (Weltverbesserung), also der Schaffung einer "moralischeren Welt" soll erreicht werden, dass der Messias auf die Erde kommt. Und nun erinnern wir uns daran, dass sich sowohl Rabbiner wie auch (vorwiegend) jüdische Wissenschaftler mit den "wissenschaftlichen" Thesen von Paul Bloom auseinandersetzen (darunter auch "jüdische Atheisten", die im Bezug ihrer Aussagen zu Israel selbst angeben nicht rational zu argumentieren) und Paul Bloom laut eigenen Aussagen Mitglied einer jüdischen Messias-Sekte war.

Aber mit Religion und jüdischer Moralphilosophie hat das alles nichts zu tun. Da argumentiert nur zufällig ein zufällig jüdischer Wissenschaftler mit Moralphilosophie und lässt sich seine Argumente nur zufällig vorwiegend von zufällig jüdischen Moralphilosophen bestätigen. :lol:

BTW: Mehr hat dieses Paper nicht hergegeben, aber für mich war es schon aussagekräftig genug. Wer Kritik an meinen Behauptungen üben möchte, der darf gerne weitere Texte liefern, um meine Behauptungen zu entkräften oder gar um sie zu wiederlegen, denn unangebrachte Antisemitismusvorwürfe sprechen nicht gerade für einen rationalen Umgang mit religiös-gefärbten wissenschaftlichen Texten. Gerade in einem Atheisten-Forum.
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Re: Emphatie ist schlecht

Beitragvon Nasobēm am Mi 25. Jan 2017, 14:40

Eine Antwort hier nur, damit Leute nicht womöglich denken, dass die, imo antisemitischen Ergüsse von User "Atheos2011" irgendeine Grundlage hätten.

Ein Problem beim Fachdiskurs ist, dass er von Menschen die ihn nicht gelernt haben nicht verstanden wird.
Zum einen gehört dazu, dass Aussagen idR nicht als absolute Wahrheiten gemacht werden, sondern je nach Art der Veröffentlichung entweder als Diskussionsansatz, als 'Rapport und Interpretation' von Daten (also letztlich wieder eine Diskussionsaufforderung) oder als ausführliche Antwort auf eine andere Veröffentlichung (unterstützend oder widerlegend) zu lesen sind.

Zum andern wird erwartet, dass bei einer Kritik die Veröffentlichung zumindest gelesen wurde. Hier wurden schon das versäumt. Alle 'Zitate' kommen aus dem kurzen Abstract und aus den Concluding Remarks. (und - ich hab's kontrolliert - die Veröffentlichung ist mit wenig Mühe ohne Unizugang zu bekommen - die Suchparameter habe ich gegeben)

Und da wird dann lustig drauf los phantasiert. Z.B.
Atheos2011 hat geschrieben:
It can motivate cruelty and aggression ...

Diese Behauptung stammt von Adam Smith und David Hume und Paul Bloom übernimmt diese Behauptung als Fakt.

ähm... nein. Dahinter stehen Ergebnisse aus der Neurotransmitterforschung von Poulin. Wird auch weiter im Text drauf eingegangen und ordentlich zitiert. So ist das halt mit dem Halbwissen, da werden dann schon mal die falschen Schlüsse gezogen. Und zwar hart gezogen: DIESE BEHAUPTUNG STAMMT VON... Kein Nachfragen, kein 'Wie kann er das behaupten'? Kein 'Geht er da im weiteren Text drauf ein...'
(Zur Info: das Abstract ist die kurze Zusammenfassung die einem die Beurteilung erlaubt, ob der Text überhaupt das ist, was der Titel andeutet. Bei der Flut von Veröffentlichungen ist man auf Abstracts angewiesen, argumentiert wird dann im Text)

Dann folgt vom User viel BlaBla mit keinerlei Bezug zu den Thesen von Bloom.

Atheos2011 hat geschrieben:
... and lead to burnout and exhaustion

Paul Bloom behauptet, dass Emphatie Burnout und Erschöpfung verursacht und stellt es als erwiesen dar.

ähm... nein. Er geht dabei von Ergebnissen anderen Wissenschaftlers aus. Hier das gleiche: man sollte einen Text gelesen haben bevor man solche Behauptungen aufstellt.


Atheos2011 hat geschrieben:Weiter im Text:
Compassion is distinct from empathy in its neural instantiation ...

Stammt diese Behauptung nun aus der Hirnforschung oder von einer Person die Gesichtsausdrücke von Kindern analysiert? Kann und wird diese Behauptung irgendwo wissenschaftlich belegt?

:lol: Ja, weiter im Text - den jemand ganz offensichtlich nicht gelesen hat. Denn wer den Text gelesen hat findet alle Zitate die diese 'Behauptung' untermauern.

Alle weiteren Bemerkungen erspare ich mir hier mal. Jemand der ganz offensichtlich so wenig Ahnung von der Herangehensweise an wissenschaftliche Texte hat und auch kein Interesse daran zeigt, dass Phänomene vielleicht auch andere Ursachen haben könnten als seine eigenen zurechtgelegten Überzeugungen mit dem lohnt eine Diskussion nicht.

Und nochmals - ich bin hier weder für noch gegen die Thesen von Bloom - um mir da eine Meinung zu bilden hab ich mich mit dem Thema noch zu wenig beschäftigt. Aber nach allem was ich bisher von ihm gelesen und überflogen hab kann ich keinerlei "religiös-gefärbten" Texte finden. Und nicht nur ich finde die nicht. Ich bin sicher, wenn diese Behauptung stimmen würde, wären Fachkollegen die ersten die das anprangern würden.
Aber Antisemiten werden wahrscheinlich argumentieren, dass die alle von der jüdischen Weltverschwörung gekauft sind :lol:
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Re: Emphatie ist schlecht

Beitragvon Atheos2011 am Do 26. Jan 2017, 11:07

Nasobēm hat geschrieben:Ein Problem beim Fachdiskurs ist, dass er von Menschen die ihn nicht gelernt haben nicht verstanden wird.


Aus welchem hast du dann das Paper hier gepostet?
Es handelt sich hier ja nicht um ein Forum indem sich Fachleute austauschen.

Nasobēm hat geschrieben:Zum einen gehört dazu, dass Aussagen idR nicht als absolute Wahrheiten gemacht werden, sondern je nach Art der Veröffentlichung entweder als Diskussionsansatz, als 'Rapport und Interpretation' von Daten (also letztlich wieder eine Diskussionsaufforderung) oder als ausführliche Antwort auf eine andere Veröffentlichung (unterstützend oder widerlegend) zu lesen sind.


Wenn die gemachten Behauptungen sowohl in Büchern wie auch in Interviews (wir reden hier übrigens nicht von Fachliteratur oder Interviews in Fachzeitschriften) wiederholt und dort als Wahrheiten dargestellt werden, dann richtet sich die Diskussionsaufforderung eindeutig nicht nur an Fachleute.

Wenn allerdings bei einer Kritik an einem Zeitungsinterview darauf verwiesen wird, dann man das Buch gelesen haben muss um Kritik üben zu dürfen, bei einer Kritik an dem Buch behauptet wird, dass andere veröffentlichte Bücher keine Rolle spielen dürfen und bei einer Kritik an Aussagen aus einem Paper darauf verwiesen wird, dass nur Fachleute das Thema verstehen können, dann ist es bewiesen, dass eine Diskussionsaufforderung nicht gegeben ist.

Nasobēm hat geschrieben:Zum andern wird erwartet, dass bei einer Kritik die Veröffentlichung zumindest gelesen wurde. Hier wurden schon das versäumt. Alle 'Zitate' kommen aus dem kurzen Abstract und aus den Concluding Remarks. (und - ich hab's kontrolliert - die Veröffentlichung ist mit wenig Mühe ohne Unizugang zu bekommen - die Suchparameter habe ich gegeben)


Alle Zitate kommen aus dem einfachen Grunde aus dem kurzen Abstract und aus den Concluding Remarks, weil ich als Laie davon ausgegangen bin, dass du als Fachkraft die wesentlich für eine Diskussion notwendigen Aussagen aus dem Paper zitiert hattest.
Es ist bezeichnend, dass nun kritisiert wird, dass ich nicht auf nicht erwähnte Aussagen eingegangen bin. Da ich auf alle von dir zitierten Aussagen explizit eingegangen bin bleibt halt nur noch dieser Vorwurf.
Aufgrund meiner hellseherischen Fähigkeiten hatte ich daher deine Zusammenfassung als Fullqoute meiner Erwiderung vorangestellt.

Nasobēm hat geschrieben:Und da wird dann lustig drauf los phantasiert. Z.B.
Atheos2011 hat geschrieben:
It can motivate cruelty and aggression ...

Diese Behauptung stammt von Adam Smith und David Hume und Paul Bloom übernimmt diese Behauptung als Fakt.

ähm... nein. Dahinter stehen Ergebnisse aus der Neurotransmitterforschung von Poulin. Wird auch weiter im Text drauf eingegangen und ordentlich zitiert.


Die Behauptung stammt aus "Theorie der ethischen Gefühle" (1759) von Adam Smith und wenn man nun die "Ergebnisse aus der Neurotransmitterforschung von Poulin" nun als Bestätigung der Behauptung von Adam Smith interpretieren möchte, dann ändert es nichts an der Richtigkeit meiner Aussage, dass Paul Bloom eine Behauptung von Adam Smith als Fakt ansieht.

Nasobēm hat geschrieben:So ist das halt mit dem Halbwissen, da werden dann schon mal die falschen Schlüsse gezogen. Und zwar hart gezogen: DIESE BEHAUPTUNG STAMMT VON... Kein Nachfragen, kein 'Wie kann er das behaupten'? Kein 'Geht er da im weiteren Text drauf ein...'
(Zur Info: das Abstract ist die kurze Zusammenfassung die einem die Beurteilung erlaubt, ob der Text überhaupt das ist, was der Titel andeutet. Bei der Flut von Veröffentlichungen ist man auf Abstracts angewiesen, argumentiert wird dann im Text)


Siehe oben

Nasobēm hat geschrieben:Dann folgt vom User viel BlaBla mit keinerlei Bezug zu den Thesen von Bloom.

Atheos2011 hat geschrieben:
... and lead to burnout and exhaustion

Paul Bloom behauptet, dass Emphatie Burnout und Erschöpfung verursacht und stellt es als erwiesen dar.

ähm... nein. Er geht dabei von Ergebnissen anderen Wissenschaftlers aus.


Meine Güte, dann "stellt er es halt nicht als erwiesen dar" sondern "geht von den von Ergebnissen eines anderen Wissenschaftlers aus". Das hatte ich übrigens mit meiner Kritik auch gemacht. Wie man's macht, macht man's falsch.

Nasobēm hat geschrieben:Hier das gleiche: man sollte einen Text gelesen haben bevor man solche Behauptungen aufstellt.
Atheos2011 hat geschrieben:Weiter im Text:
Compassion is distinct from empathy in its neural instantiation ...

Stammt diese Behauptung nun aus der Hirnforschung oder von einer Person die Gesichtsausdrücke von Kindern analysiert? Kann und wird diese Behauptung irgendwo wissenschaftlich belegt?

:lol: Ja, weiter im Text - den jemand ganz offensichtlich nicht gelesen hat. Denn wer den Text gelesen hat findet alle Zitate die diese 'Behauptung' untermauern.


Ich hatte doch eindeutig gefragt ob diese Behauptung wissenschaftlich belegt wird und nicht ob man diese 'Behauptung' untermauern kann. Gerade eine Fachkraft sollte solche simple Fragestellungen verstehen können.

Nasobēm hat geschrieben:Alle weiteren Bemerkungen erspare ich mir hier mal. Jemand der ganz offensichtlich so wenig Ahnung von der Herangehensweise an wissenschaftliche Texte hat und auch kein Interesse daran zeigt, dass Phänomene vielleicht auch andere Ursachen haben könnten als seine eigenen zurechtgelegten Überzeugungen mit dem lohnt eine Diskussion nicht.


Wenn ich kein Interesse daran hätte, dass angeblich "zurechtgelegte Überzeugungen" auch andere Ursachen haben könnten, dann würde ich sie nicht in einem Forum zur Diskussion stellen. Daher kann ich diese Kritik nur vollumfänglich zurückgeben.

Nasobēm hat geschrieben:Und nochmals - ich bin hier weder für noch gegen die Thesen von Bloom - um mir da eine Meinung zu bilden hab ich mich mit dem Thema noch zu wenig beschäftigt. Aber nach allem was ich bisher von ihm gelesen und überflogen hab kann ich keinerlei "religiös-gefärbten" Texte finden. Und nicht nur ich finde die nicht.


Die religiösen Einfärbungen haben ich benannt und als Erwiderung kam nur ein Antisemitumusvorwurf. Selbstverständlich werden andere nun auch keine religiösen Einfärbungen finden können/wollen.

Nasobēm hat geschrieben:Ich bin sicher, wenn diese Behauptung stimmen würde, wären Fachkollegen die ersten die das anprangern würden.


Wenn sie es anprangern, dann umgehen sie den Antisemitumusvorwurf indem sie den Umweg über die bei Evangelikalen sehr beliebte Ayn Rand gehen. Die war zwar jüdische Atheistin aber weil Evangelikale dies absichtlich ignorieren, hat dies den Vorteil, dass sie sich auch dementsprechend Antisemitumusvorwürfe sparen.
Am entgegenschlagenden Hass, welcher auf fachlicher Kritik an Paul Blooms Thesen erfolgt, ändert dies nichts.

Nasobēm hat geschrieben:Aber Antisemiten werden wahrscheinlich argumentieren, dass die alle von der jüdischen Weltverschwörung gekauft sind :lol:

Es ist schon bezeichnend, dass du angeblich fehlende Kritik von Fachleuten versuchst damit zu erklären, dass dies irgendetwas mit Antisemitismus zu tun haben könnte. Zur Kritik von Fachleuten siehe obrigen Text.
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