atheisten.org

Diskussionen von Atheisten, Gläubigen, Freidenkern

Zum Inhalt


  • Anzeigen

Neuer Blick auf die Bibel

Habt ihr Gedanken, die mit anderen geteilt werden müssen?

Moderatoren: Heraklit, Super-Moderator, Admins

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon manniro am So 6. Nov 2016, 12:36

soynadie hat geschrieben:Weiß mannitroll das nicht?


Einmal ist sowas vielleicht ja ganz witzig, beim Zweiten schon nicht mehr und ab sofort unterläßt Du gefälligst Deine dreisten Namensverhunzungen. Sonst sehe ich mich genötigt den Mod zu bitten, Dir eine Verwarnung zu erteilen.

manniro
Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.(Lec).
Benutzeravatar
manniro
Foren-Legende
Foren-Legende
 
Beiträge: 12178
Registriert: 04.04.2006

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Sagi_75 am So 6. Nov 2016, 19:34

soynadie hat geschrieben:Man kann also die kulturelle Evolution in Rom oder China oder Germanien nur sehr eingeschränkt mit der in Palästina vergleichen.

Nur weil es andere Kulturen sind, aber den gleichen Evolutionsprinzipien unterliegen, kann man diese nicht vergleichen ?

Oder meintest Du kulturelle Entwicklung ?
Sagi_75
Foren-Anfänger
Foren-Anfänger
 
Beiträge: 135
Registriert: 21.10.2016

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Nasobēm am So 6. Nov 2016, 20:47

soynadie hat geschrieben:....
Ich habe mir nochmal die ersten Seiten des Fadens angeschaut. Du hast das Buch nicht bloß "vorgestellt", ...Du hast ganze Seiten für uns vorab übersetzt, sowas ist keine Sache von 30 Minuten, eher schon von Stunden! ...

:lol: erst mal hab ich nicht "ganze Seiten" übersetzt, sondern ein paar Abschnitte und Stunden hat mich das nicht gekostet, ich sitze hier ja nicht mit einem Wörterbuch und übersetze Wort für Wort. Vielleicht ist dir 'Zweisprachigkeit' ein Begriff? Ich hab beim lesen immer mal was übersetzt, mach meine Notizen oft in deutsch. Tipp den Text mit 10Fingern ab, bzw. mach copy/paste und du weißt wie lang ich ungefähr gebraucht hab.

Und was den Inhalt anbetrifft - ich finde noch immer einige Ansätze von van Schaik interessant, allerdings kann ich all das was du daraus schließt und die Interpretation der Autoren einordnest nicht teilen.

Sicher geht es van Schaik nicht um "... die Vorstellung, dass Religion allgemein und die Bibel im Besonderen eine positive (!) Funktion haben könnte. ..."

Um Religion geht es ihnen nämlich oft nicht, wenn sie Religion schreiben, sondern um Religiosität.
Und hier ist auch gleich einer der Kritikpunkte für mich: die definieren Begriffe nicht sauber und verwenden sie dann auch noch wischiwaschi durcheinander. Dann wird der Versuch gemacht Religion zu definieren und sie nehmen die von Jared Diamond, schieben dann noch eine von Schmid hinterher ...

Was aber immer wieder betont wird ist, dass "...die Funktion sowie der Bereich von Religion im Lauf von tausenden Jahren stark verändert..." ist. Und..."viel zu oft unsere Auffassung von Religion oft von der heutigen entlehnt und dann auf die Vergangenheit projektiert..." wird.

Dann verweisen sie kaum auf die andere Aspekte der Bibel, es kommt aber sehr wohl vor: "...Außerdem war das Überwachungssystem attraktiv für Schamanen und Priester, weil es ihre Macht enorm zunehmen ließ (Boehm). Und ermöglichte es den Eliten soziale Regeln zu etablieren und so ihre Macht zu legitimieren (Berbesque)"

Leider werden von ihnen etliche schlecht unterlegte Ansichten von anderen kritiklos übernommen. Und Sätze wie:
"Weil aber die Quellen über die Entstehungsperiode von Religion dünn gesät sind, können wir die Bibel als das wichtigste Dokument über die Evolution von Religion, vielleicht sogar über Kultur überhaupt, unmöglich links liegen lassen."

Angenehm fand ich einige Relativierungen die in der Einleitung, z.B.:
"… Um Missverständnissen vorzubeugen: wir behaupten nicht, dass die Bibel die direkte Übersetzung der Landbaurevolution ist. Das ist wenig wahrscheinlich, weil beide Vorgänge einige tausend Jahre auseinander liegen. Viel wichtiger ist, dass die Menschheit als Folge dieser Landbaurevolution mit Problemen konfrontiert wurde die extrem lange virulent blieben, manche bis zum heutigen Tag…."

Völlig daneben finde ich Sätze wie:
in der Bibel finden wir die Antworten auf die großen Fragen der Menschheit. Das meinen wir nicht in religiösem Sinn. Die Bibel kann aufzeigen, woher die Angst vor dem Tod kommt, wie wir mit Unheil umgehen und woher unser tiefes Bedürfnis nach Gerechtigkeit kommt…"
Hätten sie geschrieben, dass die 'großen Fragen der Menschheit in der Bibel behandelt werden' - ok, damit hätten sie recht. Aber Antworten finden sich imo in der Bibel nicht. Wenn, dann höchstens Pseudoantworten.

"… Bis jetzt wurden vor allem die Vorteile dieses Kulturschrittes betont [der Sesshaftwerdung]… Aber die enormen Kosten die mit diesem Fortschritt gepaart gingen werden oft kaum verstanden…
… Gewalt wurde ein alltägliches Phänomen, der Mensch wurde kleiner, litt öfter Hunger und starb jünger. Da auch die Domestizierung von Tieren begann konnten Krankheiten von Tieren auf den Menschen übergreifen. … Pest, Pocken, Karies, Masern, Grippe, Cholera…"

Dass bis jetzt nur die Vorteile betont wurden stimmt imo nur eingeschränkt und die Erkenntnis, dass stammt auch nicht von van Schaik. In den letzten Jahren wiesen immer wieder Untersuchungsergebnisse von Knochenfunden in diese Richtung. Aber ok, vielleicht ist das populärwissenschaftlich noch nicht so bekannt.

Schwierig finde ich ihre Behauptung, dass die Entstehung der großen Götter (und ihr Erfolg) als Antwort auf Krankheiten gesehen werden kann. ... Wie soll das aber zu ihrer 'Bibel als Tagebuch der Menschheit' passen? Dann hätten die großen Götter verdammt lang auf sich warten lassen. Denn wie passt das zum Hinweis auf die langsame Entwicklung (der ja richtig und wichtig ist):
"Wichtig ist, dass es in der Zeit – den tausenden Jahren in denen erst ‚Häuptlingstümer‘ (chiefdoms) und später die ersten Staaten wie im Fall von Mesopotamien und Ägypten, … - noch keine selbständigen Bedeutungssysteme, wie Wissenschaft, Medizin, Recht oder Religion existierten. Wir müssen uns an einer ‚Ursuppe‘ der Kultur versuchen. Nur langsam entwickelten sich daraus getrennte Domänen, jede mit eigenen Experten, Diskussionen, Methoden und Institutionen. Aber alle blieben sie tief religiös gefärbt; alles war von einem Glauben an übernatürliche Kräfte durchdrungen...."
Und hier wäre es wichtig, dass sie einen Unterschied zwischen 'religiös' und 'Religion' machen. Und das versäumen sie imo des öfteren und argumentieren schlampig.

soynadie hat geschrieben: ...dass sie immerfort von „kultureller Evolution“ sprechen, ohne genauer auszuführen, was sie damit meinen. Mir ist schon klar, was dahinter steckt, aber dieses Wissen kann man nicht bei allen LeserInnen voraussetzen.


Im Gegenteil hier schaffen sie es einigermaßen ordentlich den Begriff 'kumulative kulturelle Evolution" zu definieren.
"...Stellen (wir) den Mensch in den größeren Rahmen der kulturellen Evolution. Wir sehen ihn als biologisches Wesen, als ein Tier, welches sich von anderen Primaten ....durch sein Vermögen zur kumulativen kulturellen Evolution unterscheidet: der Mensch ist nicht nur in der Lage Erfindungen zu machen und die weiter zu geben; er entwickelt sie auch weiter, kombiniert sie mit anderen Erfindungen und baut sie zu Systemen aus die immer fortschrittlicher werden. Die kulturelle Evolution ermöglicht es dem Mensch sich schnell an neue Lebensräume anzupassen und diese sogar nach den eigenen Bedürfnissen zu verändern..."
Dabei wird deutlich gemacht, dass diese Art der 'Evolution' nichts mit der biologischen zu tun hat da sie nach völlig anderen Regeln abläuft.


"Eine der wichtigsten Einsichten unseres Buches ist, dass wir zwischen der biologischen und kulturellen Seite von Religion einen Unterschied machen müssen"
Ja, gute Einsicht.... und welchen Unterschied genau?


mein Fazit zum Buch:
Netter Gedanke, interessanter Ansatz, zu unpräzise ausgearbeitet. Eignet sich gut als Denkanstoß, mehr aber nicht.

soynadie hat geschrieben: Carel van Schail und Kai Michel haben die Evolutionstheorie auf die Bibel angewandt...

nein, das haben sie ganz sicher nicht. Sie machen recht deutlich, dass es einen Unterschied zwischen biologischer Evolution und kultureller gibt. Sie gehen nur auf die biologische Evolution nicht ein. Auf jeden Fall unterscheiden sie hier genauer als bei Religiosität und Religion
Benutzeravatar
Nasobēm
Foren-Weise
Foren-Weise
 
Beiträge: 4032
Registriert: 29.01.2013

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Sagi_75 am So 6. Nov 2016, 22:28

Aber das Buch ist in Niederländisch verpasst, korrekt ?
Sagi_75
Foren-Anfänger
Foren-Anfänger
 
Beiträge: 135
Registriert: 21.10.2016

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Nasobēm am So 6. Nov 2016, 22:32

?
Benutzeravatar
Nasobēm
Foren-Weise
Foren-Weise
 
Beiträge: 4032
Registriert: 29.01.2013

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Sagi_75 am So 6. Nov 2016, 23:24

Nasobēm hat geschrieben:Ich lese z.Z. ein Niederländisches Buch, das (bis jetzt) noch nicht auf Deutsch oder Englisch (The Good Book of Human Nature; im Mai) erschienen ist. Es heißt "Het oerboek' (Das Urbuch)

:!:
Nasobēm hat geschrieben:Geschrieben hat es Carel van Schaik und Kai Michel
Ersterer ist ein niederländischer Zoologe und Anthropologe Kai Michel ist Historiker? und schreibt u.a. für die Zeit.

:!:
Nasobēm hat geschrieben:Falls Interesse besteht fasse ich ab und an ein Kapitel zusammen.

Ich kann Dir beim Übersetzen helfen.
Sagi_75
Foren-Anfänger
Foren-Anfänger
 
Beiträge: 135
Registriert: 21.10.2016

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Nasobēm am So 6. Nov 2016, 23:54

Das Buch ist inzwischen auf Deutsch erschienen
Benutzeravatar
Nasobēm
Foren-Weise
Foren-Weise
 
Beiträge: 4032
Registriert: 29.01.2013

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon soynadie am Mo 7. Nov 2016, 10:10

Wow. Lange geschwiegen und jetzt so ein Riesenbeitrag! Man könnte meinen, da hat sich was angestaut... Aber ich finds toll, mal was Substanzielles nach all der hohlen mannirorivieridefix-Rumtrollerei.

Nasobēm hat geschrieben:Sicher geht es van Schaik nicht um "... die Vorstellung, dass Religion allgemein und die Bibel im Besonderen eine positive (!) Funktion haben könnte. ..."


Ach nein?
Die Autoren betonen die zivilisatorische Leistung der Tora (S.178). Ist „Zivilisierung“ für dich nicht positiv?
Sie beschreiben im Buch die Bibel etwa 10 Mal als "kulturelles Schutzsystem" (S.158, 169, 179 usw.), … Ist „Schutz“ für dich nichts Positives?
Die Gesamtheit der Regeln in der Thora sei ein "kulturelles Unheilvermeidungsystem" (S.177). Ist es für dich nicht positiv, Unheil zu vermeiden?
„Die Religion, die wir in der Thora finden, ist zu einem Gutteil 'angewandte Medizin'.“ (S.181). Ist das nicht positiv?
Jahwe sei der erste durch und durch „moralische Gott“ (S.298). Ist „Moral“ nichts Positives für dich?
Die Tora – man höre und staune - sei sogar eine "Protowissenschaft zum Schutz der Gesellschaft" (S.205): "Die sich in der Tora manifestierende intellektuelle Religion gehört zur Avantgarde des kulturelles Fortschritts. Die Bibelautoren haben einen Ehrenplatz in der Ruhmeshalle der Wissenschaften verdient." (S.254). - Ist „Wissenschaft“ , und sei es auch nur „Proto-“, denn die reine Form gab es damals ja noch nicht, jetzt nichts Positives mehr für dich??

Man könnte die Grundthese des Buches so zusammenfassen: Die Bibel half den Menschen bei der Bewältigung von Problemen. Mehr „positive Funktion“ geht überhaupt nicht!

Nasobēm hat geschrieben:Um Religion geht es ihnen nämlich oft nicht, wenn sie Religion schreiben, sondern um Religiosität.
Und hier ist auch gleich einer der Kritikpunkte für mich: die definieren Begriffe nicht sauber und verwenden sie dann auch noch wischiwaschi durcheinander.

Sie machen die Unterscheidung schon in der Einleitung, wo sie Religiosität als Teil der ersten Natur bestimmen, als ein mentales Substrat, das sich immer wieder und überall manifestiert. Sie besteht im Wesentlichen aus dem HADD auf der kognitiven Seite und dem Sinn für Gerechtigkeit auf der moralischen Seite. Religion dagegen ist Teil der dritten Natur, intellektuell, institutionalisiert, großteils ein Konstrukt der Elite; oft im Konflikt mit der ersten Natur. Dieser gegensatz ist so etwas wie ein Leitmotiv des Buches.
Dass sie beim Versuch „Religion“ zu definieren, in trübe Gewässer geraten, ist kein Wunder: Jede Definition für Religion endet irgendwo im Wischiwaschi; daran haben sich schon echte Fachleute (vergeblich) versucht!

Nasobēm hat geschrieben:Was aber immer wieder betont wird ist, dass "...die Funktion sowie der Bereich von Religion im Lauf von tausenden Jahren stark verändert..." ist.

Volle Zustimmung. Siehe dazu auch „mein“ Thread „Die Funktionen der Religionen im Verlauf der Geschichte“.

Nasobēm hat geschrieben:Dann verweisen sie kaum auf die andere Aspekte der Bibel, es kommt aber sehr wohl vor: "...Außerdem war das Überwachungssystem attraktiv für Schamanen und Priester, weil es ihre Macht enorm zunehmen ließ (Boehm).

Auch das habe ich schon so beschrieben, in „Religion und Herrschaft“. In „mehrstöckigen“ Gesellschaften wird Religion (auch) zum Instrument der Herrschaft.

Frage: Wo schreibt Chris Boehm was über die Macht von Schamanen? Welche Seite ?

Nasobēm hat geschrieben:Dabei wird deutlich gemacht, dass diese [kulturelle] Art der 'Evolution' nichts mit der biologischen zu tun hat, da sie nach völlig anderen Regeln abläuft.

Falsch: Die Regeln, die Grundprinzipien, sind die gleichen. Was sich ändert, sind die Mechanismen.

Was mich wundert: Du hast bislang immer dagegen argumentiert, dass es überhaupt so etwas wie eine KULTURELLE Evolution gibt. Hast du nun deine Meinung geändert?

Nasobēm hat geschrieben:"[i]Eine der wichtigsten Einsichten unseres Buches ist, dass wir zwischen der biologischen und kulturellen Seite von Religion einen Unterschied machen müssen"
Ja, gute Einsicht.... und welchen Unterschied genau?

Siehe oben: Die Grundlage jeder Religion (= „Religiosität“) ist Teil unserer (angeborenen) ersten Natur; die Ausformung / Überformung dieser Anlagen obliegt der Kultur „vor Ort“.

Nasobēm hat geschrieben:
soynadie hat geschrieben: Carel van Schail und Kai Michel haben die Evolutionstheorie auf die Bibel angewandt...
nein, das haben sie ganz sicher nicht. Sie machen recht deutlich, dass es einen Unterschied zwischen biologischer Evolution und kultureller gibt.

Natürlich gehen sie auf die biolog. Evolution des Menschen nicht ein, da diese in den letzten 10,000 Jahren sich nicht wesentlich verändert hat. Die biolog. Konstitution des Menschen bildet den Hintergrund für die kulturelle Evolution. Und ich sprach von „Evolutionstheorie“, und die gilt für Biologie UND für Kultur.
Oder glaubst du, die Autoren reden die ganze Zeit von einer kulturellen Evolution, ohne dass dem eine „Theorie“, in welcher Form auch immer, zugrunde liegt? Du setzt voraus (jaja, die alten, lästigen Scheuklappen!), dass Evolutionstheorie ein Synonym für Evolutionsbiologie ist.
Das Buch kann man überhaupt nur verstehen, wenn man sich von dem Gedanken leiten lässt, dass auch Kultur evolviert, und zwar nicht nur irgendwie metaphorisch, sondern im Vollsinne!
Religions exist for people to achieve together what they cannot achieve alone. - David Sloan Wilson
Benutzeravatar
soynadie
Foren-Spezialist
Foren-Spezialist
 
Beiträge: 1219
Registriert: 18.05.2013

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Nasobēm am Mo 7. Nov 2016, 12:57

soynadie hat geschrieben:... Man könnte meinen, da hat sich was angestaut... Aber ich finds toll, mal was Substanzielles nach all der hohlen mannirorivieridefix-Rumtrollerei.

"könnte man meinen"? Und "man" bist du? Und ob du was 'toll' findest oder nicht interessiert hier wohl kaum jemand.

Deine fortdauernden 'Troll' Unterstellungen sind deiner Ansicht nach sicher wesentlich hilfreicher? Wobei ich weder manniro noch idefix hier zu den Trollen rechne. Sie behindern weder die Diskussion, noch beschränken sie ihre Beiträge auf Provokation. Wenn dir ihre Beiträge nicht passen - was hindert dich, sie zu ignorieren?


Seitenzahlen kann ich dir nicht liefern, zumindest keine mit denen du was anfangen kannst. Zum einen hab ich die niederländische Ausgabe und die auf dem Kindle. Darum hatte ich ja die zitierten angegeben. Denn ich gehe mal davon aus, dass auch die deutsche Ausgabe eine Quellenangabe hat. Boehm und Berbesque sind in meiner Ausgabe 71 und 72. (kritisches Literaturstudium ist nicht so deins?)
Aber ich gestehe, die Veröffentlichungen habe ich mir nicht raus gesucht, so tief schürfend fand ich nun v.Schaiks Buch nicht, inzwischen lese ich auch interessanteres. Mein Fazit hab ich abgegeben. Mehr hab ich da nicht hinzuzufügen. Im übrigen finde ich genau etliches von dem was du so begeistert anführst entweder unzureichend belegt oder zu schlampig bzw. schlapp formuliert.

und woher du so was nimmst:
soynadie hat geschrieben:Man könnte die Grundthese des Buches so zusammenfassen: Die Bibel half den Menschen bei der Bewältigung von Problemen. Mehr „positive Funktion“ geht überhaupt nicht!
ist mir ein Rätsel.

Nach Ansicht der Autoren lässt sich aus der Bibel (zum Teil) die Entwicklung der Menschheit 'herauslesen'. Ob die Bibel bei deren Bewältigung wirklich geholfen hat ist die Frage und wird von den Autoren auch nicht in deinem Sinne beantwortet.
Und dass du das heraus liest was du gerne herauslesen möchtest ist genau mein Vorwurf an die Autoren: Sie haben schlampig gearbeitet und nicht klar genug formuliert. Und Religion als 'Protowissenschaft' zu bezeichnen ist wirklich Unsinn, und selbst wenn, man sie so bezeichnen wollte.... hat sie sich inzwischen als Irrtum herausgestellt... welchen Wert hat die Bezeichnung also noch?
Benutzeravatar
Nasobēm
Foren-Weise
Foren-Weise
 
Beiträge: 4032
Registriert: 29.01.2013

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon Sonnenschein am Di 8. Nov 2016, 22:00

manniro hat geschrieben:
soynadie hat geschrieben:Weiß mannitroll das nicht?


Einmal ist sowas vielleicht ja ganz witzig, beim Zweiten schon nicht mehr und ab sofort unterläßt Du gefälligst Deine dreisten Namensverhunzungen. Sonst sehe ich mich genötigt den Mod zu bitten, Dir eine Verwarnung zu erteilen.

manniro


Da hätte ich doch im Leben niemals vermutet das Du sowas von typisch deutsch bist. Was ist los? Kannst Du da nicht mehr drüber stehen? Bist Du jetzt endgültig alt und starrsinnig geworden? Sollen wir alle nochmal Max&Moritz lesen? Genau da dran erinnert mich gerade Deine Aussage. Da bleibt nur zu hoffen dass Du (Ihr) keinen Gartenzaun besitzt.. :lol: :roll: :(
Je mehr der Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen.
Arthur Schopenhauer
Benutzeravatar
Sonnenschein
Ex-Mod
Ex-Mod
 
Beiträge: 11769
Registriert: 13.04.2010

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon manniro am Mi 9. Nov 2016, 10:42

Was verschafft mir denn die unerwartete Ehre, daß auch unser verbittertes Sonnenschwätzerlein sich nach Jahren aus der selbstgewählten Sprachlosigkeit verabschiedet, ausschließlich, um sein bisher unbekanntes Faible für ad hominems, sowie das bereits bekannte für Beleidigungen zu dokumentieren?

Bist Du inzwischen so altersdebil, daß Du Dich an die geltenden Forenregeln aus Deinem früheren Mod-Leben nicht mehr erinnern kannst? Mein Beileid.

Übrigens bin ich sehr gespannt, was jetzt passiert. Insbesondere, wie möglicherweise kleine Gefälligkeiten aus alter Verbundenheit in das Gewand der Wohlanständigkeit und Korrektheit gepackt werden. Oder wie man sonst aus der Nummer rauskommen und dabei das Gesicht wahren will.

manniro
Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.(Lec).
Benutzeravatar
manniro
Foren-Legende
Foren-Legende
 
Beiträge: 12178
Registriert: 04.04.2006

Re: Neuer Blick auf die Bibel

Beitragvon soynadie am Do 10. Nov 2016, 10:34

Nasobēm hat geschrieben:Und ob du was 'toll' findest oder nicht interessiert hier wohl kaum jemand.

Was du so von dir gibst, interessiert vielleicht ab und an auch niemanden.
Darf ich nun nicht mehr sagen, wenn ich wo was "toll" finde"?? :shock:

Nasobēm hat geschrieben:Denn ich gehe mal davon aus, dass auch die deutsche Ausgabe eine Quellenangabe hat. Boehm und Berbesque sind in meiner Ausgabe 71 und 72. (kritisches Literaturstudium ist nicht so deins?)

Hat sie. Und dort wird nirgends Boehm im Zusammenhang mit Schamanismus zitiert. Vermutlich hast du da was durcheinander gebracht. :)

Nasobēm hat geschrieben:und woher du so was nimmst:
soynadie hat geschrieben:Man könnte die Grundthese des Buches so zusammenfassen: Die Bibel half den Menschen bei der Bewältigung von Problemen. Mehr „positive Funktion“ geht überhaupt nicht!
ist mir ein Rätsel.

Nun, ich habe oben eine Reihe von Zitaten mit - laut Van Schaik und Michel - positiven Funktionen angeführt.
Wenn du nicht darauf eingehen willst oder kannst... dann eben nicht.
Aber ein "Rätsel" kann es nicht wirklich für dich sein, denn ich habe ZITATE aus dem Buch genommen, ich habe nicht irgendwas interpretiert.

Nasobēm hat geschrieben:Und dass du das heraus liest was du gerne herauslesen möchtest ist genau mein Vorwurf an die Autoren: Sie haben schlampig gearbeitet und nicht klar genug formuliert.

Die Autoren haben sogar sehr klar formuliert. Wichtige Punkte haben sie sogar mehrfach wiederholt!

Was mir nun wiederum ein Rätsel ist: Warum sich jemand wie du so viel Mühe gibt/gab, uns dieses Buch vorzustellen, wenn es von vorne bis hinten schlampig und unklar ist.
Im Übrigen: Ich habe nix "herausgelesen": ich habe oben zitiert, und zwar positive Funktionen der Bibel bei der Bewältigung des Lebens (damals!)

Nasobēm hat geschrieben:Und Religion als 'Protowissenschaft' zu bezeichnen ist wirklich Unsinn, und selbst wenn, man sie so bezeichnen wollte.... hat sie sich inzwischen als Irrtum herausgestellt... welchen Wert hat die Bezeichnung also noch?

"Proto" bedeutet soviel wie "Vorstufe".
Zu einer Zeit, als es noch keine "Wissenschaft" im neuzeitlichen Sinne gab, war die Art und Weise, wie die Leute damals ihre Umwelt beobachteten und daraus Schlüsse zogen, "Proto-Wissenschaft". Der Ausdruck ist vollkommen zutreffend.
Dass sich das Meiste davon als unwahr erwiesen hat, ist ja wohl kein Einwand.
Dass alles, was Thales , Anaximander und Co. über den "Urstoff" sagten , falsch ist, hindert auch niemanden daran, diese Naturphilosophen als Ahnherren der westlichen Wissenschaft zu betrachten.

<<<<<<<


Manni Grummelgreis hat geschrieben:
Übrigens bin ich sehr gespannt, was jetzt passiert....
Oder wie man sonst aus der Nummer rauskommen und dabei das Gesicht wahren will.

Ein "Gesicht", das man "wahren" könnte, haben wir hier alle schon lange nicht mehr: das ist längst unter X Schlammschichten verschwunden :D

Übrigens, manni, wenn dir danach ist, flennend zur Pausenaufsicht zu laufen, um den soynadie zu verpetzen: nur zu! Ich bin schon wegen Insubordination unehrenhaft aus der Armee entlassen worden, da werde ich kaum deinetwegen die Krise kriegen...
Mein Tipp: Achte mal nicht ausschließlich auf den STIL, der ist brilliant. Ein bisschen INHALT sollte auch mal dabei sein. Dreifach geschachtelte Sätze bei völliger Substanzlosigkeit sind auf die Dauer störend.
Religions exist for people to achieve together what they cannot achieve alone. - David Sloan Wilson
Benutzeravatar
soynadie
Foren-Spezialist
Foren-Spezialist
 
Beiträge: 1219
Registriert: 18.05.2013

Vorherige

Zurück zu Freidenker

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste