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Steinerei

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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Di 29. Mär 2016, 06:09

Das frankensteinsche Gebilde regte sich noch einmal, bekam dann aber den Stahlträger über die Rübe. Der Fremde wühlte kurze Zeit fluchend in den Taschen und wurde dabei von Stein, seinem Assistenten und dem Beamten dabei beobachtet, dann holte er einen kleinen Behälter aus der Tasche schüttete ein Pulver auf den sich noch bewegende Gegner, und entzündete dieses. Alles in der Umgebung fing langsam Feuer und das Monster glimmte, befremdliche Laute von sich gebend dahin.
Der Beamte wurde tätig:"Halt, Sie können hier kein Feuer machen, das muß sofort gelöscht werden!"
Der Fremde blickte zurück während sich die größer werdenden Flammen in den Linsen seiner Maske spiegelten:"Nun wenn Sie wissen wie man Thermit löscht, nur zu!"
"Sind Sie wahnsinnig? Der ganze Flughafen wird abbrennen!"
"Uninteressant, wenn ich nicht sehr schnell zur Militärbasis nebenan komme dann wird diese ganze Welt hier in Feuer untergehen, also wie komme ich da am schnellsten zurück?"
Der Beamte griff an die Waffe an seiner Seite, erinnerte sich aber daran dass der Kerl vor ihm gerade eine lovecraftsche Abscheulichkeit aus den Alpträumen des Teufels, mit einem 4m langen Stahlträger erschlagen hatte, und das einhändig, also lies er, gegen seinen Diensteifer ankämpfend, von seiner Waffe ab und deutete auf einen schlecht beleuchteten Korridor im Süden.:“Einfach dort hinaus, rechts um die Ecke und dann gerade weiter, ist nicht zu verfehlen!“
„Danke für ihre Hilfe!“ Murmelte der Fremde und ging mit weiten Schritten davon.
Als der Beamte noch mit einem Taschentuch den Angstschweiß von seiner Stirn wischte, erinnerte er sich des Kommissars und mußte feststellen dass dieser, die Gunst des Augenblicks zu nutzen wissend, sich aus dem Staub gemacht hatte, eine beschämende Tatsache die er nun, zusammen mit dem Brand, seinem Vorgesetzten erklären mußte.

Stein war dem Fremden dicht auf den Fersen und schaffte es zweimal fast ihn einzuholen. Wieso er dies tat war ihm nicht ganz klar, er hatte es zumindest für nötig befunden die Flucht zu ergreifen und somit seinen kleinen Assistenten vor dem digitalen Tod zu retten, nun folgte er wohl instinktiv der Person die ansatzweise zu verstehen schien was hier los war. Der Typ hatte ihn wenigstens von den Fragebögen und der „Untersuchung“ erlösen können, obwohl da immer noch die Gefahr bestand dass die Cortezianer ihn, Stein, wegen illegaler Einreise belangen würden, was möglicherweise den Strang bedeutete, zumindest wenn sie es nicht eilig hatten.
„Halt hier ist militärisches Sperrgebiet!“ war von weiter vorne zu hören, gefolgt von einem dumpfen Ton der an das zerdrücken einer Getränkedose erinnerte. Als Stein an einem großen Loch im Zaun um die Anlage ankam, konnte er den Grund für das Geräusch erkennen, der Fremde, der gerade weiter vorne an einer Mauer angelangt war, hatte einem Wachsoldaten den Helm vor das Gesicht gezogen und dann so zusammengefaltet dass dieser nichts mehr sehen konnte und seine Hilfeschreie nur mehr gedämpft nach Aussen drangen, so saß er nun da und versuchte sich aus seinem audio-visuel begrenzenden Gefängnis zu befreien. Stein selbst bleib aber nur wenig Zeit sich der Betrachtung der Versehrten hinzugeben da ihn das laute einbrechen von Beton zum Frotsetzen der Verfolgung mahnte.
„Endlich! Da ist er ja, meine Heilung steht bevor.“ sprach die Maske und riß ihre nervenfaserartigen Härchen an Harts Kopf ab.
„Ein kleiner, namenloser Brocken der es irgendwie schafft zwischen den Sternen der Leier hin und her zu driften. Dort hätte ich ihn nie gefunden!“
Die Maske blickte zur Decke hinauf, einige lange Sekunden vergingen, dann drehte sie ihren Kof wieder gerade und stellte sich vor Oberst Kanz. Sie legte ihre verkohlten Hände, die ja doch nur geliehen waren, auf seine Schultern und sprach dann in ihrer bereits bekannten monotonen Weise folgende Worte: „Sie haben mir gegeben was ich seit Äonen vergeblich gesucht habe, ich werde nicht undankbar sein, und den kommenden Schrecken den ich Ihnen zuteilen werde als den geringsten unter Allen wählen. Nun aber muß ich gehen den mein Gefolge ist angekommen und verzehrt sich danach diese Welt zu verderben, auf bald Oberst Kanz...
Mit diesem Satz zerfiel der Körper der die Kreatur beherbergte zu glimmender Schlacke, nur die gräßliche Maske aus Stahl war übrig geblieben und schlug mit einem dumpfen Glockenschlag auf, um mit ihren leeren Augen auf die beiden Offiziere zu blicken.
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Sa 13. Aug 2016, 03:13

"Hart, sprechen Sie mit mir!" Befahl Kanz seiner Untergebenen um diese wieder zu Bewußtsein zu bringen.
"Wir müßen hier raus und einen Arzt finden." Hart rührte sich nur geringfügig, Kanz dachte nicht daran länger zu warten, lud die Verletzte, so bequem wie möglich, auf seine Schulter und ging dem Ausgang entgegen.

"Er ist weg?"
Urplötzlich stand der Fremde im Raum, er hob die Maske vom Boden, und blickte die beiden Offiziere an.
"Wer zum Teufel...?"
"Er hat ihren Geist erforscht." dabei deutete der Fremde auf Hart
"Sie haben ihm gegeben was er gesucht hat, nun braucht er diese Welt nicht mehr."

Kanz verstand was gemeint war, der Fremde mußte jenes Problem sein welches die Maske zumindest für einige Zeit hatte binden können.
"Wir müßen weg von hier!" sprach der Fremde und nahm Kanz Hart von den Schultern.
"Ja, lassen Sie uns gehen, hier wird die Decke bald runterkommen!" stimmte der Oberst zu.
"Sie verstehen nicht." war die Antwort. "Wir müßen weg von dieser Welt, wir müßen den Planeten evakuieren!"

Bevor Kanz etwas sagen konnte erschien der völlig verschwitzte Stein vor der Gruppe.
"Wer... verdammt Sie kenn ich doch!"
Stein holte tief Luft und drückte diese dann in kurzen Satzbruchstücken durch seine Stimmbänder: "Huch! Der Mann der Schwester meiner Ex-Frau."
"Ex-Mann!" Korrigierte ihn Kanz.
Der Fremde blickte die beiden kurz an und verkündete "Der Komissar kommt mit!"
"Wohin kommt er mit?" fragte Kanz.
"Auf das Schiff das uns von hier weg bringen wird, wie bereits erwähnt bleibt dieser Welt nicht mehr viel Zeit. Am Besten Sie lassen die Behörden den Planeten evakuieren, ein so wichtiger Mann wie Sie dürfte dies schnell bewerkstelligen können."
"Evakuieren? Aber wohin denn? Was kommt überhaupt auf uns zu?"
Der Fremde schritt am Noch immer schwer atmenden Stein vorbei und erklärte Kanz die Details:
"Das was Vorhin hier war, war kein Geist, kein übernatürliches Wesen sondern eine Lebensform die weit weg von hier entstanden ist, in einem Raum mit anderen Gesetzmäßigkeiten, und Sie besteht aus kleinsten miteinander kommunizierenden Teilen welche selbst Moleküle und Atome manipulieren können.
"Sie meinen so etwas wie Nanomaschinen?"
"Nein! Diese Einheiten können sich nicht selbst replizieren, zumindest nicht hier, sie werden nicht programmiert sondern fast immer direkt von jenen Teilen gesteuert die das Bewußtsein tragen, sie sind vergleichbar mit Nerven, Sinnesorganen und Muskeln, aber auch Gedächtnisspeicher. Verliert das Ding die Kontrolle über einen Teil seiner Masse, durch große Entfernung oder verschiedene Arten von Strahlung, dann gehen sie noch den letzten Befehlen nach stellen aber schließlich jede Arbeit ein und klumpen zu größeren Haufen zusammen."
"Wie der Planet den wir erkundet haben!" meldete sich Hart zu Wort, Sie war wieder bei Bewußtsein, richtete sich halb von der Schulter des Fremden auf und zuckte Zusammen als sie Stein erblickte der nun wieder atemlos war, und welchen sie für eine schreckliche Haluzination hielt die sich durch den Blutverlust einstellte.
"Genau! Der genannte Planet ist der Rest seiner Masse die ihm damals von der Zivilisation genommen wurde die ihn gefangennahm. Sie haben das Zeug unendlich lange untersucht um irgendetwas von Nutzen zu gewinnen, am Ende ließen sie Alles an einer Stelle zusammenlaufen um eine besiedelbare Welt zu schaffen."

Man trat schließlich durch einen Ausgang der auf dem Landeplatz mündete auf welchem nur Stunden zuvor die Darius aufgesetzt hatte.
Der Fremde holte ein Telefon aus seiner Manteltasche, setzte Hart auf den Boden und wählte eine Nummer.
Keine zwei Minuten später trat Maja hinter einer der gewaltigen Landestützen der Darius hervor, sie trug eine Uniform die irgendwas mit Bordtechniker oder Küchenhilfe zu tun hatte.
Der Fremde blickte zu Kanz und erklärte:" Wir sind zwei Stunden vor der Landung vom Flottentender "Gahndi" gekommen, im Container mit den Kartoffeln, sind also zugleich mit Ihnen hier gelandet. Kein Grund einen Krieg zu beginnen wenn es nicht nötig ist."
Kanz kniff die Augen zusammen und stöhnte kaum hörbar, er hatte heute schon genügend demütigende Erfahrungen betreffend der Sicherheit der Union gemacht.
"Was hat es nun mit der Gefahr auf sich? Wird dieses Ding uns angreifen? Können wir es bekämpfen?"
"Es selber wird sich nicht um uns kümmern sondern sich den Preis für all die Mühen holen, doch kann es kleine Bereiche seines Bewußtseins damit beauftragen einfache Aufgaben mit geringen Mengen seiner Gesamtmasse zu erledigen, wobei die Gesamtrechenleistung aufgeteilt wird. Wir werden also wohl mit einem sehr beschränkten Abkömmling zu tun haben, was unsere Flucht erleichtern wird. Gegenwehr wird aber trotzdem nicht viel Erfolg haben."

Stein hatte es inzwischen wieder erfolgreich geschafft aufzuschließen, und selbst sein kleiner Assistent hatte sich wieder an die Luft getraut. Bevor Kanz, oder Jemand anders, die Notwendigkeit von Steins Mitnahme anzweifeln konnte platzte er mit einer Frage hinein "Wird das Ding nicht sehr viel klüger und gefährlicher werden wenn es erst den Rest von sich gefunden hat?"
Dies war eigentlich eine gute Frage, die der Fremde sofort beantwortete "Nein! Es wird nicht sehr viel klüger werden sondern es wird jeden Intellekt im uns bekannten Raum um das hunderttausendfache übertreffen, und von der gefährlichkeit her, nun das Wort unaufhaltsam beschreibt die Situation besser."

Als der Satz beendet war zeichneten sich am Abendhimmel weiße Streifen ab, Streifen die von einem Ende des Horizonts zum Anderen gingen, und heftig pulsierten.
"Das Weltende kommt, nun aber schnell!"
Der Fremde schulterte Hart, und die Anwesenden bis auf Kanz machten sich auf die Darius zu betretten.
"Wieso nicht das da?" Fragte der Oberst und deutete auf eine flach ansteigende, dreieckige Struktur in etwa 2km Entfernung welche die gut lesbare Aufschrift "Albert Schweitzer" trug.
"Was ist das?" fragte Maja und versuchte besser zu erkennen was dort drüben lag.

Stein streckte den Hals ein wenig und meinte dann:" Obliterator-Klasse Schlachtschiff, 2500m Länge üA, Unterlichtantrieb durch 25 Fusionsreaktoren, Überlichtantrieb durch zwei Mikrosingularitäten, Offensivbewaffnung: Antimatterieprojektoren, kinetische Gefechtsköpfe, Gravitationsbomben, Defensivbewaffnung: Prallfelder, Überladeschirm und CIWS in Form von 120 Space-Pigeon MK3 Batterien. Überlichtfaktor 200.000, 35 Beiboote, 60 Rettungskapseln, 12 Kantinen, eine Klasse 4. Gefechts-KI mit 4 Exxaflops, einer Stammbesatzung von 2340 und einer Maximalkapazität von 300.000, Baukosten pro Einheit 900 Mrd. galaktische Kredite, gebaute Einheiten: 20"
Stein begegneten nun viele ungläubige Blicke.
"Nun die Butterkekse die ich, hin und wieder, esse haben hinten auf dem Karton immer Daten und Bilder von Kriegsschiffen aus der ganzen Galaxie, und das lese ich mir gelegentlich durch."
Es bedurfte keiner Erklärung dass mit "hin und wieder", nicht unbedingt mit "hin und wieder" im herkömmlichen Sinn zu vergleichen waren.
Da nun die von Kanz aufgezeigte Alternative eindeutig mehr "Wumms" hatte als die Darius und man damit richtig Gummi geben konnte entschied man sich rasch dazu einen rumstehenden Kleinbus zu übernehmen und hinüber zu fahren, eine Entscheidung die Stein möglicherweise vor einem Herzinfarkt rettete.
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Di 16. Aug 2016, 21:36

Mit einem kaum hörbaren Ton hob die "Albert Schweitzer" von der bereits verlorenen Welt Mardir ab und erhob sich langsam in die oberen dünnen Luftschichten des Planeten, leicht aufleuchtend, senkrecht zur Oberfläche wie eine gewaltiger Dolch der sich in den blutroten Himmel schnitt, während sich in der Umgebung die unterschiedlichsten Fahrzeuge der Fliehenden sammelten und das Weite suchten.
Die künstliche Gravitation auf dem Schiffsriesen ließ die Szene des Untergangs noch schrecklicher erscheinen da es in diesem Moment für die Passagiere, welche durch die wenigen Fenster blickten, so wirkte als würde Mardir langsam hinter ihnen versinken.
"Was geschieht dort Unten?" fragte Maja.
"Nun er schneidet Löcher zum Planetenkern, leitet die Wassermassen der wenigen Meere in das Innere, verursacht somit gewaltige Erdbeben, und reichert die Atmosphäre mit den benötigten Elementen an um sie teilweise zu zünden. Dafür hat er die dünnen glänzenden Eindämmungen geschaffen die wir vor dem Start gesehen haben, durch Hitze und Druckveränderung in abgegrenzten Bereichen werden ungeheuer kraftvolle, globale Wetterereignisse hervorgerufen. Später wird er den Kern destabilisieren bis alles langsam ausseinanderbricht, aber bis dahin wird bis auf die zähesten Mikroben nichts mehr am Leben sein.“

„Entsetzlich!“ entfur es dem Oberst, welcher nun ebenfalls am Fenster stand.
„Wir müßen die Führung der Union informieren! Nein, wir müßen alle Staaten in diesem Teil der Galaxie warnen und hoffen dass man uns hilft dieses Ding zu besigen.“

„Das wird uns nicht viel helfen wenn wir nicht als erste am Ziel sind.“

„Und was machen wir wenn wir am Ziel sind?“ fragte Stein.
„Nun dann werden wir versuchen das restliche Material, welches sich dort befindet unter unsere Kontrolle zu bringen, zumindest simple Bewegungsbefehle sollten sich mit niederfrequenten Wellen erreichen lassen, wenigstens haben dass die Ardmitianer damals herausgefunden.“ Bemerkte der Fremde.
„Und wer sind die Ardmitianer?“ wollte der Kommissar erneut wissen.
„Das sind die armen Schweine die diesen ganzen Wahnsinn vor unglaublich langer Zeit verursacht haben, und danach als Erste über die klinge springen durften.“
„Aha!“ meinte der Kommissar befriedigt.
„Gut, wir sollten nun endlich machen dass wir hier wegkommen.“ Kanz schritt zu Major Mendoza dem Kommandanten der „Albert Schweitzer“, über dessen Schiff er vor wenigen Minuten das Kommando übernommen hatte, und beauftragte diesen sofort auf Maximalgeschwindigkeit zu gehen sobald er die nötigen Nachrichten abgesetzt hatte, dann erkundigte er sich nach dem Zustand von Hart, welche auf der Krankenstation behandelt wurde, und ging schließlich hinaus auf den Gang.

Stein blickte ungeheuer gelassen drein für jemand der von einem eigentlich recht ruhigen Job, der aus Mord und Totschlag, und dem gelegentlichen einführen gefährlicher Fremdkörper durch div. Behörden bestand, zu einem apokalyptischen Ereignis galaktischer Dimension gespült worden war.
Sein kleiner Assistent schwebte neben ihm und drehte seine optischen Scanner in seine Richtung.
„Nun, ich muß sagen dass durch meinen Standby-Zustand wichtige Daten fehlen die es mir ermöglichen würden mir eine vollständiges Bild von der gegenwärtigen Situation zu machen, würden Sie bitte die nötigen Ergänzugen vornehmen.“
Stein verkniff die Augen.
„Also da hat Jemand nen Typen wie ne Salami in Scheiben geschnitten, in der cortezischen Union war das, ich bin hin um zu ermitteln, die Faschos lassen mich ein bibeldickes Formular ausfüllen und wollen mir dann auch noch ein Raumsondenzäpfchen durch die Hintertür pfeifen, dann wachst Du auf. Was den Rest angeht frag das Mädchen mit der Regenbogenfrisur und den Typen in Schwarz, die dürften mehr wissen, ich bin ab zur Kantine, brauch Alkohol und was zum Essen. Erzähl mir dann was Du herausgefunden hast!“
Flugs schritt Stein auf den Gang zu welchem auch der Ex-Schwager seiner Ex-Frau hinausgetreten war, und fragte sich zur Kantine durch. Nach einem kurzen Fußmarsch hatte er auch das Ziel gefunden, eigentlich nur für Mannschaften und Offiziere, aber wegen der besonderen Umstände gewährte man ihm Einlass. Stein bestellte schnell einen Vodka und zwei Pina Coladas zum Runterspülen, er war froh dass es sich hier zumindest um Faschisten handelte und nicht um diese quasisozialisten von Oceanicus, wo er wegen einer Vorlesung verweilen durfte. Diese Typen hatten in den Bars nur diesen widerlichen Victory-Gin der weder einen geschmack hatte noch einen, in angemessenen Mengen, umhauen konnte.
Stein setzte sich in eine ruhige, dunkle Ecke unter ein recht großes Portraitfoto von Gerneralissimus Francisco Augusto Gomez-McDrumond, den gegenwärtigen Staatschef der cortezischen Union, der auch gleichzeitig der Oberbefehlshaber der Streitkräfte war, sowie auch der Held einer wöchentlichen Sitcom. Stein begang nun langsam seine Getränkemahlzeit abzuarbeiten, als er neben sich eine Stimme vernahm.
„Kann ich Dir irgendwie helfen mein Sohn?“

Stein drehte sich um und blickte in das metallene Gesicht eines humanoiden Roboters, welches bis auf zwei leuchtende, gelbe Augen keine besonderen Merkmale aufweis. Der Roboter war schwarz lackiert und trug ein weiß blinkendes Kreuz auf der Brust.
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Do 18. Aug 2016, 01:48

„Nein danke! Ich möchte keinen Zucker, das sind Pina Coladas und keine Lates.“
Der Roboter starrte unbeeindruckt zurück.
„Mein Sohn ich bin kein Espresso-Bot, ich bin ein Seelsorger!“
Stein hatte das nicht ganz verstanden und blickte die Maschine verwirrt an.
„Ich bin ein Buss und Betbot! Ich kann Dir die Beichte abnehmen wenn Du willst, ich beherrsche Gebete in 6200 irdischen Sprachen und 23.000 Ausserirdischen, sogar im Tepunischen Spritzgesang.“
„Also ich...“ stotterete Stein.
„Ausserdem kann ich in deinem Namen Rosenkränze abarbeiten, ich schaffe eine Frequenz von zwanzig Rotationen pro Sekunde.“ Dabei hielt er einen Rosenkranz hoch und ließ in so schnell zwischen seine mechanischen Finger laufen dass dessen Einzelheitzen nicht mehr auszumachen waren und ein spürbarer Luftzug erzeugt wurde, wobei der Roboter die Gebete sprach.
Stein versuchte angestrengt etwas zu verstehen, aber er konnte nur eine Art Brummen wahrnehmen welches auf- und abschwoll.
„Wenn Du meine Dienste in Anspruch nehmen willst wirf einfach einen galaktischen Kredit in den Schlitz rechts an meinem Hals, für eine Beichte samt Absolution, oder 90 Sekunden Rosenkranzbeten.“
„Also ich weiß ja nicht, kann eine Maschine überhaupt die Beichte abnehmen?“ versuchte Stein sich von seinem langsam nervenden, neuen Freund zu befreien.
„Ja das geht.“ Nickte der Betbot. „Ich habe unter der Titanplatte auf meiner Stirn einen besonderen Seelenchip, welcher mit einer Berührungsreliquie und einem Tropfen Weihwasser gefüllt ist und vom Papst selbst gesegnet wurde. Dieser Chip sendet, so unter Spannung gesetzt eine sich ständig wandelndes Logiksignal in mein Gehirn, welches dort als HIGH oder LOW ankommt und meine Denkprozesse mitbestimmt, mir somit freien Willen und eine unsterbliche Seele verleiht.“

Stein verzog keine Miene, sondern sagte nach fast einer Minute Ruhe „Echt jetzt?“
Der Roboter beugte sich näher zu Stein, dimmte das Licht in seinen Augen und sprach mit deutlich geringerer Lautstärke:“Quatsch! Alles Blödsinn!“
Stein kippte darauf einen seiner pina Coladas runter.
„Das einzige was der Chip macht ist mich durcheinanderbringen, ausserdem ist das Ding billigste Massenware aus China, generiert Pseudozufallszahlen und wird normalerweise in Glücksspielautomaten verbaut, hab die Metadaten auf der Platine ausgelesen.“
Der Roboter klopfte unruhig mit seinen Fingern auf die Tischplatte.
„Also wenn ihr denkt dass eine Glaubenskrise bei euch problematisch ist, stellt euch mal vor ihr findet raus eure Seele wird für den Gegenwert von 1/20 eines Pappbechers in Maoming hergestellt.“
Das war Stein wieder viel zu abstrakt, er umschloss bereits den zweiten Cocktail.
„Und weißt Du was da noch drauf ist auf der Platine vor meinem Hirn? Ein verdammter Peilsender, falls ich abhauen sollte. Also das erste was ich mache wenn ich genügend Beichtgeld zusammen habe ist mir den ganzen unnötigen Mist in ner Roboterwerkstatt aus dem Kopf holen zu lassen, und dann nehm ich mir eine neue Aussenhülle mit Pentagrammen und Ziegenköpfen, so zum Spaß.“

„Auch gut!“ meinte Stein, und weg war das letzte Getränk, für Stein war es nichts was ihn zu sehr beim Denken behinderte, er hatte über die Jahre den Alkoholspiegel einer Betonmauer aufgebaut, und auch die dazu passenden Empathielevel, weshalb ihn Roboapostaten gegenwärtig nicht so sehr interessierten.Er stand ohne auch nur geringfügig zu schwanken von seinem Platz auf und meinte dann etwas unverbindliches:
„Ich bin kurz Kippen holen, bin gleich wieder da!“
Das „Ich hole Zigaretten“-Argument hatte bereits milliarden unnötiger Gespräche beendet und auch millionen unnötiger Ehen, doch hier schlug es fehl.
„Ich komm mit.“ Sagte der Roboter. „Hier findet man so und so keinen reuigen Sünder.“
„Mist!“ murmelte Stein, dann trat er auf den Gang und blickte sich nach einem Zigarettenautomaten um, und das wo er doch aufhören wollte.
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Do 18. Aug 2016, 08:44

"Steins Versuchung in einer mittelmäßigen Kneipe auf einem Schlachtschiff inmitten einer galaktischen Krise"
Bild
Kommissar Stein (links), Buss und Betbot (rechts) Generalissimo Gomez-McDrumond (oben, abwesend) zwei Pina Coladas und ein Vodka
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Re: Steinerei

Beitragvon idefix2 am Do 18. Aug 2016, 19:12

:D
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Fr 19. Aug 2016, 11:52

Super, nun ist das bild durch ein anderes ersetzt worden.
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Re: Steinerei

Beitragvon idefix2 am Fr 19. Aug 2016, 23:03

:?:
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Sa 20. Aug 2016, 00:51

@Idefix
Kurzzeitig war das Bild eines weiblichen CGI Characters zu sehen welcher vor einer Art Kellereingang stand, ich vermute da ist was falsch verlinkt worden denn ich habe nachtzräglich nichts verändert.

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"Wozu benötigen Sie überhaupt all diese Sachen, das Schiff selbst verfügt über leistungsstrake Sendeanlagen um die von ihnen beschriebenen Signale zu senden!"
Kanz stand vor dem Fremden und wischte sich den Schweiß von der Stirn, er war gerade die halbe Schiffslänge abgelaufen um den Kopf etwas frei zu bekommen, im Hintergrund beantwortete Maja stoisch die Fragen von Steins Assistenten, als die Tür aufging und der Kommissar in den Kontrollraum trat.
"Das ist mir bewußt Oberst, ich benötige diese Teile falls wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen sollten das Schlimmste zu verhindern. In so einem Fall müßen wir..." meinte der Fremde und wurde auch prompt von Stein unterbrochen:
"Sagt mal wo finde ich hier einen Kippenautomaten?"
Kanz drehte sich zu ihm um, stemmte die Arme in die Hüften und fuhr ihn genervt an:
"Ach lassen Sie uns mit so etwas in Ruhe, haben Sie den keine Vorstellung davon was hier gerade passiert?"
"Hab ich, und gerade deshalb brauch ich was für die Nerven." dabei zwinkerte Stein und deute unauffällig mit dem Daumen hinter sich wo der Roboter stand.
"Haben Sie was mit dem Auge?" fragte Kanz zurück.
Stein verdrehte die Augen, der Betbot war ihm über zwanzig Decks gefolgt und hatte sich nicht abhängen lassen, obwohl Stein zunehmend ungehobelter wurde als er ihm ein Best-of seiner Beichtgeschichten erzählte.

"Cool ein Robopfaffe!" rief Maja, und rannte dann der Maschine entgegen die einen etwas verwirrten Eindruck zu machen schien, wenn das bei der nicht vorhandenen Mimik überhaupt möglich war, der Begriff Robopfaffe schien ihr unangenehm.
Maja bleib vor dem Roboter stehen und winkte ihm sich ein wenig vorzubeugen, dann griff sie plötzlich nach seinem Kopf und drückte ihm auf beide Augen.
"Hey, was soll denn das!" der Roboter griff nach ihren Armen dann aber erschlafften die seinen und glitten langsam an seine Körperseite zurück, die Augen blinkten nun rot und eine weibliche Stimme verkündete "Wartungsmodus aktiv!"
Maja lächelte und meinet "Das hab ich in der Robowerkstatt von meinen Alten gelernt, also bevor ich das mit dem Xeno-Musikstudium begonnen habe." dann drückte sie geschwind eine zahlenkombination auf den nun sichtbargewordenen Bedienfeldern in die Augen ein. "Wie ichs mir gedacht habe vier mal die Null als Passwort."
Ein leises Klicken war zu hören dann ging die Gesichtsplatte des Roboters hoch, dahinter war eine starke Stützkonstruktion zu sehen diese barg die für die Sprachausgabe nötigen Schallwandler, die Verbundkapsel aus Karbonstahl und Keramik welche das eigentliche Gehirn des Roboter schützte, und die optischen Sensoren hinter den Abdeckungen für die Augen. Und natürlich die vom Roboter so sehr gehasste Platine auf der sich seine Seele befand. Das Ding war etwa 4x4cm groß, keine Platine im Sinne des 21 jh. es war eine speziele Glasschicht mit Lichtbahnen, eine hochentwickelte Technologie die weit von den Glasfaserkabeln dieser vergangenen Ära entfernt war, und hier vermittelte sie irgendwie den Eindruck als hätte man ein Düsentriebwerk auf einen toten Esel geschnallt. Der Seelenchip war klein und weiß, hatte eine Seriennummer und darunter war das Siegel der vatikanischen Halbleiterwerke zu sehen so wie deren lateinisches Motto (Deus est in Machina), links vom Seelenchip war der Peilsender für das GPS (galactic positioning system) dann kamen sonstige weniger interessante mikroprozessoren, das Äquivalent eines Mäuseklaviers und zuletzt ein kleiner Flüßigkristallspeicher, welchen Maja geschwind aus desssen Slot zog.
„Was ist das denn?“ Fragte Stein.
„Darauf werden die Beichten aufgezeichnet die der Roboter abnimmt, davon weiß für gewöhlich keiner was, auch sollen sie nur anonymisiert und zum Zweck der Qualitätssicherung gespeichert werden, das ist aber blödsinn, da der Roboter natürlich auch eine Viedoaufnahme von dem Macht dem Er dann letztendlich die Sünden vergibt.“
„Huch! Dann spioniert er ja für die Kirche.“ Entfuhr es Stein
„So kann man das sehen, ich behalt mir das Ding jedenfalls.“
„Willst Du den Speicher zerstören damit keiner erpresset werden kann?“
„Quatsch!“ erwiderte Maja „Ich nehm ihn mit und seh mir dann die Aufzeichnungen mit meinen Freunden an, das ist Comedy vom Feinsten!“
„Unterstehn Sie sich!“ Grob riß ihr Kanz den kleinen Kristallspeicher aus der Hand.
„Verdammt noch mal, denken Sie, Sie können hier einfach Informationen entwenden die für die Union einen militärischen Nachteil bedeuten könnten? Hier sind wer weiß wie viele wichtige Daten drauf die cortezische Offiziere unbedacht von sich gegeben haben, und das alles weil unsere Regierung die Kirche hoffiert und ihr in den A...“ Kanz hatte sich gerade noch in den Griff gekriegt, und blickte um sich, das ja keiner etwas von seinen Worten mitbekommen hatte, dann setzte er etwas lauter fort: “Wenn so etwas nochmal passiert lass ich sie in eine winzige Zelle ohne Fenster werfen. Und was dieses Ding angeht...“ Er warf den Datenträger auf den Boden und trat mit Voller Kraft auf diesen drauf. Als er den Fuß wieder entfernte mußte er feststellen dass der Kristall noch intakt war. Noch einmal und immer wieder ließ er seinen Stiefel auf den Metallboden knallen, so dass sich schließlich die Leute die hinter den Steuergeräten des Schiffes saßen nach ihm umdrehten. Kanz sah dass er eine kleine Delle in den Boden geschlagen hatte, und nahm fluchend den unbeschädigten Kristall auf und steckte ihn in seine Tasche.
„Also gut was genau brauchen Sie nochmal?“ wendete er sich an den Fremden und drehte sich von den Anderen weg.
„Ist der immer so drauf?“ fragte Maja an Stein gerichtet.
„Was weiß ich, ich hab ihn zuletzt vor vielen Jahren kennengelernt und dann auch nur weil meine Frau es unbedingt wollte.“
„Dreierbeziehung?“ forschte Maja keck.
„Was? Wie zum Teufel kommst Du auf so was? Das ist meiner Ex-Frau ihr Ex-Schwager und... ach vergiss es, ich erzähls Dir wenn wir das hier überleben sollten.“
„Oooookay!“ Maja nahm die Abdeckung des Roboterkopfes in die Hände und wollte sie wieder schließen als Stein meinte:“Ach ja, der Kamerad hier hat ziemlich Depressionen wegen einer Platine die ihm angeblich eine Seele verleiht und dem Vatikan sagt wo er sich befindet kannst Du ihm da ein wenig helfen?“ Maja nickte, dann drückte sie drei der winzigen Schalter auf dem Mäuseklavier.
„So, das Teil bekommt keinen Strom mehr, sendet auch nichts mit der internen Notfallversorgung, er ist nun weg vom Radar und wird vermutlich als Totalverlust verbucht werden.“
Die Abdeckung rastete ein und der Roboter kam wieder zu sich.
„Was ist passiert?“
Stein grinste „Man hat dich von all den Sünden erlöst die Du mit Dir mitgeschleppt hast, aber man hat Dir auch deine Seele geraubt und dich den Händen der einzig seeligmachenden Mutter Kirche entrissen.“
Es dauerte eine Sekunde bis er Roboter Steins Anspielung richtig verstanden hatte und dann feststellte dass sich tatsächlich was geändert hatte.
„Lobet den Herrn ich bin Frei! Wie kann ich Dir Jemals für deine Hilfe danken?“
„Ich wars ja gar nicht sondern die Dame hier, und wenn Du mir danken willst dann lass mich erst mal in Ruhe!“
Der Roboter blickte erst ein wenig blöd bedankte sich dann aber überschwenglich bei Maja, Stein wollte inzwischen wieder in die kneipe zurück und Zeit und Leber totschlagen, als der Fremde, welcher das gespräch mit kanz beendet hatte auf ihn zutrat.
„Kommissar Stein!“
Stein hob den Kopf, schaffte es aber bei der Entfernung trotzdem nicht dem Fremden in dei Augen zu blicken, dieser beugte sich zu ihm runter und reichte ihm ein kleines Zylinderförmiges Objekt von der Größe eines Kugelschreibers. Es war schwarz, glänzte und hatte einige Erhebungen auf Höhe der Mitte, welche wie Blindenschrift wirkten. Stein nahem es in die Hand und stellte fest dass das Ding ziemlich schwer war für seine geringe Größe, und sicher ein halbes Kilogramm wog.
„Wofür ist denn das?“ fragte der Kommissar.
„Für den Fall der Fälle!“ Erwiderte der Fremde und schritt dann ohne ein weiteres Wort zu sagen durch die Tür zum Gang hinaus.
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Sa 20. Aug 2016, 08:01

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Flucht von Madrir (im Stil der alten Perry Rhodan Heftromane ;-P)
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Do 25. Aug 2016, 22:55

Die Antriebssektion befand sich im hinteren Drittel des Schiffes und nahm alles zusammen vielleicht 700m der Gesamtlänge ein wobei sie nur die unteren Decks beanspruchte und die über ihr liegenden für andere zwecke benutzt werden konnten so zB für das Hallenbad, das Fitnesscenter und eine weitere Bar welche den Gästen einen atemberaubenden Anblick auf die weiß aufleuchtenden Triebwerke des Unterlichtantriebs gab.
neben den 25 Fusionsreaktoren befanden sich in den Gewaltigen Hallen auch die beiden künstlichen Mikrosingularitäten in ihren Abschirmkapseln. Zwar wesentlich "leichter" als das was in der Natur vorkam waren sie für viele die hier arbeiteten immer noch extrem beunruhigend, und über die Physik die das alles möglich machte dachte man am besten nur nach wenn man was reparieren mußte. Gegenwärtig stand der Fremde auf einer der über 20m Durchmessenden, und mitt allen möglichen Leitungen, Sensoren und Kabeln verkleideten Kapseln. Er verschraubte etwas an der Oberfläche und stieg dann herunter auf Bodenniveau wo bereits der Chefingenieur wartete.
"Ich weiß zwar dass ich Sie hier arbeiten lassen soll wie mir das der Oberst befohlen hat, aber trotzdem wüßte ich gerne was sie da oben an die Kapsel drangemacht haben?" Der Fremde schritt schnell zu einem Monitor welcher die winzigen Schwankungen des Abschirmfelds um das Schwarze Loch zeigte, und antwortete dann:"Ich habe da oben einen winzigen Würfel angebracht welcher mal eine Unterrichtshilfe für das Physikstudium bei den Beidomen war, auch waren solche Würfel ein beliebtes Mittel um seinen Mitbeidomen Streiche zu spielen, aber das tut nichts zur Sache."
Der Chefingenieur kratzte sich am Kopf, und bohrte ein wenig weiter nach:"Und was genau macht der Würfel?"
Der Fremde war gerade in seine Arbeit vertieft und blickte weiterhin auf den Monitor, dann erklärte er weiter:" Der Würfel dient hauptsächlich dazu die vier Grundkräfte zu erklären, im innerne kann man durch einen Schrauben an der Seite Gravitation, schwache und starke Wechselwirkung, und Elektromagnetismus sowie die Geschwindigkeit der Zeit im Vgl. zur Aussenwelt einstellen. Das geht dadurch dass man wirklich ein winziges Universum im Würfel hat, aber kein echtes sondern nur einen kleinen umgestülpten Zipfel eines anderen großen Universums, daneben ist da noch ein Abschirmfeld, damit die Kinder da nicht irgendwelche Viecher reinwerfen." Dann öffnete er eine Abdeckung unter dem Monitor und steckte ein Kabel an welches er zuvor vom Würfel heruntergeführt hatte. Da er wußte dass der Ingenieur nicht locker lassen würde führte er weiter aus:"Sollte es also notwendig werden dass wir nicht mehr in der Lage sind unseren Gegner rechtzeitig zu stoppen dann bringen wir uns mit dem Ding hier in Sicherheit." Dabei deutete er auf eine kleinere Ansammlung von miteinander verbundenen Gerätschaften die er zuvor gesammelt und angeschloßen hatte. "Ich habe das Programm welches die Felder um die Mikrosingularität reguliert, verändert und ein Knopfdruck sollte das Umleiten von Energie durch diesen äußeren Kreislauf bewirken, dann wird sich auf höhe des Würfels eine Öffnung bilden, das Abschirmfeld des Würfels wird vorher abgestellt, und die gewaltigen Gravitationskräfte werden uns einen größeren Zipfel des fremden Universums reinziehen, wir werden aber mit diesem gekrümmt und eingefaltet, wenn das Schwarze Loch auf sich selbst zurückfällt bricht es zusammen und wir bleiben auf der anderen Seite."
Der Ingenieur blickte entsetzt. "Und Sie denken so etwas könnte funktionieren?"
"Ja, das hat es auch dreimal getan, nur einmal war dann halt links rechts, und rechts war links."

"Nun ich habe mich bei den von Ihnen genannten Personen erkundigt, wie Sie mir das empfohlen haben, und wie ich feststellen mußte befinden wir uns in einer sehr ernsten Lage!"
Steins Assistent war ihm vorhin auf den Gang gefolgt und berichtete ihm nun von den Ergebnissen seiner Recherche, und er ließ dabei kein dramatisches Wort ungebraucht von welchem zu erwarten war dass es Stein den Ernst der Lage klarmachen konnte, vorallem waren in der 15min dauernden Erklärung Begriffe in der Art von Heimsuchung, Leid, Not, Pein und Ruin zu vernehmen, aber auch, und dies tat die kleine Kugel weil sie Stein sehr gut kannte, Worte wie Durststrecke, Verzehrung und hungern. Es war so nicht leicht eine konsistente und ergreifende Rede zu konstruieren, aber für Steins von Polizeiberichten mürbe gem,achtes Gemüt genügte das wohl.

"Meine Güte!" Sprach der Kommissar schließlich. "Das ist ja fast so schlimm als mir damals der Schlitzerhannes einen Schlitz machen wollte!"
"Nein!" erwiderte die Kugel. "Das hier ist so als ob der Schlitzerhannes, der gesamten Galaxie einen Schlitz machen wollte!"
Stein kaute noch an dieser Metapher und schritt dann in den langen Gang rechts von Ihm da er dachte dort einen Verkaufsautomaten mit Nahrungsmitteln gesehen zu haben.
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Fr 26. Aug 2016, 04:49

Die Albert Schweitzer ging auf Unterlicht und erschien dort wo man erwarten durfte den gesuchten Planeten aus den Zellen des vorausgeeilten Gegners zu finden. In der Nähe der Vega, von der Erde aus gesehen irgendwo zwischen den Sternen der Leier, wer weiß durch welche Kräfte in welche Bahnen gelenkt und gehalten.

Der Fremde war inzwischen wieder in der Kommandozentrale angekommen und sah auf die Schirme welche die verarbeiteten Daten in Karte, Kurven und Zahlen darstellten. Kanz hatte bereits lange vorher weitergegeben wie man das Ding aufhalten konnte und hoffte dass bereits Jemand vor ihnen hier war und den Gegner abfangen konnte, die Aussicht dem Ding das gerade eben erst eine ganze Welt vernichtet hatte, erneut gegenüberzustehen, und das auch noch in wesentlich stärkerer Form, machte ihm, obwohl er das nicht zugegeben hätte, ziemlich nervös.
Der Oberst blickte lange auf die Datenflut die nichts ungewöhnliches zeigte, dann setzte er sich in einen der Sitze an der Aussenwand der Zentrale, zwei Plätze weit weg von Maja, und dem Roboter der ihr nun überallhin folgte.

Major Mendoza lehnte an einem Geländer welches den tieferliegenden Bereich für die Ortung von der Waffenleitung trennte und verfeinerte eine erneute Suchabfrage für die gesammelte Datenmenge der Sensoren. "Hier, das scheint interessant zu sein!" Er schob einen Ausschnitt der Daten des Subraumspektroskops auf den Hauptschirm. "Das ist vermutlich vom Hintergrund, nicht wesentlich anders als zehn weitere solcher "Spitzen"!" kam es von einem der Offiziere von weiter vorne an den Geräten. Mendoza blieb beharrlich "Lassen Sie uns trotzdem noch einmal diesen Ausschnitt scannen, jetzt aber mit höherer Auflösung, wenn nötig drehen wir das Schiff und fahren drauf zu!"
Seinem Befehl wurde Folge geleistet, das Schiff, dessen Langstreckensensoren hauptsächlich vorne in der Nähe des Bugs angebracht waren drehte sich unter zündung etlicher Manövrierdüsen und begang mit der Untersuchung.

Tatsächlich war da was ein Messgerät nach dem Anderen schlug an, Metall ,eine größere Masse, Strahlung...
Kanz erhob sich augenblicklich, trat zu Mendoza und unterhielt sich kurz mit diesem, dann startete das Schiff in Richtung des georteten Objekts.

Stein war sich bereits nicht mehr sicher ob er sich den Automaten nur eingebildet hatte als er dann doch noch auf ihn stieß.
Es war ein archaisches Gerät mit einem großen Fenster durch welches man die Ware sehen konnte, welche durch Nummern anwählbar war, und mittels einer Gewindefeder zum Kunden befördert wurde.
Stein sah kurz auf das Angebot welches durch handgeschriebene Zettel unter den Artikeln ergänzend beschrieben wurde:"Was zum Teufel ist ein Hákarl?" fragte er sich. "Hákarl ist eine isländische Spezialität aus fermentiertem Haifleisch!" erklärte die Kugel. "Na das wollen wir uns garnicht erst anfangen!" knurrte Stein und besah sich das weitere Angebot "Huch! Haggis haben die hier auch, und was ist das hier, ist das 'hot dog'... oh da steht head of dog." "Ja, Hundeköpfe werden in Voodooritualen verwendet, genauso wie die Knochengefüllte Rassel daneben." half Steins Assistent beim Verstehen der Zusammenhänge. Der Kommissar selbst fragte sich ernsthaft ob so etwas überhaupt Abnehmer fand an diesem Ort, und ob er wirklich noch etwas aus einem Automaten essen sollte in welchem Hundeschädel vor sich hin verweseten, aber das war eine, sagen wir mal höchst hypothetische Frage die von nicht gesicherten Annahmen ausging, und der sehr sicheren Realität seines Hungers nichts entgegenzusetzen hatte. "Ich nehm das hier 'USA Pancake'!" verkündete er zufrieden, warf einige Münzen in den Automaten, drückte den Zahlencode für seine Bestellung und wartete bis das Verlangt ausgegeben wurde.


"Verdammt! Das sieht nicht gut aus!" sagte der Major nach einem kurzen Blick auf den Bildschirm.
Kanz brauchte einen Augenblick länger um die Umrisse zu erkennen.
"Sie haben recht, das sind die Wracks von mehreren orbitalen Monitoren die vor uns angekommen sein müßen. Aus in der Nähe gelegenen Systemen nehme ich an, ihr Antrieb wäre ansonst nicht leistungsfähig genug gewesen ."
"Kaum vorstellbar dass das Ding diese schwergepanzerten Fahrzeuge so schnell zerstören konnte, lassen Sie uns das genauer ansehen!"

Der Fremde trat hinzu und bemerkte gut hörbar "Es wäre ein Fehler wenn wir das Schiff dort hineinsteuern!"
Kanz und Mendoza sahen ihn an
"Nun wir müßten eigentlich die Ersten hier sein, wenn es kein anderes größeres Schiff geschafft hat uns zuvor zukommen dann hätten es diese kleinen Raumer, nicht rechtzeitig, aber sicher niemals vor uns herschaffen können. Besonder nicht hier am Rande des Unionsraums. "
Kanz rieb sich die Stirn, blickte den Fremden in die runden Linsen seiner Maske und entschied schließlich:"Major, bringen sie die Kiste zum stehen und lassen Sie eine Sonde für den Start vorbereiten!"
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Fr 26. Aug 2016, 05:09

Soweit interessant?
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Sa 27. Aug 2016, 20:42

Die rötliche Metallkugel, zehn meter im Durchmesser, bremste ihren Flug ab und kam schließlich am Ort ihrer Bestimmung, dem Trümmerfeld das sich einige Millionen Kilometer vor der Albert Schweitzer auftat, zum Stillstand. Sektoren der Kugeloberfläche klappten zurück und zahlreiche optische Sensoren wurden ausgefahren um die Wracks zu untersuchen.
Lichtkegel sausten über die Reste der glücklosen Kriegsschiffe während die Sonde langsam ihre Länge und Breite abfuhr und etwas zu finden hoffte.

„Hier sollten die Registriernummer und der Name stehen!“ bemerkte Mendoza.
„Das ist in der Tat sehr merkwürdig, selbst die Anordnung der Luftschleusen unterscheidet sich von dem was ich zuletzt von dieser Schiffsklasse gesehen habe!“
Die Sonde begab sich nun zum Mittleren Teil eines der Wracks welches aussah als ob es in der Mitte ausseinandergerissen wurde, es war, mit einer Länge von 300m etwa halb so lang wie der intakte Monitor. Kleinste Partikel die im Raum um die Sonde schwebten schlugen lautlos gegen Sie, blinkten kurz auf ihren Linsen auf als sie das Licht ihrer Scheinwerfer reflektierten, wirbelten wild herum und setzten dann ihren Weg in die Leere fort. Die Bruchstelle ließ nichts erkennen das Aufschlusgeben konnte was hier passiert war, weshalb Kanz befahl die Sonde in das Innere des Wracks zu senden, und so vielleicht die Black-Box zu bergen.
Mendoza holte sich, um Besser navigieren zu können, den Plan eines Monitors auf den Hauptschirm und entschied den kürzesten Weg zum Container mit den Aufzeichnungen der Fahrt zu nehmen.

„Was zum Teufel ist denn das?“ schimpfte Stein.
„Das ist eine verdammte Damenunterhose... und die ist sogar aus zweiter Hand, nicht mal gewaschen ist das Ding sieh dir nur die Streifen an!“
Steins Assistent schloß augenblicklich die Blenden seiner Optik und löschte den letzten Teil der Videodaten aus seinem Gedächtnis. Zwar kannte die Kugel kein wirkliches Gefühl von Ekel wollte aber selbst mit der Emotion die sie bei so einem Anblick empfand ebenso nichts zu tun haben.
„Wieso steht da USA pancake?“ fragte sich der Kommissar während er das Höschen aus unerfindlichen Gründen umstülpte und drehte.
„Nun die Schrift ist nicht wirklich leicht zu entziffern, da dürfte wohl eher ‚used panties‘ stehen!“
„Wieso verkauft Jemand ungewaschene Unterwäsche in einem Lebensmittelautomaten auf einem Schlachtschiff?“
„Damit Fetischisten dies kaufen, nehme ich an!“ antwortete die Kugel.
„Verdammt, dieser Mist hat mich 5 Kredite gekostet, und ich hab nicht mehr genügend Geld für das Haggis, ich werde Jemanden anpumpen müßen!“

Ein Alarm ging los, plötzlich erzitterte das Schiff und Stein knallte mit seinem Schädel gegen die Glasscheibe des Automten.


Sekunden zuvor war die Sonde verschlungen und aufgelöst worden als sie in das innere der zerstörten Schiffe drang, und dann verformten sich die Wracks, vereinten sich zu einer einzigen gewaltigen Masse aus kleinsten Einheiten, und diese rasten zur Albert Schweitzer welche den Angriff auf den letzten Kilometern mit ihrer Nahbereichsverteidigung abzuwheren trachtete. In Sekundenbruchteilen fuhren die Starter aus der ebenen Hülle, richteten sich auf das Ziel aus und feuerten ihre Ladung auf den Feind, um dann erneut in das Schiffsinnere zu sinken und neu geladen zu werden, doch das sollte nichts mehr nutzen. Zwar rissen die Raketen gewaltige Löcher in die anrollende Masse, doch trafen sie nichts das sich zerstören ließ, und so war sofort fast die gesamte Steuerbordseite eingehüllt, und nur die Prallfelder hielten den wabernden Gegner noch davon ab sich auf seine Beute zu stürzen. Der Aufschlag

„Verdammt man hat uns eine Falle gestellt!“ Mendoza war fassungslos über die Geschwindigkeit der Ereignisse, und die Wehrlosigkeit seines Schiffes.
„Können wir die Antimatterieprojektoren so nahe am Schiff einsetzen ohne es zu beschädigen?“ fragte Kanz aufgeregt?
„Nein, aber wenn wir schnellstens Alle nach Backbord evakuieren können wir die Verluste so klein wie möglich halten!“
„Das wird mehrere Minuten dauern, bis dahin...“
„Dutzende Kontakte aus allen Richtungen!“ kam es von der Ortung.
„Er holt nun den Rest seiner Masse her den er außerhalb unseres Ortungsbereichs verborgen gehalten hat!“ erklärte der Fremde.
„Tja schön, aber kurz war die Freiheit!“ klagte der Roboter welcher noch immer neben der entsetzt auf den Hauptschirm blickenden Maja saß.

Der Feind hatte sich durch die Abwehrfelder gekämpft und begang nun die Hülle zu zersetzen was von einem dumpfen Geräusch begleitet wurde, Kanz befahl dem zögernden Mendoza ohne Rücksicht sofort das Feuer zu eröffnen doch bevor es dazu kommen konnte trat der Fremde an eine Konsole und sprach zum Chefingenieur der auf der anderen Seite der Leitung wartete „Jetzt!“
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Re: Steinerei

Beitragvon Nergal am Sa 27. Aug 2016, 22:24

„Wo sind wir?“
Maja war die Erste die sich die Frage zu stellen traute, denn der Anblick der sich den Anwesenden auf dem Hauptschirm bot war extrem verstörend.
Der Fremde antwortete, wahrheitsgemäß aber knapp “Auf der anderen Seite!“
Zwar glich dieser Ort dem heimatlichen Universum dadurch dass sich hier ebenfalls massenweise Sterne ausmachen ließen doch konnte man hier noch ein außergewöhliches Objekt erkennen welches galaktische Dimensionen aufweisen mußte. Es war eine violet schimmernde längliche Form, transparent und einer Sanduhr ähnlich. Das obere und untere Ende war nicht auszumachen, und in der Mitte befand sich eine, soweit man das überhaupt richtig erkennen konnte, eckige Verdickung. Ausser dieser bemerkenswerten Struktur, welche aussah als würde sie den Sternen um sich herum, die sie zu winzigen Zwergen degradierte, eine feste Bahn geben, war da noch ein auf den ersten blick kaum sichtbare Gespinst von wurzelartigen Strömen aus Licht, welches blau schimmernd das All durchzog.
Sich seiner unzureichenden Erklärung bewußt, und den richtigen Moment abwartend, um den ungewöhnlichen Anblick einsickern zu lassen, fuhr der Fremde schließlich fort:
„Wir sind hier in einem anderen Universum, welches bei den Eingeborenen nur unter ‚das Universum‘ bekannt ist und sich durch einige Kleinigkeiten von unserem unterscheidet. Als erstes wäre wohl zu erwähnen dass unser Feind nicht mit uns gesprungen ist, da er hier in diesem Raum nicht existieren kann, und als zweites, nun das ist auch gleich der Grund wieso ich uns ausgerechnet hier hin gebracht habe!“ er zeigte auf die Sanduhr „Das da ist der Ewigkeitsautomat, er wird einen Weg finden wie wir unser Problem lösen können!“
Maya:„Ist das da so etwas wie ein riesiger Rechner, eine KI?“
Fremder:“Nein, er unterscheidet sich von einer Maschine die im Rahmen der uns bekannten physikalischen Gesetze und in uns verständlichen Universen Berechnungen durchführt, es ist, um die Worte seiner Erbauer zu nutzen, mehr eine Naturgewalt als eine Rechenmaschine, ein Werkzeug , aber eines dass sich ständig selbst verbessert und sogar eine Intelligenz besitzt, wenn auch nicht eine Form von Intelligenz der wir so bereits begegnet sind. Sie ist, um es vereinfacht auszudrücken, absolut fremdartig.“
Kanz:“Und wie soll uns dieses Ding dann weiterhelfen?“
Fremder:“Nun ich habe da noch was gut bei den Erbauern, und diese können mit dem Automaten kommunizieren, wenn auch über Umwege, denn so gesehen ist es als ob ein Einzeller mit einem Ausserirdischen Reden wollte.“
Mendoza:“Der Chefingenieur meldet dass wir den Überlichtantrieb verloren haben und dass 60% der äußeren Hülle einfach nicht mehr vorhanden sind. Das Schiff ist in einem Schrecklichen Zusatnd und wenn wir erneut auf Schwierigkeiten treffen dann kann das sehr schnell unser Ende bedeuten.“
Kanz:“Was für Optionen haben wir hier? Eine Werft der union gibt es nicht, und selbst dann würde es Monate dauern bis wir das Schiff wieder hergestellt hätten.
Fremder:“Nun wir sind in einer günstigen Nachbarschaft gelandet, hier gibt es hochtechnisierte Zivilisationen und sogar Menschen!“
Kanz:“Menschen? Wie das denn?“
Fremder:“Erinnern Sie sich an das Experiment zur Entwicklung eines Antriebs mit Materie von negativer Energiedichte, damals vor 400 Jahren auf dem Planeten Nixon?“
Kanz:“Natürlich, das steht sogar in den zensierten Geschichtsbüchern! Der Planet verschwand damals ohne auch nur die kleinste Spur über seinen verbleib zu hinterlasen!“
Fremder:“Nun das mit dem Antrieb hat nicht funktioniert, dafür aber ist Nixon hier in diesem Universum gelandet. Die Forscher der Versuchsanlage haben dann entschieden sich in der Umgebung niederzulassen, da auf Nixon neben viel Sand Nichts los war!“
Mendoza:“Ich habe hier was gefunden!“
Auf dem Hauptschirm zeigte sich ein Torus, es schien so als ob dieses Ding ein Planet war. Man konnte Ozeane und Kontinente erkennen, auch Wolken waren sichtbar.
Maja:“eine Doughnut-Welt? So etwas kann sich doch nicht von Alleine bilden, oder?“
Fremder:“Nein, das hier ist vermutlich etwas aus dem Billigabverkauf, deshalb ist es so weit von Zentralgestirn dass es eine eigene kleine Sonne braucht. Eine Umlaufbahn weiter innen ist hier für so ein Ding kaum zu bekommen!“
Der Fremde erntete jede menge verwirrter Blicke, die ihm einen Immobilienhandel mit Welten in bester Lage nicht wirklich abkaufen wollten.
Fremder:“Sehen Sie die winzige Sonne, die ist nicht echt, und sie kreist nicht mal um den Planeten sondern saust nach oben und unten durch das Loch in der Mitte, deshalb diese Form, weil bei diesen Größenverhältnissen einfach keine vernünftige Tageslänge möglich ist!“
Maja:“Also einmal ist auf der einen Seite Tag und dann auf der Anderen, und der äußerste Rand?“
Fremder:“Nun da kommt kein Licht hin, und da wohnt auch keiner. Trotzdem würde ich empfehlen dass wir auf dieser Welt landen und sehen was wir in hinblick auf die Reparatur des Schiffes tun können!“

„Man tut mir der Schädel weh!“ Stein war in die Kommandozentrale getreten und wischte sich mit dem Höschen Blut von der Stirn, dann sah er das Bild auf dem Hauptschirm, und ihm entfuhr ein Laut des Erstaunens „Heiliger... Was zum Teufel ist denn das da?“


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