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Vorurteile

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Re: Vorurteile

Beitragvon idefix2 am Mo 3. Okt 2016, 00:48

Jürg Fink hat geschrieben:Mir geht es in erster Linie darum, Vorurteile von Vorurteilen zu befreien, sie zu rehabilitieren. Bezüglich Islam und Arabern habe ich zahlreiche, tiefgreifende Vorurteile und das ist gut so, sie bewahren mich davor zum Gutmenschen zu mutieren, der eine heile Ideologie über die Realität stellt.


Das ist völlig zusammenhanglos und inkonsistent.
Wenn du wirklich keine "Ideologie" über die "Realität" stellen wolltest, dann wären Vorurteile alles andere als hilfreich, weil sie eben nicht dazu beitragen, die Realität so zu erkennen, wie sie ist. Das Ganze klingt mir eher nach "Ich bin eine Dumpfbacke und will es auch bleiben, weil ich mag keine Moslems".

Ich mag keinen Islam, das lässt sich gut begründen und hat nichts mit Vorurteilen zu tun.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Jürg Fink am Mo 3. Okt 2016, 06:21

Den Islam zu verwerfen, hat ganz viel mit Vorurteilen zu tun. Für ein fundiertes Urteil müsste man folgendes tun: Den ganzen Koran akribisch studieren; sich in die Geschichte des Islams vertiefen, mit Islam-Vertretern den intensiven Dialog suchen, mit Islam-Gläubigen reden, den Kontakt zu Islamisten und Salafisten suchen. Ich werde weder ein übles Buch wie den Koran lesen, noch mich mit der öden Islam-Geschichte befassen, noch nach Mekka pilgern, noch mit unbelehrbaren Imamen oder unwissenden, engstirnigen Islam-Anhängern reden und mit Islamfanatikern oder Salafisten schon gar nicht. Deshalb habe ich bezüglich des Islams Vorurteile - und das ist gut so.
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Re: Vorurteile

Beitragvon JAU am Mo 3. Okt 2016, 11:21

Jürg Fink hat geschrieben:Ich werde weder ein übles Buch wie den Koran lesen, noch mich mit der öden Islam-Geschichte befassen, noch nach Mekka pilgern, noch mit unbelehrbaren Imamen oder unwissenden, engstirnigen Islam-Anhängern reden und mit Islamfanatikern oder Salafisten schon gar nicht.

Ok.

Jürg Fink hat geschrieben:Deshalb habe ich bezüglich des Islams Vorurteile

Du hast Vorurteile wegen - deiner Vorurteile? :|

Jürg Fink hat geschrieben:und das ist gut so.

So wirst du den Ruf des Vorurteils aber ganz sicher nicht rein waschen. :lol:


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Re: Vorurteile

Beitragvon idefix2 am Mo 3. Okt 2016, 12:34

Jürg Fink hat geschrieben:Den Islam zu verwerfen, hat ganz viel mit Vorurteilen zu tun. Für ein fundiertes Urteil müsste man folgendes tun: Den ganzen Koran akribisch studieren; sich in die Geschichte des Islams vertiefen, mit Islam-Vertretern den intensiven Dialog suchen, mit Islam-Gläubigen reden, den Kontakt zu Islamisten und Salafisten suchen.

Nein, müsste man nicht, warum auch? Man kann Unsinn, schädliches Zeug etc. erkennen, ohne sich "akribisch" damit zu beschäftigen.
Vorurteile sind etwas anderes. Und die sind in aller Regel nichts Gutes, aber schon gar nicht, wenn man meint, Vorurteile wären "gut so". Das ist dann ein Zeichen einer wirklich schon beunruhigenden Engstirnigkeit.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Starfish1 am Mo 3. Okt 2016, 16:24

Jürg Fink hat geschrieben:Den Islam zu verwerfen, hat ganz viel mit Vorurteilen zu tun.

Wenn man sich mit dem Islam beschäftigt hat, weiß man ja, was der Islam von seinen Mitgliedern verlangt. Genau so wie man davon ausgehen kann, dass ein Moslem mit bestimmter Wahrscheinlichkeit kein Schweinefleisch isst, kann man davon ausgehen, dass er sich von Nichtmoslems abgrenzt und anderes. Sind das Vorurteile?

Jürg Fink hat geschrieben:Für ein fundiertes Urteil müsste man folgendes tun: [...] mit Islam-Gläubigen reden, den Kontakt zu Islamisten und Salafisten suchen.

Und ein Messer im Bauch riskieren wegen der (kritischen oder objektiven, aber als kritisch aufgefassten) Fragen, die man stellt. Die Moslems verhindern selbst, dass man sich ohne Gefahr Urteile bilden kann, daher bleiben eigentlich nur Vorurteile. Obwohl allein diese Aggressivität schon für sich spricht.

Jürg Fink hat geschrieben:[...] nach Mekka pilgern

Das dürfte schwierig sein, da kein Nichtmoslem nach Mekka reingelassen wird.
Der Islam funktioniert wie ein Computervirus: ein Befehlssatz, der die Regeln für seine eigene Weiterverbreitung enthält.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Natas am Mo 3. Okt 2016, 16:55

Starfish1 hat geschrieben:
Jürg Fink hat geschrieben:Der Punkt ist, dass Vorurteile ein schlechtes Image haben.

Der Punkt ist, dass eine herrschende Mode darüber entscheidet, ob ein Vorurteil ein schlechtes Image hat oder nicht bzw. überhaupt als solches bezeichnet wird oder nicht. Vorurteile, die der herrschenden Mode entsprechen, sind durchaus erwünscht. Beispiel:
- Mann A: "Ich mag nur den südländischen Typ Frau. Auf die einheimischen Europäerinnen kann ich verzichten, die gehen mir echt am Arsch vorbei."
- Mann B: "Ich mag nur den europäischen Typ Frau. Auf die südländischen Migrantinnen kann ich verzichten, die gehen mir echt am Arsch vorbei."
ich mag südländische Europäerinnen. Was ist dann?
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Re: Vorurteile

Beitragvon Starfish1 am Mo 3. Okt 2016, 22:01

Dann kannst du dich entspannen. Du bist einer von den Guten, dein Rassismus ist gesellschaftlich akzeptiert.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Jürg Fink am Sa 8. Okt 2016, 15:16

Vorurteile haben sehr viel mit unseren fernen Vorfahren zu tun. Näherte sich ein Fremder, verhielt man sich ihm gegenüber ablehnend bis feindlich; niemand konnte ihn einschätzen, keiner wusste, ob er friedlich ist. Vorurteile sind höchst hilfreich, um nicht jemandem ins Messer zu laufen. Im Zusammenhang mit Fremden ist interessant, dass viele Völker eine völlig übertriebene »Fremdenkultur« entwickelt haben: Sofort schlachtet man ein Tier; er bekommt das grösste Stück Fleisch; auch wenn man arm ist, werden Berge von Essen aufgetischt und der Unbekannte erhält den besten Platz. Weshalb dies? Weil ein solches Verhalten nur die andere Seite der Medaille zeigt: Einem Fremden treten wir nicht »normal«, sondern »abnormal« gegenüber, überbordende Gastfreundschaft besänftigt auch den aggressivsten Besucher.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Nasobēm am Sa 8. Okt 2016, 18:33

Jürg Fink hat geschrieben:...Einem Fremden treten wir nicht »normal«, sondern »abnormal« gegenüber, überbordende Gastfreundschaft besänftigt auch den aggressivsten Besucher.

Und diese Weisheit hast du ...woher?
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Re: Vorurteile

Beitragvon Nergal am So 9. Okt 2016, 01:09

Vorurteile sind lediglich, wie bereits hier erwähnt, Erwartungen, die sich entweder als Wahr oder Falsch herausstellen können.
Das einzig falsche an einem Vorurteil ist wenn man, wenn es denn falsch ist, nicht die richtigen Schlüsse daraus zeiht.

Vorurteile auf Grund von äußerlichkeiten, dh dem Was man als erstes erkennen kann, UND Vorsicht gegenüber dem Unbekannten, seien dies Menschen oder was auch immer, ist nicht rassistisch, fremdenfeindlich, oder das Anzeichen für eine wie auch immer geartete politische Überzeugung, sondern es ist überlebenswichtig und hat sich die letzten Äonen gut bewährt.

Wer Früher, ohne viel darüber nachzudenken, auf das erst beste große Tier zuging um Es zu näher erforschen, ist heute im Genpool nicht mehr vorhanden, da sich so eine Strategie früher oder später zu seinem Nachteil ausgewirkt hat.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Jürg Fink am So 9. Okt 2016, 06:50

An Nasobem: Dass Gastfreundschaft mit dem Besänftigen, resp. Gut-Stimmen von Fremden zu tun hat, ist offensichtlich, diese »Weisheit«, welche eine Erkenntnis ist, bedarf keiner gross angelegten Studie. Es reicht aus, in entsprechende Länder zu reisen und sich dort unter die Bevölkerung zu mischen.
An Nergal: Sehe dies auch so. Bestünde nicht eine über viele Jahrtausende gewachsene Skepsis gegenüber Fremden, wäre die Chance, aus dem Genpool zu verschwinden, für die betroffenen Völker überproportional gross gewesen.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Nasobēm am So 9. Okt 2016, 10:46

Jürg Fink hat geschrieben:..., ist offensichtlich, ...., bedarf keiner gross angelegten Studie. ....

Wenn mir einer was als "offensichtlich" verkaufen will werde ich misstrauisch :)

Jürg Fink hat geschrieben:... in entsprechende Länder zu reisen ...

Tja, wenn du nur in Länder reist die deine Vorurteile bestätigen, in dem Fall "Dass Gastfreundschaft mit dem Besänftigen, resp. Gut-Stimmen von Fremden zu tun hat" dann fütterst du also andauernd deine Vorurteile und weigerst dich somit, vielleicht was zu lernen und eine differenziertere Meinung zu entwickeln, die vielleicht sogar was mit der Realität zu tun hat.

Das ist nämlich das Problem mit 'Vorurteilen' - egal ob das nun positive oder negative sind - es sind immer Stereotypen die nur einen mehr oder weniger großen Teil der Realität abbilden. Und nur, wer mit entsprechendem Misstrauen gegenüber seinen eigenen Auffassungen "in entsprechende Länder reist" wird vielleicht mal was Neues erfahren.

Und sich seiner eigenen Vorurteile zu rühmen
Jürg Fink hat geschrieben:...Deshalb habe ich bezüglich des Islams Vorurteile - und das ist gut so.

ist imo eine sehr ängstliche Haltung.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Jürg Fink am So 9. Okt 2016, 12:49

Vorläufig vertraue ich auf die eigene Wahrnehmung. Nach meiner Reiseerfahrung besteht ein klarer Zusammenhang zwischen dem Grad der kulturellen Diskrepanz und dem überenthusiastischem Empfang von Fremden: Je weiter eine Kultur von der eigenen entfernt ist, desto üppiger wird aufgetischt - die Bestätigung für meine These, dass überbordende Gastfreundschaft vor allem mit dem Besänftigen des nicht einschätzbaren Fremden zu tun hat. Beispiele gefällig: In Indien, Afghanistan und Arabien wurde ich wie beschrieben bewirtet. Kürzlich war ich auf den kulturell nur wenig von meinem Land abweichenden Kanalinseln zwischen England und Frankreich. Dort sind die Leute freundlich aber distanziert - eingeladen hat mich keiner, weder zu Wasser und Brot, noch zu Bergen von Essen. Es war nicht notwendig, einen Schweizer können die Inselbewohner gut einschätzen und wissen, dass sie von ihm nichts zu befürchten haben. Vorurteile entstehen u.a. durch ganz konkrete, eigene Erfahrungen.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Nasobēm am So 9. Okt 2016, 13:30

Jürg Fink hat geschrieben:Vorläufig vertraue ich auf die eigene Wahrnehmung.

:lol: ja, das dachte ich schon
Jürg Fink hat geschrieben:Nach meiner Reiseerfahrung ....

schon mal von 'Self Fulfilling Prophecy" gehört"?
Jürg Fink hat geschrieben:Je weiter eine Kultur von der eigenen entfernt ist,

kann ich von meinem Aufenthalt in Japan nicht bestätigen. In England dagegen wurde ich mehrfach eingeladen. Das sind also nur persönliche Erfahrungen die unterschiedlich sein können.

Jürg Fink hat geschrieben:Vorurteile entstehen u.a. durch ganz konkrete, eigene Erfahrungen.

Manchmal, manchmal aber auch nicht. Da entstehen sie z.B. aus Angst heraus.
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Re: Vorurteile

Beitragvon Starfish1 am So 9. Okt 2016, 16:30

Jürg Fink hat geschrieben:die Bestätigung für meine These, dass überbordende Gastfreundschaft vor allem mit dem Besänftigen des nicht einschätzbaren Fremden zu tun hat. Beispiele gefällig: In Indien, Afghanistan und Arabien wurde ich wie beschrieben bewirtet.

Deine Interpretation halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Gastfreundschaft in diesen Ländern besteht, weil es dort so üblich ist, weiter nichts. Wer Fremde üppig bewirtet, erwartet ebenso bewirtet zu werden, wenn er als Fremder irgendwo auftaucht. Ein Geben und Nehmen also, und unterm Strich bereichert sich niemand. Nebenbei wird noch die Neugier gestillt, was der Fremde so zu erzählen hat.

Als Tourist sollte man diese Gastfreundschaft nicht ausnutzen, wenn man nicht bereit ist, Entsprechendes zurückzugeben. Wie man so hört, haben sich zu Hippiezeiten wohl einige auf die Weise ohne Geld und Gegenleistung in Asien gehörig durchfüttern lassen -- eine ziemlich unverschämte Art, die auf Dauer sicher nicht zur Völkerverständigung beigetragen hat. Der Hass auf den Westen in Westasien mag viele Gründe haben, und dies wird vielleicht einer davon sein.
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