Ok, ich lebe noch, aber ich habe den Schwerpunkt auf Sachen gelegt, die mir mehr Spaß machen als Diskussionen über religiöse Themen. Und ich diskutiere inzwischen überwiegend in zwei Foren (mykath gehört nicht dazu!), in denen meine Logik mehr geschätzt wird - außer, wenn es um Übersinnliches geht, wie ich zu meinem Leidwesen feststellen musste.
Bevor Ihr fragt: Beide Foren sind für Außenstehende weder sichtbar noch ist es möglich, dort "einfach so" Mitglied zu werden, weil man da ein Experte auf einem sehr "esoterischen" (esoterisch in der einfachen Wortbedeutung von "innerlichem") Wissensgebiet sein muss. Ich habe halt ein altes Hobby von mir reaktiviert - ich beschäftige mich mit Mentalismus, ein Wort, dessen Bedeutung man nicht einmal in Wikipedia nachschlagen kann, und wenn doch, hat es mit
meinem Thema nichts zu tun.
In mykath diskutiere ich noch ab und zu mit, weil ich per E-Mail dringend darum gebeten wurde, aber nicht mehr mit der Illusion, noch irgendjemanden von der Vernunft überzeugen zu können. Dies gelingt mir nicht einmal bei Atheisten, und wenn der Atheismus zur Unvernunft verkommt, dann will ich damit nichts mehr zu tun haben oder auch nur in die Nähe dessen gerückt werden.
Den Gegensatz zur Vernunft kann man mit dem Euphemismus "Beliebigkeit" bezeichnen, korrekter wäre es, den Begriff "Dummheit" zu verwenden. In diesem Sinne sind mir die Diskussionen hier zu dumm geworden. Auf mykath erwarte ich nicht, viel Intelligentes von Gläubigen zu Gott zu hören, und meine Erwartung wird nur selten enttäuscht. Hier, in diesem Forum, hätte ich mehr erwartet und wurde gründlich enttäuscht. Deswegen diskutiere ich lieber noch ein bisschen in mykath mit, da halten sich die Enttäuschungen in Grenzen, und wenn, dann sind sie positiver Natur.
Aber, wie gesagt, meine Begeisterung für solche Diskussionen hat arg nachgelassen, und an meinem Buch schreibe ich schon lange nicht mehr weiter, es wird ewig unvollendet bleiben, obwohl ich das manchmal bedaure, weil gerade ein Boom bei atheistischen Themen eingesetzt hat, der ziemlich unerwartet kam und aus unerwarteter Richtung (USA).
Wer das für arrogant hält, sollte wissen, dass ich zu meiner Arroganz stehe. Arroganz ist ein Lebensstil, der mir mein Leben erträglicher macht. Im Grunde genommen habe ich vorläufig alles gesagt, was man zum Thema Atheismus sagen kann, es bleibt jedem selbst überlassen, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, so er kann. Es gibt eigentlich keine Notwendigkeit, das zu wiederholen, außer für die, die sowieso nicht verstehen wollen, und da ist es vergeudete Zeit.
Insbesonders hege ich einen Groll gegen die
Dummheit des Relativismus, jener europäischen Hirnseuche, wie sie hier vor allem von Manniro und Anti vertreten wird. Aber gegen Unvernunft kann man auch mit den vernünftigsten Argumenten nichts ausrichten. Warum Relativismus zur Dummheit dazuzuzählen ist, habe ich begründet, denn der Relativist widerspricht sich selbst, da er den Relativismus zur absoluten Wahrheit verklärt und mit Absolutheitsansprüchen untermauert, die er nicht machen dürfte, wenn er bloß recht hätte. Vor allem untermauert Relativismus die Ansprüche der Religion, sowohl die relativistische Variante (die damit bestärkt wird) als auch die absolutistische Variante, die mit solcherlei Dummheiten leichtes Spiel hat. Und ich bin es satt, mir in Diskussionen hier immer wieder einen Dolch im Rücken einzufangen, auf dem "Relativismus" eingraviert steht. Das kann man nur mit Zynismus und Arroganz überleben.
Um den bekannten Mentalisten Dunninger abgewandelt zu zitieren: Für den, der Atheist ist, ist keine Erklärung notwendig, für den, der es nicht ist, ist keine Erklärung möglich. Statt "Atheist" könnte man auch den Begriff "Nicht-Relativist" einfügen, oder "vernünftig" (Dunninger bezog seinen Satz auf den Glauben an Übernatürliches, was auch stimmt).