Hallo Wally,
Die Behauptung, "dass kein Bewusstsein notwendig ist, damit etwas existiert", nennt sich – glaube ich - 'Platonismus' oder auch 'Realismus' (
hier erinnere ich mich noch an ein Thema dazu), die gegenteilige Annahme 'Nominalismus' bzw. 'Antirealismus'. Insbesondere wird bei den verschiedenen Varianten des Platonismus davon ausgegangen, dass Zahlen 'außerhalb des Bewusstseins' existieren:
"Es gibt abstrakte und unveränderliche Objekte, die auch unabhängig von unserem Denken und nicht in Raum und Zeit existieren, nicht Teil der physischen Welt sind und nicht kausal mit physischen Objekten interagieren. Dazu zählen beispielsweise mathematische Objekte (Zahlen, Klassen), Eigenschaften und Propositionen (die ideellen, von Sprachen und Sprechern unabhängigen Gehalte von sprachlichen Sätzen)" (von
hier zitiert)
Damit wäre so ungefähr der 'philosophische Rahmen' dieser Voraussetzung ausgelotet - glaube ich. Jedenfalls hat der 'Ausgangspunkt' schon eine enorme Aussagekraft – er ist zwar nicht unbedingt widersprüchlich, aber immerhin sehr umstritten.
Der Begriff 'Universum' umfasst sehr vereinfachend ausgedrückt alle Dinge. Das lässt sich in einer formalen Sprache beispielsweise folgendermaßen ausdrücken:
U = { x | x = x }
"Das Universum ist die Gesamtheit aller mit sich selbst identischen Dinge."
Dann umfasst das 'Universum' auch nicht-existierende Dinge. Für einen 'Platonisten' kommt es nur darauf an, dass zu nicht-existierenden Objekten Dinge mit einer dazu komplementären (vereinfacht ausgedrückt: der 'gegenteiligen') Eigenschaft existieren - also z.B. 'Nicht-Einhörner', 'Nicht-Elfen' usw.
Ob es einen Beweis für die Behauptung einer Ursache für Alles geben kann und ob dazu der 'Platonismus' eine notwendige Voraussetzung ist, weiß ich nicht. So ein Beweis entspricht in meinen Augen einen sog. 'kosmologischen Gottesbeweis' (eine 'erste Ursache', ein 'unbewegter Beweger') und da ist meiner Meinung nach schon alles versucht worden. Vielleicht gibt es ja Urteile, aus denen diese Behauptung logisch folgt (auch wenn mir keine bekannt sind). Diese müssten dann sicher eine enorme 'Aussagekraft' haben - es muss also ziemlich viel aus diesen Aussagen ableitbar sein. Da geht der Versuch, das aus dem Platonismus herzuleiten in die 'richtige Richtung'.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass diese Behauptung nicht aus der Erfahrung folgt. Wenn man z.B. das allgemeine Kausalprinzip (Zu jedem Ereignis gibt es ein anderes Ereignis, dass es verursacht) als regulatives Prinzip aller Erfahrung auffasst, dann folgt daraus gerade
nicht die Behauptung, dass es eine Ursache von allem, was existiert, gibt. Der Schluss von 'Alles ist verursacht' auf 'Es gibt eine Ursache für Alles' ist ein Fehlschluss während der umgekehrte Schluss gültig ist, siehe dazu: '
Einige prädikatenlogische Schlussfolgerungen' (das vierte Beispiel) auf Wikipedia.