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Wir sind nicht Burka

Was beschäftigt euch? Was haltet ihr von der aktuellen politischen Situation?

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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon Bachianer am Do 18. Mai 2017, 22:51

Rolo hat geschrieben:Laut den jetzt vorliegenden Daten gab es im Juli (2016) 498.684 Hartz-Empfänger aus nicht europäischen Asyl-Ländern. Das waren 99,7 Prozent mehr als im Juli 2015.

Die meisten Empfänger kamen aus Syrien (316.342, +222 Prozent), dem Irak (71.337, +26,6 Prozent) und Afghanistan (37.296, +1,9 Prozent). Die relativ stärkste Zunahme gab es bei Zuwanderern aus Eritrea. Ihre Zahl stieg um 270,6 Prozent auf 21.113.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... ppelt.html

Öhm nein, im Jahr 2005 gab es noch keine einladende „Willkommenskultur“ von Merkel.


Öhm ja, wobei man vielleicht nochmal genau untersuchen sollte wie viele Bundeswehrsoldaten unter diesen Flüchtlingen sind!? :mrgreen:

Atheos2011 hat geschrieben: Die Statistik der Bundesagentur über Beschäftigte, Erwerbslose und die Empfänger von staatlichen Hilfeleistungen erfasst neben Frauen und Männern im erwerbsfähigen Alter ab 15 Jahren auch Kinder, Kranke und ältere Menschen und deren Nationalität.

Insgesamt ist die Zahl der Leistungsempfänger gesunken


Rolo nimmt halt nur das für sich relevante, da sollte man ihm nicht böse sein...Perception is reality! :wink: :roll:

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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon Bachianer am Do 18. Mai 2017, 23:31

werner hat geschrieben:
Bachianer hat geschrieben:Nö, Du schwafelst hier von europäischen "Werten" die bei deiner Geldbörse enden!
Wie sagt der Deutsche so schön, "bei Geld hört die Freundschaft auf"!

Andreas

P.S. Die Griechen stehen so schlecht da weil der Biergerd hier die Arbeit maximal entwertet hat und einen modernen Sklavenmarkt etabliert hat........


Die Griechen standen schon immer schlecht da, wenn es um Staatsfinanzen ging, sie waren in der Vergangenheit schon fünf Mal zahlungsunfähig - ohne Gerd.
Deutschland war zwar auch schon öfters pleite, aber außer 1932 immer nur als Folge von Kriegen, Griechenland schafft das im Normalzustand, also business as usual und zack macht es bumm.


Wäre dann mal zu fragen warum nicht nur die Griechen blank sind?
Alle Staaten sind irgendwie Pleite nicht nur Griechenland, dass ist eine Mickymauswelt der virtuellen Zahlen!
Selbst das großen USA sind bis über beide Ohren verschuldet, die Russen auch und soweit ich weiß ist Deutschland selber verschuldet, trotz schwarzer Null!
https://www.gold.de/staatsverschuldung-deutschland/
"Allerdings ist die negative Anleihenverzinsung ein historisch einmaliger Vorgang, mit dem die Schulden des Staates nicht nachhaltig reduziert, sondern zumindest teilweise einfach auf die Bevölkerung abgewälzt werden."

Du sagst es, Leute wie Goldman Sachs halten die Strippen in der Hand und ich habe hier noch keinen einzigen Beitrag gelesen, egal von wem, der es gut findet das die Kohle für Griechenland fast ausschliesslich in die Bankenrettung geht, nicht die Hilfe ist falsch sondern wohin sie verplämpert wird!

Aber wir waren bei den Werten, ich bin dafür das man solidarisch mit den armen Schweinen in anderen Ländern ist, egal ob Grieche, Franzose, Österreicher oder Ungar und das eben diese Solidarität nicht an der Grenze halt machen sollte und ich bin genauso solidarisch mit den armen Schweinen die es im reichen Deutschland gibt, eben Diese die ja so sehr von Biergerd's Hartz IV Reformen profitieren...angeblich.

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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon Atheos2011 am Fr 19. Mai 2017, 01:06

werner hat geschrieben:Die Griechen standen schon immer schlecht da, wenn es um Staatsfinanzen ging, sie waren in der Vergangenheit schon fünf Mal zahlungsunfähig - ohne Gerd.
Deutschland war zwar auch schon öfters pleite, aber außer 1932 immer nur als Folge von Kriegen, Griechenland schafft das im Normalzustand, also business as usual und zack macht es bumm.


Griechenland hatte nach seiner Unabhängigkeit vom osmanischen Reich großen Kapitalbedarf, weil es vorher über 500 Jahre komplett ausgepresst wurde. Einen Kredit konnte es dann nicht zurückzahlen, weil die Investitionen in die benötigte Infrastruktur nicht die erhofften Erträge lieferte. Danach erhielt Griechenland einen zweiten Kredit, weil man es durchaus als kreditwürdig einstrufte und daher zahlte Griechenland dann von 1897 bis zum deutschen Einmarsch im Jahre 1941 den zweiten Kredit ab. Das zum Thema business as usual.
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon idefix2 am Fr 19. Mai 2017, 08:40

Bachianer hat geschrieben:"Allerdings ist die negative Anleihenverzinsung ein historisch einmaliger Vorgang, mit dem die Schulden des Staates nicht nachhaltig reduziert, sondern zumindest teilweise einfach auf die Bevölkerung abgewälzt werden."

Das ist eine geradezu unglaublich schwachsinnige Wortmeldung. Woraus setzt sich ein Staat denn zusammen, wenn nicht aus der Bevölkerung?
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon manniro am Fr 19. Mai 2017, 10:24

Das ist in der Tat die spannende Frage. Denn ein ökonomischer Naivling könnte auch durchaus berechtigt die Frage stellen: Wie kann ein Staat, als die Gesamtheit der in einem verfassungsdefinierten Bereich lebenden Bürger, Institutionen und Unternehmungen bei einem dieser Teile überhaupt verschuldet sein? Warum erwehrt sich die Gemeinschaft nicht derart parasitärer Entwicklungen eines Teilbereichs, der auf Kosten aller Anderen wächst? Denn daß er überhaupt wachsen kann, verdankt er der Zugehörigkeit zu eben diesem Staat, zumindest in der vor-globalisierten Zeit.

Das alles hat ja - zumindest in unserem Kulturkreis - bekanntlich mit Fugger angefangen, von dem sich karrieregeile Kaiser die Kohle zur Bestechung der Kurfürsten ausgeliehen haben. Das waren wohl die ersten "Staatsschulden" - und von diesen Schulden bei der "Privatwirtschaft" ist man dann anscheinend nie wieder runtergekommen. Kurios, oder?

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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon Rolo am Fr 19. Mai 2017, 15:55

Atheos2011 hat geschrieben:Und hier für den Rest des Forums die unzensierte Version:

Wie aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, waren im Mai 2016 mehr als 1,5 Millionen Ausländer auf Grundsicherungsleistungen der Jobcenter angewiesen, 12,4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Damit stammte jeder Vierte Empfänger von Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) hierzulande aus dem Ausland. Die Statistik der Bundesagentur über Beschäftigte, Erwerbslose und die Empfänger von staatlichen Hilfeleistungen erfasst neben Frauen und Männern im erwerbsfähigen Alter ab 15 Jahren auch Kinder, Kranke und ältere Menschen und deren Nationalität.

Insgesamt ist die Zahl der Leistungsempfänger gesunken


Du hast aus deiner „unzensierte Version“ etwas vergessen zu erwähnen: :lol:

Insgesamt ist die Zahl der Leistungsempfänger gesunken

Insgesamt ging die Zahl der Grundsicherungsempfänger von Ende April 2015 bis Ende April 2016 leicht zurück - und zwar um 1,2 Prozent oder 70900 auf 5,9 Millionen. Dies sei vor allem auf die sinkende Zahl deutscher Hartz-IV-Bezieher zurückzuführen.


Atheos2011 hat geschrieben:Was sind denn "nicht veröffentlicht bereit gestellte Zahlen und Fakten von der Regierung"?


Das ist mal wieder eine unnötige Kampfansage. Du bist doch schon etwas länger in diesem Forum unterwegs und solltest doch mittlerweile unter der Rubrik „Politik“ herausgelesen haben und mittlerweile wissen, dass es immer eine Diskrepanz zwischen den veröffentlichen Arbeitslosenzahlen der Institutionen und den tatsächlichen Arbeitslosenzahlen gibt. Hier ein Beispiel:

Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosenzahl lag im Jahr 2000 im Jahresdurchschnitt bei 3,8 Millionen. Eine der auffälligsten Steigerungen fällt in das Jahr 2005: Deutschlandweit erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent auf 4,86 Millionen. Der Hauptgrund war die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Bereits in der zweiten Hälfte 2005 wirkte sich dann die konjunkturelle Besserung aus. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich 2006 deutlich: Im Jahresschnitt waren noch rund 4,5 Millionen Menschen arbeitslos. Von 2005 bis 2016 verringerte sich die Arbeitslosigkeit weiter erheblich. 2010 waren es noch 3,2 Millionen. Im März 2017 weist die Statistik rund 2,6 Millionen Arbeitslose aus.

Verdeckte Arbeitslosigkeit?
Die Arbeitslosenstatistik weist für den März dieses Jahres 2.662.111 Menschen aus. Eine Zahl von 3.662.651 Millionen errechnet die Linke und spricht von verdeckter Arbeitslosigkeit.
Nicht gezählte 1.000.540 Arbeitslose verbergen sich demnach hinter:

Älter als 58, ALG I und/oder ALG II: 159.966
Ein-Euro-Jobs: 77.222
Förderung von Arbeitsverhältnissen: 7.569
Fremdförderung: 239.817
Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt: 9.593
Berufliche Weiterbildung: 171.286
Aktivierung u. berufliche Eingliederung: 249.827
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 2.527
Kranke Arbeitslose (§146 SGB III): 82.733
https://www.zdf.de/politik/maybrit-illn ... 7-100.html
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon Atheos2011 am Fr 19. Mai 2017, 22:24

idefix2 hat geschrieben:
Bachianer hat geschrieben:"Allerdings ist die negative Anleihenverzinsung ein historisch einmaliger Vorgang, mit dem die Schulden des Staates nicht nachhaltig reduziert, sondern zumindest teilweise einfach auf die Bevölkerung abgewälzt werden."

Das ist eine geradezu unglaublich schwachsinnige Wortmeldung. Woraus setzt sich ein Staat denn zusammen, wenn nicht aus der Bevölkerung?


manniro hat geschrieben:Das ist in der Tat die spannende Frage. Denn ein ökonomischer Naivling könnte auch durchaus berechtigt die Frage stellen: Wie kann ein Staat, als die Gesamtheit der in einem verfassungsdefinierten Bereich lebenden Bürger, Institutionen und Unternehmungen bei einem dieser Teile überhaupt verschuldet sein?


Bachianer hat doch von Staatsanleihen gesprochen und daher erübrigt sich doch die Frage wie ein Staat bei einem Teil seiner Bevölkerung (oder ausländischen Investoren die z.B. bei griechischen Staatsanleihen vor dem Rettungsschirm 20% ausmachten) Schulden machen kann.

Man kann es auch so ausdrücken: Die Reichen leihen dem Staat Geld, damit dieser für die Allgemeinheit investiert und die Allgemeinheit hat dann den Reichen dieses Geld zuzüglich Zinsen zu erstatten.
Billiger geht es nur, wenn man den Reichen das benötigte Geld einfach abnimmt, denn so enstehen keine Schulden und es fallen auch keine Zinsen an.
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon werner am Fr 19. Mai 2017, 23:14

Bachianer hat geschrieben:Wäre dann mal zu fragen warum nicht nur die Griechen blank sind?
Alle Staaten sind irgendwie Pleite nicht nur Griechenland,....................soweit ich weiß ist Deutschland selber verschuldet, trotz schwarzer Null!

....und ich habe hier noch keinen einzigen Beitrag gelesen, egal von wem, der es gut findet das die Kohle für Griechenland fast ausschliesslich in die Bankenrettung geht, nicht die Hilfe ist falsch sondern wohin sie verplämpert wird!

Aber wir waren bei den Werten, ich bin dafür das man solidarisch mit den armen Schweinen in anderen Ländern ist, ..........



Schulden an sich sind nicht das Problem, pleite bist du erst, wenn du sie nicht mehr bedienen kannst. So lange die Einnahmen die Ausgaben um ein Vielfaches übersteigen ist alles im Grünen Bereich. aber irgendwann kippt das halt. Man kann sich ja ausrechnen wann es soweit ist und vorher Stop sagen, oder halt weitewursteln und ein Loch mit dem Anderen stopfen, mit bekanntem Ergebnis wie in Griechenland. Auch bei D ist es ein Rechenbeispiel wann es so weit wäre, würde man weitermachen wie in der Vergangenheit, deshalb ist Schäuble ja so scharf auf die schwarze Null. Schau dir doch mal die Statistiken an, auf der von dir verlinkten Seite, das sagt ja alles.

Das mit der Bankenrettung wurde nun mal so entschieden und es ist, wie man uns eingebleut hat alternativlos, was willst du machen, deine Partei trägt das ja auch mit. Wie ich schon schrieb, war der hair cut nicht mein Favorit, ein kompletter Schuldenerlass wäre mir sympathischer gewesen, aber dann wären einige Banken hops und das sollte nicht sein, siehe oben.
Was wir jetzt machen ist wie wenn ich die Rate für dein Auto übernehme, weil nach Abzug aller Kosten bleibt dir von deinem Gehalt nichts mehr übrig für die Raten, die du zahlen musst, weil du für das Auto Schulden gemacht hast. Wenn dann noch rauskommt, dass du Gehaltsabrechnungen getürkt hast, damit du den Kredit überhaupt bekommst, ich aber trotzdem so nett bin und für dich zahle, sagst du ja auch nicht ich rette die Bank. Die Alternative wäre, das Auto kommt vom Hof - auch nicht schön.
Aber klar, ich könnte ja auch noch die Wohnungsmiete übernehmen.........

Jemanden dauerhaft alimentieren halte ich für keinen Wert, das ist eher entwürdigend, deshalb zurück auf Null, Neuanfang, diesmal ohne kreative Buchführung, aber es war ja alternativlos.
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon Bachianer am Sa 20. Mai 2017, 00:29

werner hat geschrieben: deine Partei trägt das ja auch mit.


Ähm, nur mal so als Zwischenfrage, an welche Partei denkst Du denn die meine wäre?

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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon manniro am Sa 20. Mai 2017, 09:03

werner hat geschrieben:Jemanden dauerhaft alimentieren halte ich für keinen Wert, das ist eher entwürdigend, deshalb zurück auf Null, Neuanfang, diesmal ohne kreative Buchführung, aber es war ja alternativlos.


Wie ich schon mehrfach schrieb: Eine Wirtschaftstheorie, die auf "unbegrenztes Wachstum" in einem begrenzten Kontinuum setzt, kann nur Schwachköpfen plausibel erscheinen.

Deshalb ist trotz reichlich gegenteiliger Anzeichen zu vermuten - zumindest aber zu hoffen -, daß wenigstens einige der Akteure in Wirtschaft und Politik über soviel Resthirn verfügen, das auch zu erkennen. Daraus folgt, dieses Evangelium der Abzocker wird auf Biegen und Brechen ausgereizt, bis auch der letzte Aboriginie das neueste Smartphone und einen Plasmafernseher für jedes Zimmer der Lehmhütte, jeder Europäer Blu(e)-, Silver-, Gold- und Platin-Ray-Spieler, sowie die entsprechende "Geissens-" und "Shopping-Queen-Collection" für jedes dieser Formate besitzt, weitere Angebote nur noch Brechreiz auslösen und letztlich bedauernd festgestellt werden muß, daß sich keine kolonisierbare Alien-Welt in erreichbarer Nähe befindet.

Bis "wir" allerdings dahin kommen, ist die "Daueralimentierung" kein Fault, sondern ein Feature dieser Ideologie. Denn ähnlich wie bei der "Immobilienblase" und der "Finanzkrise" - die eigentlich nur besagte, daß die Zocker vorübergehend nicht mehr für kreditwürdig erachtet wurden - muß der Laden am Laufen, die Kugel am Rollen gehalten werden. Ist wie beim Hunderennen, wenn auch die letzte Töle krepiert ist, kann nicht mehr gezockt werden.

Und was Deinen extrem optimistischen Lösungsvorschlag: "... deshalb zurück auf Null, Neuanfang, ..." angeht: Da landen wird dann beim Merkel'schen, den notleidenden Staaten empfohlenen Allheilmittel "Konkurrenzfähig werden". Super Idee. Wie ich auch beim Aufkommen dieser grandiosen Idee schon fragte: Zu wem denn bitte? Offensichtlich ja zu den nicht notleidenden Staaten, oder? Also - unter anderem - zu uns. Aha. Und dann wird der zu verteilende Kuchen automatisch größer, nicht wahr? Da wird der alte Dualismus "Herr und Knecht" also damit aufgelöst, daß beide "Herren" werden.

Super Sache. Mit einem ähnlichen Trick hat die Satirezeitschrift "TITANIC" ihre Leserschaft bereits vor 40 Jahren verblüfft: Unter der Schlagzeile: "HUNGERPROBLEM GELÖST!" stand vor halbverhungerten Negern (die hießen damals so), die sich vor Vergnügen auf die Schenkel schlugen, ein fetter Kapitalist (der auch) mit der Sprechblase: "Einfach mehr spachteln, Freunde!".

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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon werner am Sa 20. Mai 2017, 18:11

Bachianer hat geschrieben:
werner hat geschrieben: deine Partei trägt das ja auch mit.


Ähm, nur mal so als Zwischenfrage, an welche Partei denkst Du denn die meine wäre?

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Kann sein, ich habe dich verwechselt mit happywithoutgod, dann bitte ich das zu entschuldigen, jedenfalls bezog es sich auf die SPD.
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon werner am Sa 20. Mai 2017, 19:22

manniro hat geschrieben:...Bis "wir" allerdings dahin kommen, ist die "Daueralimentierung" kein Fault, sondern ein Feature dieser Ideologie.


Das vermute ich spätestens seit klar war, dass die wirklich keinen Plan B in der Schublade hatten, für den Fall der Fälle. Eigentlich unvorstellbar, nach den jahrelangen Vorbereitungen und Verhandlungen, dass man sich im Vorfeld nicht mal überlegt hat, was macht man wenn der worst case eintritt ?
So abwegig ist es ja nicht, sich ein paar Gedanken zum Krisen Management zu machen bevor es knallt, das macht jeder Dachdecker, das er sich überlegt, wie bekomm ich im Notfall das Ding dicht, wenn`s doch anfängt zu regnen, bevor die neuen Ziegel oben sind.
Also entweder waren die total doof, oder man wusste es schon, nämlich genau so, wie es dann auch kam, nur verkauft hat man es halt anders.
Das würde auch die Freigiebigkeit der Banken erklären, was juckt mich deine Bonität, wenn ich weiß, dein Bruder hat Kohle und er zahlt auf jeden Fall.
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon werner am Sa 20. Mai 2017, 20:12

manniro hat geschrieben:Und was Deinen extrem optimistischen Lösungsvorschlag: "... deshalb zurück auf Null, Neuanfang, ..." angeht: Da landen wird dann beim Merkel'schen, den notleidenden Staaten empfohlenen Allheilmittel "Konkurrenzfähig werden". Super Idee.........

So meinte ich das aber nicht, sondern Schulden auf Null, damit sie investieren können, wie soll das sonst funktionieren, wenn der Bruder zwar die Auto Raten zahlt, aber zum Leben reicht es noch immer nicht ?
Da hilft doch nur eine radikale Entschuldung und dann können sie ihr Ding machen, das aber nicht unbedingt auch unseres sein muss, denn das sind doch total unterschiedliche Mentalitäten und ich finde das sogar gut, das ist es doch was Europa interessant macht, die Vielfalt der Kulturen und Lebensweisen. Was wir mit dieser Verschuldungspolitik auf den Sankt Nimmerleinstag machen ist nichts anderes, als sie zwingen, unsere Mentalität zu übernehmen, das ist keine solide Basis für ein gutes Einvernehmen.
Die ursprüngliche Idee des Haftungsausschlusses war schon die Richtige, denn immer wenn`s ums Geld verteilen geht gibt es Zoff, das war schon zu WG Zeiten in den 70er nicht anders.
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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon Bachianer am So 21. Mai 2017, 00:20

werner hat geschrieben:
Bachianer hat geschrieben:
werner hat geschrieben: deine Partei trägt das ja auch mit.


Ähm, nur mal so als Zwischenfrage, an welche Partei denkst Du denn die meine wäre?

Andreas


Kann sein, ich habe dich verwechselt mit happywithoutgod, dann bitte ich das zu entschuldigen, jedenfalls bezog es sich auf die SPD.


Tröste Dich, hab eh kein Wahlrecht, zumindest nicht in Deutschland und selbst wenn, wüsste ich nicht welcher Partei ich auch nur mit halbswegs gutem Gewissen meine Stimme geben könnte!

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Re: Wir sind nicht Burka

Beitragvon manniro am So 21. Mai 2017, 09:52

werner hat geschrieben:
manniro hat geschrieben:Und was Deinen extrem optimistischen Lösungsvorschlag: "... deshalb zurück auf Null, Neuanfang, ..." angeht: Da landen wird dann beim Merkel'schen, den notleidenden Staaten empfohlenen Allheilmittel "Konkurrenzfähig werden". Super Idee.........

So meinte ich das aber nicht, sondern Schulden auf Null, damit sie investieren können, ....


DIe Sache mit den "Investoren" ist auch so eine Lachnummer, die werden von den Neo-Libs als eine Art "moderne Samariter" verkauft. Als sich mein Sohn in einer "Selbstfindungsphase" fragte, was er denn nun studieren soll, hab' ich ihm geraten: "Wenn ich in Deinem Alter wäre, würde ich "Investor". Die werden überall gesucht und herzlich willkommen geheißen, leider war dieser Job in meiner Jugend noch weitgehend unbekannt".

Was anderes als "Konkurrenzfähigkeit" soll denn das Ziel von Investitionen sein, wenn Griechenland wieder auf die Beine gekommen ist? Und womit sollen sie denn in Konkurrenz zu Finanzspekulationen und High-Tech treten? Mit Tourismus, Oliven und Schafskäse?

Außerdem werden nicht "die Griechen" investieren - wie das auch nicht "die Deutschen" oder "die Briten" tun - sondern die kleine Clique auch jetzt schon Privilegierter. Es mögen dann kurzfristig ein paar Sklaven-Jobs entstehen, die im Laufe weiterer Optimierung der "Konkurrenzfähigkeit" dann aber zügig abgebaut und nach Ostasien verlagert werden.

Erschütternd, wie weit die weltweite Verarschungsoffensive anscheinend schon vorgedrungen ist. Passend dazu haben Politiker und Medienleute den Term "Narrativ" für sich entdeckt, der - gottseidank - endlich die inzwischen brechreizerzeugende Phrase vom "...am Ende des Tages in die Hand zu nehmenden Geld..." abgelöst hat. Vermutlich hat das irgendein PR-Typ irgendwo aufgeschnappt und durch die Weitergabe eine glänzende Karriere gestartet.

Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob diese Klientel aufgrund ihrer Erfahrungen im Verarschungssektor die etymologische Wurzel dieses Begriffes nicht möglicherweise im "Narrentum" vermutet. Dagegen spricht allerdings, daß die heute schulisch vermittelte "Bildung" für solche Überlegungen höchstwahrscheinlich nicht ausreicht.

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