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Kriminalfälle: Die 7 Todsünden, Wollust unter der Soutane

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Kriminalfälle: Die 7 Todsünden, Wollust unter der Soutane

Beitragvon Koma am Do 22. Jul 2010, 22:13

Leider habe ich zu spät eingeschaltet.
Hier auf welchen Sendern es wiederholt wird und wann:
http://fernsehen.ch/suche/?suchwort=Kriminalf%E4lle&suchen.x=0&suchen.y=0&cast=yes

Um was es geht:

Wollust. Im Mittelalter eine Todsünde. Doch noch heute fordert sie Opfer. Wie Michael K., der in der Ostschweiz von einem inzwischen 71-jährigen Priester als Bub und Jugendlicher jahrelang missbraucht wurde. Der junge Mann brachte den Priester schliesslich vor Gericht zu Fall. Michael K. und zwei weitere Opfer sexueller Gewalt erzählen im Film von Michael Hegglin offen von ihrem Leidensweg, von Priestern, die ihre Vertrauensstellung missbrauchten und den heranwachsenden Knaben ein Trauma zufügten, das sie bis heute nicht loslässt.
Michael K. war noch so klein, als er Pfarrer Alois F. kennen lernte, dass er sich gar nicht mehr erinnern kann, wann das war. Aber er weiss noch, dass der Horror sich bis in die Sekundarschule hinzog.

Der Priester machte sich den Buben, den er eigentlich «hüten» sollte, mit Alkohol gefügig und missbrauchte ihn über Jahre hin regelmässig. Und die Eltern schöpften jahrelang keinen Verdacht; schliesslich waren sie mit dem Pfarrer befreundet.

Michael K. wurde bald alkohol-, dann drogenabhängig. Auch wenn der Täter inzwischen seine Gefängnisstrafe verbüsst hat, leiden Michael K. und die weiteren Opfer des Priesters noch immer.

Bei Kurt B. und Rolf H. passierte der Missbrauch früher, in den 1950er-Jahren, im sanktgallischen Wil. Beide stammen aus einfachen, aber frommen Familien, die mit der Geistlichkeit auf gutem Fuss standen. Der Kaplan langte den Buben im Sommer ganz ungeniert während des Religionsunterrichts unter die kurze Hose.

Keiner von beiden hätte sich getraut, sich zur Wehr zu setzen. Im Gegenteil. Kaplan Pius B. wusste zu verhindern, dass man über ihn schlecht redete – bis über seinen Tod hinaus.

Missbräuche gab und gibt es in verschiedensten Milieus, in verschiedensten Situationen. Meist nützen die Täter ihre Vertrauensstellung aus. Im Falle von Priestern als Täter ist es genauso.

Was sexuellen Missbrauch durch Priester aber besonders stossend macht: Sie sind – noch mehr als Lehrer, Sporttrainer oder Lieblingsonkel – nicht nur Autoritätspersonen, sondern müssten in ausgeprägtem Mass Vorbilder sein.
(pit, diesen Satz habe ich speziel für dich hervorgehoben)

Dass Menschen, die missbraucht werden, den Missbrauch auch anzeigen, ist immer noch die Ausnahme. Der damalige Bischof des Bistums Sankt Gallen, Ivo Fürer, erzählt im Film, wie er bei Bekanntwerden der geschilderten Fälle sofort gehandelt und eine Instanz
geschaffen hat, an die sich Missbrauchsopfer wenden können.

Nicht überall in der Schweiz hat man eingesehen, dass nur Transparenz verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen kann.

Wollust ist nach kirchlicher Lesart eine schwere Sünde. Eine Todsünde ist sie, wenn sie in vollem Bewusstsein ihrer Schwere vollzogen wird. Von den Priestern, die auf diesem Gebiet Schuld auf sich geladen haben, wollte sich vor der Kamera keiner äussern.

Aber drei Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester erzählen im «DOK»-Film von Michael Hegglin offen von ihren leidvollen Erfahrungen. Sie brauchten lange Jahre, um diese zu verarbeiten. Ganz kommen sie bis heute nicht von der Vergangenheit los, obwohl die Ereignisse teils Jahrzehnte zurück liegen.

Die «DOK»-Sommerserie 2010 greift sieben Kriminalfälle auf, die in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Todsünde stehen. Die Fälle werden packend, aber nicht reisserisch erzählt.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie werden habgierige, triebgesteuerte oder träge Menschen zu Verbrechern oder Mördern, welche inneren Zwänge oder sozialen Rahmenbedingungen bewirken, dass sündige Laster zu schweren Straftaten führen? Und welche Opfer fordern die einzelnen Todsünden?
Aller Anfang ist Gott! Ansonsten bin ich geistig offen.
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